Out of Death (Filmkritik)

Die Asche ihres verstorbenen Vaters wollte Foto-Journalistin Shannon (Jamie King) verstreuen und zwar genau an dem Ort, an dem er es sich gewünscht hat. Deshalb unternimmt sie auch die Wanderung von der ihr Vater meinte, sie wäre zu anstrengend für sie. Zufällig kommt sie an einer (korrupten) Polizistin vorbei, die gerade einen Mann endgültig beseitigt hat.

Shannon ist dabei nicht nur Augenzeugin, sondern hat das Ganze auch noch gefilmt, wurde dabei aber entdeckt. Sofort nehmen die Mitglieder des örtlichen Sheriff-Departments die Verfolgung auf. Für Shannon scheint es keinen Ausweg zu geben, doch dann findet sie unerwartet Hilfe in Form eines Polizisten im Ruhestand namens Jack (Bruce Willis).

Wollt ihr wissen, was das Spannendste an diesem neuen Bruce Willis Film ist? Er wurde in nur neun Tagen gedreht und Willis sollte seine Szenen an zwei Tagen erledigen, wegen Covid 19 Verzögerungen, hat er die Sache dann aber an einem Tag durchgezogen (an dem er offenbar nicht ganz munter war). Regie führte hier erstmals Mike Burns, der zuvor bei zahlreichen der letzten Willis-Filme, als Supervisor für die Musik zuständig war.

Hier hat er dann auch gleich die Musik selbst komponiert und mit seinen unpassenden Südstaaten Western Melodien, der Sache eine lächerliche Krone aufgesetzt. Es ist schon der Beginn, der irritiert. Wie bei einer Fernsehserie sieht man am Anfang ein paar schnell geschnittene Bilder aus der Mitte des Filmes, dann beginnt der Vorspann und die Szenerie hüpft an den Anfang der Story zurück.

Irgendwie habe ich danach erwartet, dass jetzt dann gleich die erste Werbeunterbrechung kommen muss. Aber sie kam (leider) nicht. Nach einem der peinlichsten „das soll jetzt gerade cool sein“ Momenten, die ich seit sehr langer Zeit gesehen habe (3D anmutende Slow Motion plus ein Loch im Kopf inklusive), geht die Langeweile los. Lustig ist dabei vor allem, wie dumm die Polizisten agieren.

Ein Beispiel? Wie trickst man zwei Cops aus, die gerade eine Zeugin beseitigen wollen? Richtig, man wirft etwas in den Busch hinter ihnen, die drehen sich dann irritiert um, werfen sich ein „hast du das gehört“ zu und gehen dann verdutzt in die Richtung des Geräusches. Natürlich haben sie auch im Zweikampf mit einer zarten Dame im Endeffekt keine Chance, ist ja nicht so als müsste man Selbstverteidigung beherrschen als Polizist.

Ebenfalls witzig ist, wie oft Bilder der zugegeben schönen Landschaft gezeigt werden, wo die Größe des Gebietes vermittelt werden soll. Trotzdem laufen sich die Figuren hier beinahe ständig zufällig über den Weg. Eine „die Heldin wächst über sich hinaus“ Sequenz inklusive Rückblicken auf vorherige Szenen des Filmes, die tut dabei einfach nur mehr emotional weh, weil sie so aufgesetzt wirkt.

Beim Finale kommt dann der „Anfangstrick“ wieder zum Einsatz, wo man zeitlich zurückspringt und eine Schlüsselszene zeigt, wodurch sich das Finale, gar nicht belangloser anfühlen könnte. Bruce Willis (Cosmic Sin) ist als Jack immer wieder mal kurz zu sehen, jedoch hatte er scheinbar keinen Kaffee an seinem einen Drehtag oder einfach nur wieder mal wenig Lust, überzeugend Emotionen zu zeigen. Die Stirn runzeln, lächeln und ein wenig herum schreien, das kann er aber (noch) ganz gut.

Jamie King (Mothers Day) als Shannon ist ja die eigentliche Hauptdarstellerin und sie ist auch die Einzige, die ihre Sache souverän macht. Wirklich viel bekommt sie aber nicht zu tun und wie ihr Charakter geschrieben ist, ist stellenweise zu hysterisch, dann wiederum auch unsympathisch und in Summe auch etwas unglaubwürdig. Würde ich jetzt aber nicht unbedingt als ihre Schuld bezeichnen.

Insgesamt als wieder mal ein neuer Tiefpunkt für Bruce Willis, was Belanglosigkeit und Austauschbarkeit bei diesem Film betrifft und Demotivation, was seine „Performance“ angeht. Sich zu wundern, wie man eine Sache so in den Sand setzten kann ist im Prinzip das Einzige, was hier einen gewissen Unterhaltungswert hat. Wenigstens vergisst man das Alles hier schnell genug, sodass man es nicht aktiv aus dem Gehirn verdrängen müsste.

„Out of Death“ bekommt von mir 2,5/10 sich leider nicht im Wald verlierende Empfehlungspunkte.


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