Apex (Filmkritik)

Thomas Malone (Bruce Willis) sitzt im Gefängnis und zwar bis ans Ende seines Lebens. Bis sich eines Tages eine Dame namens West (Alexia Fast) bei ihm mittels eines Hologramms meldet und ihm einen Ausweg bietet. Er wird eingeladen bei einem Spiel teilzunehmen, bei dem sechs bewaffnete Menschen einen bestimmten Zeitraum lang auf ihn Jagd machen. Wenn er die Zeit übersteht oder alle Jäger beseitigt sind, dann hat er gewonnen und ist frei.

Malone nimmt die Herausforderung an und ist den Jägern trotz seines stolzen Alters, mindestens was die Psycho-Spielchen betrifft, überlegen. Abgesehen vom eiskalten Dr. Rainsford (Neal McDonough), der sein erfolgreiches Leben bis jetzt immer nur nach einem Motto gelebt hat und das lautet gewinnen und zwar immer!

Ein Remake von „Surviving the Game“ mit Rutger Hauer aus dem Jahre 1994, wobei es sich um eine Adaption von der 1924 erschienenen Kurzgeschichte „The Most Dangerous Game“ von Richard Connell handelt, das klingt so einmal nicht schlecht. Wenn man dann jedoch ließt, dass dies die zweite von vier geplanten Zusammenarbeiten von Regisseur und Drehbuchautor Edward Drake und Bruce Willis ist (Cosmic Sin war der erste Streich), dann ist die Erwartungshaltung gleich ganz wo anders.

Auch Produzent Corey Large ist wieder dabei als Darsteller und Autor, gemeinsam mit Drake hat er ja bereits Breach mit Willis gemacht. Alles irgendwie eine große Familie von Leuten, die miteinander können. In diesem Fall bedeutet das dann, dass dieser Willis-Film wieder mal lustig schlecht ist und im Vergleich zu z.b. Out of Death oder dem bald folgenden Killing Field, zumindest nicht weh tut beim Anschauen (weil man beim Lachen eben Schmerzen weniger spürt).

Ein Kritikpunkt bei den letzten Willis Filmen war ja, dass er bei denen zwar prominent am Cover ist, dann jedoch im Film kaum vorkommt. Nun, hier ist das anders und man ist sich nicht sicher, ob das nun so besser ist. Wenigstens hat er scheinbar Spaß, denn was er hier für Gesichtsausdrücke zeigt und wie er seinen Text aufsagt, nun entweder er lebt mittlerweile seine „scheiß drauf, ist mir egal wie ich Geld mache“ Haltung einfach immer und durchgehend, oder er war zur Drehzeit einfach nicht ganz nüchtern.

Auch wirkt er zunächst noch völlig unverletzt so, als würde er eine Gehhilfe brauchen. Warum die ach so tollen Jäger dann doch verlieren? Nun weil sie Psychopathen sind, aufeinander losgehen und sich dabei gegenseitig dezimieren. Mal vom Ende abgesehen, dass Willis irgendwie als perfekten Überhelden stilisiert (was er trauriger Weise ja durchaus mal war) und auf eine lächerliche Weise richtig unterhaltsam ist (wie im Prinzip der gesamte Film).

Als Gegenpol hat man dann Neal McDonough als soziopathischen Bösewicht und bei ihm weiß man auch durch seine Arbeit bei Serien wie Arrow oder B-Movie Action wie The Marine 3, dass er seine Sache immer überzeugend macht und sogar lächerliche Monologe irgendwie cool erscheinen lässt. Nun hier stößt er dank des Drehbuchs beinahe an die Grenzen dieser Qualität, doch fast ironisch ist es dann Willis Reaktion auf seinen dümmsten Oneliner, der die Situation angenehm entschärft.

Ebenfalls nett ist es wieder mal Alexia Fast (Grace) zu sehen, die ausschließlich als Hologramm auftaucht und ihren Part der West, mit dieser überspitzten Überheblichkeit einer erfolgsverwöhnten Reichen sehr pointiert rüber bringt. Einige andere „Darsteller“ hier, kann man kaum als solche Bezeichnen, besonders auch Corey Large, der lieber das machen sollte, was er gut kann (was immer das auch sein möge, Drehbücher verfassen ist es nämlich auch nicht).

Viele dumme Männer und eine einfältige Dame beseitigen sich im Prinzip durch ihre Dummheit und Überheblichkeit selbst. Dazwischen grinst und schwankt sich Willis durch den Wald, ein paar SciFi-Momente sollen dem ganzen wohl einen modernen Charakter verpassen und wie die Sache ausgeht, weiß man von Anfang an. Dennoch, würde ich die Best Of Worst Case Horrortrash Reihe meines Freundes Fireagent auf Action anwenden (was ich wohl mal machen sollte, wenn Willis so weiter macht), dann wäre dies einer der lustigeren Vertreter, da er auf eine unterhaltsame Art und Weise schlecht ist.

„Apex“ bekommt von mir 4/10 den Willis vor lauter Bäumen nicht treffende Empfehlungspunkte.


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