Hardwired (Filmkritik)

In naher Zukunft wird die gesamte Welt nur mehr von den Bossen der mächtigsten Firmen der Welt und deren Interessen geleitet. Als der Exsoldat Luke (Cuba Gooding Jr.) einen Autounfall hat und seine Versicherung die Arztkosten nicht deckt, wird seine Leben von der übermächtigen Hope Industries Firma gerettet. Sie pflanzen ein neuartiges Gerät in sein Gehirn, das zwar sein Leben rettet, doch sein Gedächtnis ist gelöscht und er wird fortan immer wieder mit Halluzinationen quält.

Auf der Suche nach Antworten trifft er auf die Rebellentruppe rund um Hal (Michael Ironside), die ihn kurzfristig in Sicherheit bringen können. Luke ist nämlich einer von mehreren hundert Versuchsobjekten für eine neuartige Technologie von Hope Industries und da er zu einem Sicherheitsrisiko geworden ist, möchte ihn Virgil (Val Kilmer) – der Stellvertretende Boss der Firma – so schnell wie möglich eliminieren. Können ein paar unwichtige Menschlein gegen eine mächtige Firma überhaupt gewinnen und wie bekommt Luke dieses Ding wieder aus seinem Kopf ohne dabei zu sterben?

Hardwired

Oh wie ich sie liebe diese DVD Premieren mit gefallenen Kinohelden aus meiner Jugendzeit. Wobei hier natürlich auch nicht jeder gleich ist, wie man in diesem Film an einem gut trainierten und spielenden Cuba Gooding Jr. und einem lächerlich fahrigen, aufgedunsenen Val Kilmer durchaus leicht erkennen kann, doch dazu später noch mehr.

Hardwired wurde von Regisseur Ernie Barbarash eindeutig mit einem geringen Budget produziert, doch fällt das bis auf eine furchtbar schlecht animierte „Kopf wird gesprengt Szene“ am Anfang des Filmes nicht wirklich auf. Ich bin sogar überraschend schnell in die Atmosphäre des Filmes eingetaucht, die sich irgendwo zwischen sich ziemlich künstlich anfühlendem Cyberspace und dreckig, erdiger Realität eingependelt hat.

Menschen ohne Familien als Opfer zu wählen war ja schon immer die leichteste Übung für diverse Bösewichte der Filmgeschichte. Hier wird in deb Gehirnen der Opfer ein Gerät installiert und durch ständig wiedereingespielte Hologramme das Kaufverhalten der Menschen beeinflusst. Später soll dieses Gerät dann für reiche Leute als Upgrade ihres Verstandes fungieren, so hätte die Firma Hope dann ohne deren Wissen die mächtigsten Männer der Welt unter Kontrolle.

Dieser Teil der Story ist zwar interessant aber mit der Holzhammermethode, mit der die Tests durchgeführt werden, kann man nun wirklich nicht zum Erfolg kommen.
Dauernd einen Typen zu sehen der eine Uhr verkaufen will und dann eine Schaufensterscheibe einzuschlagen, weil genau diese Uhr sich in der Vitrine befindet, nenne ich nämlich nicht wirklich geändertes Kaufverhalten, tut mir echt leid. Für die Firma Hope ist aber auch diese Aktion ein Erfolg, die müssen wohl verzweifelt sein.

Verzweifelt könnte man natürlich auch als Val Kilmer Fan werden, wenn man ihn hier als arroganten, geistesabwesenden Firmenboss sieht, der entweder ein Alkohol- oder Medikamentenproblem hat, oder einfach eindeutig zuviel zugenomen hat. Natürlich könnte man noch immer behaupten, er spiele das alles so gut, aber seine Filmografie der letzten Jahre erzählt da eine ganz andere Geschichte.

Cuba Gooding Jr. hingegen sehe ich sehr gerne in DVD Premieren auch als Actionheld, er hält schauspielerisch außerdem immer sein Niveau und konnte mich auch hier überzeugen. Michael Ironside und die beiden Jungstars in seiner Rebellentruppe: Punk Red (Tatiana Maslany) und Punk Blue (Juan Riedinger) machen ihre Sache auch sehr gut, Ironside ist dabei die weise Vaterfigur, Riedinger der gewitzte Jungspund und Maslany eindeutig die Person im Film, die am meisten Herz zeigen darf.

Gut gefallen haben mir die Sequenzen im Film, bei denen Luke von Punk Blue Nachrichten geschickt werden, die er in goldener Schrift quasi vor seine Augen projiziert bekommt.
Duck dich! Hinter dir! Nimm die Feuertreppe! Der Alarm ist ausgeschaltet! Solche und noch einige andere Tips helfen Luke (teilweise fast wie in einem Computerspiel) den Bösen zu entrinnen und schliesslich Mister Val Kilmer von seiner unvorteilhaften Rolle zu erlösen. Die Filmmusik ist mir auch ziemlich positiv aufgefallen, weil der Score etwas erfrischend exotisches an sich hat.

Denkt man hier also nicht zuviel nach (und das sollte man sowieso selten beim Genuss von Unterhaltungsfilmen) dann wird man hier besser unterhalten, als man hätte erwarten können. Mich hat der gesamte Film trotz ein paar Schwächen auf jeden Fall positiv überrascht, man kann hier in eine eigene Welt eintauchen und wird nie gelangweilt.
Ein Actionsiencefictionthriller also, ohne viel Geld gemacht aber mit hoch genugem Spassfaktor produziert.

Hardwired bekommt von mir 7/10 holografische Empfehlungspunkte.


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