Angel of Death (Filmkritik)

Eve (Zoe Bell) ist eine erfolgreiche weil eiskalte Profikillerin. Sie erledigt all ihre Aufträge erfolgreich und stellt keine Fragen. Bei ihrem aktuellen Einsatz läuft jedoch einiges schief.
Eve bekommt von einem Angreifer ein Messer tief in ihren Kopf gerammt und sie tötet bei der Attacke unabsichtlich ein 14 jähriges Mädchen. Wie durch ein Wunder überlebt Eve die Verletzung und der für die Unterwelt arbeitende Doktor Ranklin (Doug Jones) bringt sie schneller als gedacht wieder auf die Beine.

Als Eve jedoch wieder ihre Arbeit aufnehmen will merkt sie schnell, dass etwas mit ihr nicht stimmt. Sie hat plötzlich Skrupel und kann Menschen nicht mehr ohne mit der Wimper zu zucken einfach umbringen. Zusätzlich erscheint ihr der Geist des von ihr ermordeten Mädchens und lässt ihre keine Ruhe mehr. Um ihr Gewissen zu beruhigen begibt sich die Profikillerin daraufhin auf einen Rachefeldzug gegen ihre früheren Auftraggeber.

Angel-of-Death

Angel of Death ist der erste Film, in dem die vielbeschäftigte Stuntfrau und nun auch als Schauspielerin tätige Zoe Bell, ihre erste Hauptrolle bekommen hat. Einem breiteren Publikum bekannt wurde sie nachdem sie Quentin Tarantino für seinen Beitrag des Grindhouse Doublefeatures, nämlich in Death Proof als toughe Powerfrau besetzt hatte.
Einen gewissen Kultstatus hatte sie damit plötzlich fast über Nacht erreicht und so ist dieser Film nun auch perfekt auf sie zugeschnitten.

Das Drehbuch stammt übrigens von Ed Brubaker, der sehr erfolgreich im Comicbereich tätig ist (Captain America, Batman), was wohl auch den storymäßig wenig vorhandenen Realismus des Filmes erklären dürfte. Angel of Death war ursprünglich eine Online Serie, die nun in eigenständiger Filmform auf DVD veröffentlicht wurde.

Dieser Film ist ein altmodischer Actionreisser, indem Zoe Bell sich grösstenteils durch die Handlung prügelt, mit Messern um sich sticht oder ihre Gegner einfach über den Haufen schiesst. Dabei wirken die Kampfsequenzen ziemlich realistisch und auch auf unnötige Tricks wurde gänzlich verzichtet. Es geht zwar um überhaupt nix, doch der trashige Grindhousecharm der Bell ja zum Durchbruch als Darstellerin verholfen hatte, ist auch hier in einigen Szenen deutlich zu spüren.

Nett find ich auch die kurzen Auftritte einiger mir gut bekannten Mimen. Doug Jones sieht man zur Abwechslung hier mal ohne Maske, er war ja Abe Sapien in den Hellboy Filmen, der Faun in Pans Labyrinth und der Silver Surfer im zweiten Fantastic Four Film. Er spielt harmlos schusselig und sympathisch, fast so als würde er sich nackt fühlen ohne irgendeine Maske bzw. Verkleidung.

Lucy Lawless ist auch mit dabei, für die Zoe Bell in der Xena Serie jahrelang als Stuntdouble gearbeitet hat. Ironisch ist dann auch natürlich die Szene, in der die beiden Frauen verwechselt werden und Eve meint „Es tut mir leid, aber ich bin nicht du“.
Ted Raimi, Sams kleiner Bruder und auch alter Bekannter aus der Xena Serie, spielt die wohl kleinste Gastrolle, bei der er am Ende auch seinen Kopf verlieren darf (und ja, das ist wörtlich gemeint).

Insgesamt also ist der Film genau das was er wohl auch sein soll – ein schmutziger, kleiner Actionfilm nämlich, der mit geringem Budget auskommt und trotzdem (oder gerade deswegen) für absichtlich schmuddeliges Vergnügen sorgt. Alles ist hier eben perfekt auf Zoe Bell abgestimmt. Ich finde sie als Stuntwoman zwar spitze und auch ihre körperliche Fitness ist beeindruckend, doch als Schauspielerin punktet sie vor allem durch ihr Image und nicht durch ihre hohe Spielkunst.

Angel of Death bekommt von mir 6/10 prügelfreudige Empfehlungspunkte.


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