Steve Jobs (Filmkritik)

Dieser Film begleitet Apple Gründer Steve Jobs (Michael Fassbender) bei der Vorstellung von drei bahnbrechenden Produkten. Gleichzeitig zeichnet man ein Portrait des Mannes, der die Welt für immer nachhaltig verändert hat.

Steve Jobs

Die Entstehung dieses Films ist eine durchaus turbulente. Ende 2011 erwarb Sony die Rechte zu Walter Isaacsons Biographie über Steve Jobs. Kurze Zeit später wurde Aaron Sorkin (Moneyball) mit der Adaption der Geschichte beauftragt. Einige Gerüchte später sollte David Fincher (Gone Girl) bei diesem Projekt Regie führen, wobei Christian Bale (The Dark Knight) die Hauptrolle übernehmen sollte.

Fincher und Bale verließen später das Projekt und sollten durch Danny Boyle (Slumdog Millionär) und Leonardo DiCaprio (Inception) ersetzt werden. Doch auch DiCaprio verließ schließlich das Projekt und so waren unter anderem Matt Damon (The Martian), Ben Affleck (Argo) und Bradley Cooper (Guardians of the Galaxy) als möglicher Ersatz im Gespräch.

Letzten Endes sollte es dann doch Michael Fassbender (X-Men: First Class) werden. Doch dann zog Sony plötzlich den Stecker und das Projekt wurde von Universal Pictures übernommen. Vorab noch ein kleiner Hinweis. Wenn es um das Thema Steve Jobs geht, bin ich ein Fan. Nicht weil ich die Produkte der Firma mit dem angebissenen Apfel liebe, sondern weil mich die Person an sich fasziniert.

Dementsprechend habe ich das meiste was es zu diesem Thema gibt, wahlweise gelesen oder gesehen. Als ich gehört habe, man würde einen wichtigen Teil seines Lebens verfilmen, habe ich mich entsprechend gefreut (unter anderem auch deswegen, weil der Film mit Ashton Kutcher aus dem Jahr 2013 so furchtbar war). Die zahlreichen Wechsel vor und hinter der Kamera, ließen eigentlich nichts gutes vermuten.

Doch dann erschien der erste Trailer, der es verstand ordentlich Stimmung zu machen und ich war überzeugt. Was den eigentlichen Film betrifft, dreht sich die Geschichte rund um Jobs und dessen Vorstellung von drei Produkten. Sorkin verwendete an dieser Stelle nicht nur die Biographie, sondern führte auch eigene Nachforschungen an.

Nichts desto trotz scheinen die meisten Dialoge laut Sorkin fiktional zu sein. Die sind durch die Bank erstklassig und zweifelsohne das Highlight des Films. Hier sind alle Charaktere ausgearbeitet und auch schlagfertig, was in weiterer Folge einen Teil des Charmes dieses Filmes ausmacht. Des Weiteren wird es hier, obwohl der Film zu einem großen Teil aus Dialogen besteht, nie langweilig.

Auch wenn der Film sich auf drei wichtige Momente in Jobs Leben beschränkt, bekommt man genug Eindrücke zur Person. Dabei wird auch kaum beschönigt. War Jobs ein netter Mensch? Wohl kaum! Hatte er das Talent aus bereits vorhandenen Technologien etwas neues, besseres zu erschaffen? Nur mit der Hilfe anderer! Konnte er seine Mitarbeiter wahlweise zu Höchstleistungen motivieren oder in den Wahnsinn treiben? Auf jeden Fall!

Michael Fassbender war für die Rolle es Steve Jobs nicht die erste Wahl und dennoch hätte man es kaum besser treffen könne. Fassbender schafft es wie kaum jemand vor ihm, in der Rolle aufzugehen und das Charisma seiner Rolle einzufangen. Die optische Ähnlichkeit ist nur bedingt vorhanden und dennoch schafft es Fassender problemlos, hinter seiner Rolle zu verschwinden.

Die Chemie zwischen Film-Jobs und seiner Film-Tochter funktioniert ebenfalls erstklassig und seine Interaktionen mit anderen Charakteren, hat einen informativen Unterhaltungswert. Auf was ich damit hinaus will? Wenn Fassbender bei den nächsten Oscars nicht wenigstens eine Nominierung erhält, ist etwas sehr, sehr schief gelaufen.

Aber auch die anderen Rollen sind erstklassig besetzt und gespielt. Seth Rogan (Das Interview) als Steve Wozniak, Kate Winslet (Die Gärtnerin von Versailles) als Joanna Hoffman und Jeff Daniels (The Martian) als John Sculley sind durch die Bank großartig. In diesem Zusammenhang wird auch schnell klar, dass Danny Boyle ein erstklassiges Drehbuch dazu verwendet hat, um das Beste aus seinen Schauspielern herauszuholen.

Dessen Talent merkt man aber auch optisch. Boyle verwendet für jede der drei Präsentationen eine unterschiedliche Optik und vermittelt dem Zuschauer so die vergangene Zeit. Jede einzelne Szene wird elegant und dennoch perfekt inszeniert. Zusätzlich setzt man den Soundtrack subtil dazu ein, ordentlich Stimmung zu machen.

Alles in allem ist „Steve Jobs“ ein erstklassig gelungener Film, mit einer ungewöhnlichen Erzählweise. Sowohl vor als auch hinter der Kamera leistet man eine perfekte Arbeit und macht so aus einem sehr guten Drehbuch einen besonderen Film. Ist dieser Film etwas für jeden? Wohl kaum und dennoch sollte man an dieser Stelle einen Blick riskieren.

Der Film „Steve Jobs“ bekommt 9/10 das Computerzeitalter einläutende Empfehlungspunkte.


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