Security (Filmkritik)

Gezeichnet von seinen Erlebnissen im Krieg, derzeitig getrennt von Frau und Kind auf eigenen Wunsch. Eddie (Antonio Banderas) kämpft mit seinen inneren Dämonen am Liebsten alleine. Nach einem Jahr ohne Job ist er jedoch verzweifelt und braucht dringend Geld. Er bekommt wegen seiner vehementen Bitte schließlich einen Job als Sicherheitskraft, als einer von fünf Leuten, die in der Nacht ein großes Kaufhaus überwachen.

Sein Vorgesetzter Vance (Liam McIntyre) glaubt er ist komisch und kann zusätzlich den Mund nicht halten. Die wahren Probleme beginnen für Eddie jedoch erst, als ein junges Teenager-Mädchen verzweifelt an die Türe klopft und er es herein lässt. Ihr folgt nämlich ein Team von Profikillern angeführt von Charlie (Ben Kingsley) und sie werden mit allen Mitteln verhindern, dass sie vor Gericht aussagen kann. Sämtliche anderen Zeugen, sind natürlich ebenso unerwünscht.

Regisseur Alain Desrochers (Nitro) ist bereits ein alter Hase im Geschäft, der seit seinem Debüt 1990, schon bei zahlreichen Filmen und Serien Regie geführt hat. Nun widmet er sich einem Subgenre, dass seit Liam Neeson und dessen ersten Taken Abenteuer, zu einem fixen Bestandteil der modernen Actionfilm-Welt geworden ist: der „Senioren-Held“ – in diesem Fall Antonio Banderas, immerhin auch schon 57 Jahre alt – gegen eine nicht enden wollende Schar von Bösewichten.

In diesem Fall handelt es sich dann um eine Stirb Langsam Variante im Kaufhaus und zusätzlich hat unser Hero noch vier Kollegen, die er je nach ihrem Können einsetzen kann und ein rebellisches Mädchen, dessen Leben er unbedingt schützen will. Daraus ergibt sich dann eine David gegen Goliath ähnliche Dynamik, bei der alle Versuche der Angestellten, nur wie Tropfen auf den heißen Stein wirken, denn kaum ist einer der Söldner ausgeschaltet, warten schon wieder die drei nächsten auf ihren Einsatz.

Bis das Szenario im Kaufhaus losgeht, nimmt sich der Film eine halbe Stund Zeit, die Figuren und die Verhältnisse zu einander vorzustellen und keine Minute davon finde ich langweilig. Natürlich läuft alles darauf hinaus, dass wir endlich Eddie in Action sehen dürfen und ich muss sagen, das Warten lohnt sich. Die Coolness und Effektivität der Choreographie, hat mich stellenweise an John Wick erinnert, wobei hier eindeutig um einiges weniger los ist und auch mehr zwischenmenschlichen Momenten Platz eingeräumt wird.

Somit werden für mich – der ich auch ein Freund der Heimkino-Actionfilme bin und öfters dafür am Blog zuständig – nach längerer Zeit endlich wieder beide Bereiche eines guten Genre-Beitrages erfüllt, nämlich die starken Charaktere auf der einen Seite und die handwerklich gute Arbeit was Kamera, Effekte und Inszenierung betrifft, auf der anderen. Man fiebert hier mit, hofft dass die Richtigen Leute überleben und grinst im Angesicht der Coolness von einigen Szenen.

Antonio Banderas (Black Butterfly) legt Eddie schweigsam und trocken an, zunächst wirken vor allem seine Szenen mit Vance beinahe skurril auf Grund seiner Körperhaltung und seiner Schweigsamkeit. Wenn dann die Kugeln fliegen, verleiht er seinen Aktionen eine grimmige Wucht, so dass an seinen Fähigkeiten als Soldat, keine Zweifel bleiben. Ich mag auch die ruhigen Momente mit ihm, etwa wo er dem Mädchen dass über ihren Vater schimpft, die Bürden eines Vaters erklärt und es für sie und den Zuschauer klar ist, dass er eigentlich über sich selbst spricht.

Liam McIntyre (The Legend of Hercules) als Vance ist ein herrlich überzeichneter Gegenpol, der überdreht ist und ständig irgendetwas halblustiges daher redet. Wie er sich weiter entwickelt, das ist dann beinahe schon unerwartet, aber ich habe es als eine richtig positive Überraschung erlebt. Auf der Seite der Bösen hält sich Ben Kingsley (Collide) dieses Mal angenehm zurück – im Vergleich zu den Performances der letzten Zeit, bei denen er sich auf Overacting verlässt – wirkt aber rein durch seine Ruhe, die Blicke und seine ständigen Angebote zu ihm über zu laufen unangenehm bedrohlich.

Insgesamt daher endlich wieder mal ein Action-Film, den ich auch eben genau auf Grund der Action gut finde und der die Figuren mitliefert, die nicht egal sind. Dann ist da noch der Humor an den richtigen Stellen und vor allem von Banderas und McIntyre wird eine sehr unterschiedliche aber dennoch gleich wirkende, spielfreudige Art an den Tag gelegt, die einfach Freude macht. Nicht neu, dafür durchgehend unterhaltsam und ohne große Schwächen in einem bestimmten Bereich. Amerikanische Genre-Beiträge, können ja doch noch Spass machen.

„Security“ bekommt von mir 8/10 das Richtige tuende und nie zurück blickende Empfehlungspunkte.

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