Best Of Worst Case: Sky Sharks (Filmkritik)

In der Arktis wird eine alte, geheime Militärbasis der Nazis entdeckt. Scheinbar war dort ein Projekt am Laufen, welches darauf abzielte Haie zur ultimativen Streitmacht zu machen. In Kombination mit Supersoldaten. Klar, wir reden hier von Nazis.

Dr. Richter, selbst aufgrund eines Jugendserums schon wirklich lange am Leben, hat seine Finger im Spiel und seine Kinder sind nun drauf und dran die Sache aufzuhalten. Und Vietnam spielt auch eine Rolle. Denn dort gibt es ebenfalls Soldaten, die wieder zum Leben erweckt wurden und die jetzt die Nazis aufhalten sollen.

Glaube ich zumindest.

Ihr wisst, ich mag Trashfilme. Ich steh drauf. Immer noch. Und die ersten rund 30 Minuten von „Sky Sharks“ fand ich unterhaltsam. Schlecht geschnitten? Ja. Ein bisschen zu blutig? Auch. Ein paar Dialoge von völlig unnötigen und für die Handlung unwichtigen Charakteren? Ja, doch auch. Aber unterhaltsam.

Mittlerweile weiß ich, dass der erste Teil des Films bereits vor dem Rest des Films entstanden ist, denn „Sky Sharks“ war gute 6 Jahre in der Mache. Der Anfang des Films ist eigentlich der Teaser, der gemacht wurde, um den restlichen Film (bzw. den Film überhaupt) zu finanzieren. Crowdfunding. Hinter dem Film stehen die Brüder Fehse (noch nie von denen gehört) und der Mit-Herausgeber vom deutschen Filmmagazin „Deadline“ namens Yazid Benfeghoul, welcher den Film produziert hat (was mir auch die absolut euphorische Review in besagtem Magazin erklärt).

Tja, wir haben es hier mit einem Film zu tun, der gern „Iron Sky“ wäre, aber mit mehr Blut und nackter Haut. Die beiden Teile mit dem Blut und der nackten Haut haben sie auch hinbekommen, aber den Rest … nun, leider nicht. War „Iron Sky“ eine gelungene, witzige, sozialkritische Satire, bei welchem die Story genutzt wurde um den Irrsinn der aktuellen Welt zu persiflieren, so nutzt „Sky Sharks“ seine … nun, … soll ich es Story nennen? Hm. Tatsächlich ergibt die Story mehr Sinn, wenn man sie als Zusammenfassung liest, denn im Film selbst wird wild herumgesprungen und zwischen Szenen hin und her geschnitten, bei denen man wohl dachte, es würde die Spannung erhöhen, aber tatsächlich (gerade der lange Mittelteil) wird so breit erklärt, was die „Hintergrundgeschichte“ des Plots ist, dass für Anspielungen oder wirklich witzige Witze keine Zeit bleibt.

Klar, wenn man schauspielerische Leistungen, die – vermute ich mal – in einer Kaffeepause abgedreht wurden und auch genauso wirken, witzig findet, dann wird man hier viel Freude haben. Oder wenn man Brüste von Zombie-Nazis, die mit Blut bespritzt sexy findet, dann kann den Film sicher etwas abgewinnen.

Wer jedoch Spaß und Witz (abseits von teilweise(!) cool gemachten Gore) sehen will, der oder die muss einen Bogen um „Sky Sharks“ machen. Ganz ehrlich: Ich hatte bei den meisten Asylum-Filmen („2-Headed-Shark-Attack“ oder „Blood Lake“ oder „Battle Dogs“ oder „Mega Shark vs Crocosaurus„) mehr Spaß als bei diesem hier. Was ich schade finde.

Denn die Effekte, die sind streckenweise wirklich richtig gut geworden (teilweise dann auch wieder richtig schlecht), aber was bringt mir das, wenn ich mich dafür durch Dialoge quälen muss, bei denen ich mich irgendwann frage, ob die mich als Zuseher für dumm halten, weil die mir das so breit erklären oder die nächste schlecht gespielte „hochdramatische“ Szene. Und selbst bei kleinen Szenen (zB die Transformation einer Frau in einen „Zombie“) denkt man sich: Das kann doch nicht soooo schwer zu spielen (und schneiden) sein. Von der Synchronisation (guckt euch allein mal den Trailer an) will ich jetzt nicht mal anfangen.

Apropos „Schneiden“: Auch die Action-Szenen sind teilweise schlecht geschnitten und gespielt. Bzw. sind sie so geschnitten, dass man sieht, dass schlecht gespielt wurde. Was ich auch eher … spaßbremsend finde. Vor allem, weil – ja, ich betone es nochmals – die Optik teilweise wirklich 1A ist.

Selten einen Film gesehen, der so viel Potential verschenkt hat. Noch dazu einen, der, soweit ich nachlesen und herausfinden konnte, mehrere Millionen Budget hatte. Schade. Wirklich schade. Aber es wäre schon gut gewesen, wenn vielleicht jemand von außen mal über das Drehbuch gelesen hätte (es wirkt als hätte man Szenenfolgen um Cameo-Auftritte geschrieben) und man den Schnitte jemand hätte machen lassen, der oder die weiß, was er oder sie tut. Der Trailer ist um Welten besser als der Film. Um Welten.

Ich kann es nur wiederholen: Schade.

„Sky Sharks“ bekommt 3,5 von 10 möglichen, leider nichts aus seinem Potential machende, Punkte.

Best Of Worst Case-Urteil (Trashfaktor: Idee, Drehuch, Schauspiel, Schnitt, manche Effekte):

Klingt nach einer guten Idee, wird aber in den Sand gesetzt. Wer auf Blut und Brüste steht: Ja, guckt rein, aber erwartet euch auch hier nicht zu viel. Wer Wortwitz, Dialoge oder sowas wie einen brauchbaren Plot braucht, der oder die kann hier einen Bogen machen. Witzig ist die Idee. Der Rest nicht. Spannend leider auch nicht.

Fazit: Kann man auslassen.


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