The Conjuring 2 (Filmkritik)

Im Jahr 1977 wird eine kleine, in einem Vorort von London lebende Familie, von seltsamen Ereignissen heimgesucht. Janet (Madison Wolfe), die zweitälteste Tochter ihrer allein erziehenden Mutter, benimmt sich dabei immer seltsamer und zeigt Anzeichen von dämonischer Besessenheit. Durch die Medien wird der Fall immer bekannter und schließlich werden Ed (Patrick Wilson) und Lorraine Warren (Vera Farmiga) auf den Fall angesetzt.

Dabei gestalten sich die Untersuchungen, was dahinter steckt oder ob es sich um einen Schwindel handelt, schwieriger als erwartet. Aus irgendeinem Grund, kann Lorraine nichts spüren, obwohl sie sonst als Medium, bis jetzt jedem übernatürlichen Wesen, auf die Schliche gekommen ist. Die Zeit läuft, denn Janet´s Zustand verschlechtert sich und keiner weiß, wie er die Geschehnisse aufhalten kann. Oder ist das Ganze doch nur ein perfide ausgedachtes Schauspiel?

Drei Jahre nach seinem Welterfolg „The Conjuring„, kehrte James Wan in seiner Funktion als Regisseur und Drehbuchautor zurück. Die beiden Helden der Erstlings – Ed und Lorraine – sind wieder zurück und die Filmlänge beläuft sich wieder auf über zwei Stunden. Nur das Budget hatte sich mit 40 Millionen mittlerweile verdoppelt. Wieder handelt es sich um die Verfilmung eines Falles, den die echten Warrens so oder ähnlich erlebt haben. Immerhin basiert das Alles hier laut Insert auf wahren Begebenheiten.

Ich nehme es nun gleich mal vorweg, dieser zweite Teil hat für mich den ersten Teil klar übertroffen. Dabei spielen für mich gleich mehrere Faktoren mit. Erstens sind die Schockmomente unheimlicher, irgendwie ist man durchgehend angespannt und sowohl die Geräusche als auch die optischen Spielereien erzeugen eine Atmosphäre, bei der man bald schon mit Allem rechnet. Zusätzlich wird man eine ganze Zeit über im Dunklen gelassen, was denn nun wirklich gespielt wird.

Ist das alles nur eine Inszenierung einer mediengeilen Mutter, die ihre Tochter vermarktet? Ist es das Aufbrausen einer Teenager-Dame, die so ihren Weltschmerz loswerden will? Was man als Zuschauer zu sehen bekommt, spricht klar eine andere Sprache. Warum jedoch ist die Sache nie so eindeutig wie bei anderen Fällen, sobald nicht in dem Haus lebende Menschen hinzu kommen? Man hat beim Zusehen schnell seine Meinung, doch auch das Gefühl, dass da noch mehr dahinter ist und das macht die Sache auf eine neue Art unheimlich.

Sehr schön wird die Stimmung der 70er Jahre eingefangen und auch der Zusammenhalt der Mutter und ihren vier Kindern, obwohl oder gerade weil sie finanziell leiden, seit der Vater abgehauen ist. Familie und Liebe ist ein sehr gutes Stichwort denn Patrick Wilson (Bone Tomahawk) und Vera Farmiga (Godzilla 2) haben schon im ersten Teil eine tolle Chemie, doch das hat sich noch weiter entwickelt und ist echt der Wahnsinn.

Dabei haben sie alleine ihre Momente – ich denke da sofort an den Moment, wo Wilson mit den Kindern „Can´t Help Falling in Love with You“ singt – aber zusammen, das ist eindeutig nicht mehr spielen, das ist die Rolle leben. Madison Wolf (I Kill Giants) als Janet kann da erstaunlicherweise (fast) mithalten, denn sie spielt vielschichtig, man kann sie nicht sofort einordnen nur eines sieht man sicher, hier saugt ihr etwas klar das Leben aus. Wunderbar von den positiven Gefühlen her und nie kitschig finde ich ihre Schlüsselmomente mit Ed und Lorraine.

Während der alte Mann und sein wackelnder Sessel lange Zeit extrem unheimlich bleiben, ist es hier dann wie beim Original das schon zu Beginn eingeführte Böse, das ein SpinOff spendiert bekommen hat. Dort war es Annabelle und nun die dämonische Nonne, deren Ursprünge in The Nun erzählt werden. Zusätzlich wird noch das Objekt rund um den Crooked Man plus der passende Spruch eingeführt, da soll es ja auch bald einen eigenen Film geben. Jeder für sich von der Erscheinung her ein starker Gegner, mitsammen jedoch natürlich noch „besser“.

Insgesamt daher wohl mein Lieblingsfilm innerhalb des Conjuring-Universums, wobei ich Annabelle Creaton und Comes Home, auf den Plätzen zwei und drei ansiedeln würde. Dabei geht es weniger um die Technik – denn gut gemacht sind alle – als vielmehr um die Gefühle, die ausgelöst werden. Dabei meine ich nicht mal die negativen, sondern gerade das Wechselspiel mit den richtig schönen Momenten. Es ist eben immer eine feine Sache, wenn Horror-Filmer ihre Arbeit und ihre Fans auch ernst nehmen und man das am Endprodukt dann so deutlich erkennen kann.

„The Conjuring 2“ bekommt von mir 8/10 nur durch Zusammenhalt nicht verloren gehende Empfehlungspunkte.


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