Ascendant – Rising Wolf (Filmkritik)

Aria Wolf (Charlotte Best) wacht plötzlich auf. Ihre Hände sind gefesselt, ihre Augen verbunden und ihr Mund ist geknebelt. Sie kann aufstehen und versucht ihr Umfeld zu erkunden. Offensichtlich befindet sie sich in einem sehr kleinen Raum. Unerwartet setzt sich dieser Raum in Bewegung und es geht so schnell abwärts, dass sie zuerst in die Luft geschleudert wird und dann wieder auf dem Boden landet.

Als sie wieder erwacht, schaltet sich kurz später ein Monitor ein. Auf der anderen Seite befinden sich ein paar Russen und sie haben Aria´s Vater Richard (Jonny Pasvolsky) als Geisel und wollen Informationen aus ihm heraus holen. Das soll einerseits mit Folter gelingen, andererseits indem sie Aria immer wieder in Gefahr bringen, denn sie befindet sich in einem Hightech-Fahrstuhl und die Russen haben die Macht über die Steuerung…

Mit dieser australischen Produktion, liefert Antaine Furlong sein Debüt als Regisseur und Drehbuchautor ab. Die meiste Zeit über spielt die Handlung dabei nur in einem einzigen Raum (dem Fahrstuhl eben) und konzentriert sich auf eine einzige Person. So etwas kann natürlich auch leicht schief gehen, doch das ist hier nicht das Problem. Eher ging es mir wie vor kurzer Zeit bei der französischen Produktion Meander. Es folgen SPOILER.

Ich weiß ja nicht, ob dies ein Gegenentwurf zum amerikanischen Weg sein soll, der ja darauf aufbaut alles nicht nur zu zeigen, sondern zusätzlich auch noch zu erklären (weil auf die Intelligenz der Zuseher, kann man sich ja nicht verlassen). Das kann nerven, tut es auch öfters, doch viel andeuten und gar keine Antworten abliefern, ist ebenfalls eine Veräppelung des Zuschauers, der sich wohl selbst einen Zusammenhang zusammen denken soll. Auch das ist legitim, doch es ist übertrieben, wenn ich mir dabei alle Hintergründe selbst zusammen reimen muss.

Hier gibt es traumhafte Blicke in die Vergangenheit, gefolgt von Visionen einer düsteren Zukunft und habe ich das mehr als angedeutete Zeitreise-Element schon erwähnt? Das wird alles so hinein geworfen und ergibt nicht wirklich einen Sinn und auf eine Auflösung, hofft man vergebens. Auch der Mix der Genres ist sehr eigen. Dies ist einerseits eine Geschichte aus einem Young Adult Roman aus der X-Men Welt.

Andererseits ist da jedoch auch noch die Rahmenhandlung, die aus einem Horrorfilm stammen könnte. Ja, man sieht nie direkt wie der Vater gefoltert wird – entweder passiert es abseits der Kamera oder Jemand steht davor – doch die Geräusche und Schreie, wenn etwa Finger abgezwickt oder Zähne gerissen werden, die hört man doch recht deutlich. Von dem was man sich dabei vorstellt, fange ich jetzt gar nicht erst an.

Also für einen Horror-Fan ist das viel zu harmlos, aber für die Geschichte über das Erwachen bzw. die Wiederentdeckung von außergewöhnlichen Kräften eines jungen Mädchens, ist es bedeutungslos und unnötig brutal. Wie sie agiert als sie loslegen kann, das liegt nämlich an ihrem wiederkehrenden Wissen, nicht an ihrem Vater. Ebenfalls nicht ganz stimmig finde ich die Tatsache, dass das Drehbuch sich was Spannungsmomente und Twists betrifft, viel zu sehr auf Arias Handy verlässt.

Aber ich will hier keinesfalls nur schimpfen. Charlotte Best (Skinford) liefert als Aria eine sehr ehrlich wirkende, charismatische Performance ab. Von der sie verzweifeln lassenden Angst, über die innere Ruhe bis hin zur mächtigen Überlegenheit, sie bringt alle Emotionen authentisch herüber. Jonny Pasvolsky (Mortdecai) als ihr Vater, ist ebenso stark als Mann auf verlorenem Posten, der immer die Liebe für seine Tochter in den Augen hat.

Die Bilder sind hypnotisch und bestechend und die Effekte für so eine mittelgroße Produktion, doch sehr anschaulich. Charlotte Best ist toll und aus dem minimalen Setting, wird heraus geholt, was geht. Arias Kräfte beim Finale wirken übermächtig, man sieht aber wohl nur einen leichten Hauch davon. Sämtliche darum kreisende Ideen, sind eben genau so hinein geworfen, ohne Zusammenhang und führen auch nirgendwo hin.

Und nein, auch wenn man sich Auflösungen für eine mögliche Fortsetzung aufheben möchte (die es übrigens kaum geben wird), dann macht man das nicht so wie hier. Diese Elemente sind so einfach unfertig und nicht zu Ende gedacht. Schade, denn es gibt wie erwähnt hier doch einiges, was durchaus gelungen wäre und Best hätte einen besseren Film rund um ihre Performance verdient.

„Rising Wolf“ bekommt von mir 5/10 das nächste Mal sicher die Stiegen nehmende Empfehlungspunkte.


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