Daughter of the Wolf (Filmkritik)

Claire (Gina Carano) kennt nur das Leben im Militär, weswegen sie auch die Erziehung ihres Sohnes Charlie (Anton Gillis-Adelman), ihrem Vater überlassen hat und selbst ein distanziertes Verhältnis zu ihm hat. Als jedoch ihr Vater stirbt, kehrt sie zurück und versucht eine „normale“ Mutter-Sohn Beziehung zu ihm aufzubauen.

Als sie eines Tages Laufen geht, ist Charlie als sie zurückkehrt verschwunden. Die Männer rund um „Vater“ (Richard Dreyfuss) haben ihn entführt und verlangen Lösegeld. Die Übergabe findet statt, doch Claire sollte dabei sterben und die Absicht der Täter war es, Charlie nie mehr zurück zu geben. Zeit für Claire sich auf ihre Fähigkeiten als Soldatin zu verlassen…

Regisseur David Hackl (Red Machine) hat sich bei diesem kanadischen Entführungs-Thriller voll und ganz auf die Kulisse und auf die Präsenz seiner Hauptdarstellerin verlassen. Das funktioniert dann auch in einigen Momenten ganz gut, jedoch hätte der ganzen Sache ein (wenigstens) ein wenig besser ausgearbeitetes Drehbuch und eine professionellere technische Umsetzung, extrem gut getan.

Schon die Schießerei zu Beginn lässt Schlimmes vermuten. Da wird jede Form von Dynamik durch schlecht und vor allem zum falschen Zeitpunkt gewählte Schnitte zerstört. Das sieht lächerlich aus und wer auf wen schießt, ist zu diesem Zeitpunkt völlig egal. Weil man eben so gar nicht in dem Gesehenen drinnen steckt. Das wiederholt sich auch gegen Ende des Filmes.

Da gibt es einen Messerkampf vor atemberaubender Kulisse. Das wirkt dann erstens sehr gewollt bzw. gestellt und zweitens schneiden die so, dass die einstudierte Choreographie als solche, zu jeder Sekunde erkennbar ist. Wirklich schade, denn erstens kann Gina Carano (In the Blood) wirklich kämpfen und zweitens hat sie ein nicht abzustreitendes Charisma. Zeigen kann sie hier jedoch beides nur ansatzweise.

Richard Dreyfuss (Polar) als Oberbösewicht „Vater“ zeigt zwar um einiges mehr an (negativen) Emotionen, doch ist seine Performance doch eindeutig zu übertrieben und dabei auch zu ernst, so dass ich ihn einfach nicht ernst nehmen konnte (ja, das ist irgendwie ironisch). Einzig Brendan Fehr (X-Men First Class) als trauriger Mann, der aus dem für ihn gewählten Leben nicht flüchten kann. Sein Weg ist richtig tragisch und berührt auch.

Im Prinzip ist die Idee hier ja nicht neu, doch wäre ein soliderer Film leicht möglich gewesen. Mit Humor vielleicht, oder besser ausgearbeiteten Figuren im Drehbuch und vor allem einem besseren Cutter (falls der hier das letzte Wort hatte). Und wenn man schon Carano hat als Heldin, dann lasst sie doch bitte auch ordentlich kämpfen.

Insgesamt daher ein Thriller, der diesen Namen nicht verdient hat, da er seine Handlung schleppend und ohne Drive erzählt. Die stimmigen Ansätze sind da, doch die Augenblicke in denen offensichtlich Potential verschwendet wurde, sind um einiges schwer wiegender. Carano-Fans können schon rein gucken, aber besser ist es wohl sie in der aktuellen Mandalorien-Serie zu bewundern.

„Daughter of the Wolf“ bekommt von mir 3,5/10 im Schnee der Belanglosigkeit versinkende Empfehlungspunkte.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.