Baphomets Fluch: Der Engel des Todes – Broken Sword: The Angel Of Death (Game-Review)

George und Nico sind wieder einmal getrennt und George arbeitet wieder als Anwalt. Er hat eine kleine Kanzlei, ein Kautionsbüro, die wenig bis keinen Gewinn macht. Plötzlich steht eine hübsche Blondine vor ihm im Büro und möchte seine Hilfe. Sie hat ein altes Manuskript gefunden und will, dass George ihr hilft, es zu entziffern. Dieser hat allerdings genug von Schatzjagden und lässt sich nicht darauf ein.

Dumm, dass Anna Maria, verfolgt wurde und nun die gleichen Leute hinter George her sind wie hinter ihr. Was dazu führt, dass George wohl oder übel mitmacht. Und Nico? Nun, Nico wird irgendwann dazustossen, keine Sorge …

Das vierte Baphomets Fluch mit dem Untertitel „Der Engel des Todes“ ist ein zweischneidiges Schwert, denn die 3D-Technik welche den dritten Teil etwas … nun, unbeliebt machte, ist hier zwar wieder verschwunden, aber irgendwie auch nicht. Deswegen ist grafisch und steuerungstechnisch auch nicht alles Gold was glänzt. Das Wort „verschlimmbessert“ drängt sich auf.

Das liegt daran, dass es nach wie vor 3D-Grafiken sind, was – zugegeben – sehr coole Kamerafahrten zulässt, aber die Übersicht (gerade in Szenen mit Zeitdruck) geht leicht und oft flöten. George lässt sich an sich sehr gut steuern – außer in Szenen, an denen man rasch wohin muss. Da wird es fummelig und gerade in Kombination mit der Kamera eher schwierig. Diese Kombination hat wohl zum Titel des Spiels „Engel des Todes“ geführt.

Grafisch ist die Sache an und für sich rund geworden – für den Zeitpunkt der Veröffentlichung und auch heute sieht „Baphomets Fluch 4“ noch immer halbwegs gut aus, wenn man natürlich mit der relativ detaillosen Optik was anfangen kann. Positiv gesehen: Es gibt weniger Ablenkungen von den wichtigen Hotspots. Negativ: Die Welt wirkt nach heutigen Standards schon arg leer.

Die Geschichte ist nett und spannend und das eine oder andere Mysterium kommt überraschend, andere wieder hingegen sind allerdings bereits von weitem erkennbar. Was allerdings wirklich fehlt ist das herrliche Geplänkel zwischen George und Nico. Ja, die gute Frau lässt verdammt lange auf sich warten und auch wenn mir klar ist, was Designer/Erfinder Charles Cecil hier mit Anna-Maria versucht hat – es hat für ich leider nicht wirklich funktioniert. Wenn Nico dann da ist – ja, dann wird die Sache wieder super.

Die Dialoge pendeln zwischen angenehm knackig und zäh wie Kaugummi. Manche der an sich witzigen und skurrilen Ideen geht leider die Luft aus, weil so lange mit der Vorbereitung eines Witzes herumgetan wird, dass man die Pointe schon zehn Minuten bevor sie kommt erkennt und sie deshalb nicht zündet.

Da gibt es zB ein Gespräch mit einem Salamiverkäufer, welches darauf hinausläuft, dass die 28jährige Salami nicht 28 Jahre alt ist, sondern „aus Fleisch hergestellt wurde, das 28 Jahre alt war, als es zur Salami verarbeitet wurde“. Verknüpft man das mit der Info, die man kurz vorher bekommt, nämlich die Zubereitung der Salami, deren Fleisch vor der Verarbeitung zur Salami drei Tage lang ausgeblutet und mit Baseballschlägern bearbeitet wird, damit die beste Salami aller Salamis rauskommt, dann kann man sich auch ohne italienischen Akzent vorstellen, was damit gemeint ist. Lustig? Das ist wohl eine Standpunktfrage.

Und wenn ihr denkt, das war jetzt langweilig zu lesen und wenn ihr noch einmal das Wort Salami hört, dann dreht ihr durch – dann wisst ihr ungefähr, wie sich das im Spiel anfühlt, wenn ihr zehn Minuten lang das S-Wort um die Ohren geschlagen bekommt und man die Dialoge noch nicht einmal abbrechen oder überspringen kann (großer Designfehler, Hr. Cecil!).

Die Rätsel sind gut gelungen, wenngleich das manchmal heißt, den ganzen Bildschirm abzusuchen um zB eine herabhängende Kette zu finden und das kann schon mal Nerven kosten, aber hey – ich liebe Monkey Island 1 und 2 bis heute und da konnte das auch passieren, also will ich mal nicht so sein.

„Der Engel des Todes“ ist sicher nicht Cecils beste Arbeit (das wird für mich Baphomets Fluch 1 bleiben), aber immerhin sind die Charaktere sympathisch, die Story nimmt nach einigen Längen (Anfang und alles bis Nico auftaucht) ein wenig an Fahrt auf, um dann am Ende zu rasch zu Ende zu gehen, aber dennoch fühlt sich die ganze Sache halbwegs rund an.

Ihr merkt – Begeisterung klingt anders. Tatsächlich war „Der Engel des Todes“ für mich teilweise wirklich mühsam zu beenden, vor allem bis endlich die Story in die Gängen kommt und auch die Dialoge wieder ein wenig mehr Leben bekommen haben.

„Broken Sword: The Angel Of Death“ bzw. „Baphomets Fluch: Der Engel des Todes“ bekommt 6 von 10 möglichen, weit hinter den Erwartungen zurückbleibende, aber als okay durchgehende, Punkte.

PS: Zum Glück ging Teil 5: Der Sündenfall wieder retour zu den Anfängen und den 2D-Wurzeln. Das macht die Sache dann trotzdem runder (und detaillierter).


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