The Loft (Filmkritik)

Die fünf verheirateten Männer Chris (James Marsden), Luke (Wentworth Miller), Vincent (Karl Urban), Filip (Matthias Schoenaerts) und Marty (Eric Stonestreet) teilen neben ihrer Freundschaft noch etwas anderes: Gemeinsam haben sie sich ein luxuriöses Loft gemietet, das sie für Schäferstündchen mit ihren jeweiligen Geliebten nutzen, natürlich ohne das Wissen ihrer Ehefrauen.

Es gibt nur fünf Schlüssel für das Apartment und außer ihren jeweiligen Sex-Partnern, hat niemand eine Ahnung von dem geheimen Treffpunkt. Eines Tages liegt die nackte Leiche einer unbekannten Frau in der Wohnung und jeder der Freunde schwört, dass er nichts damit zu tun hat. Doch nach und nach kommt es unter den Freunden zu gegenseitigen Verdächtigungen und Beschuldigungen, den Mord begangen zu haben…

The Loft

„The Loft“ ist ein Remake des belgischen Films „Loft“ aus dem Jahr 2008, der aufgrund seines Erfolges 2010 in den Niederlanden ein Remake bekam. Bereits 2011 war die amerikanische Version des Thrillers fertig gedreht worden, kam aber durch diverse Verzögerungen erst 2015 in die Kinos. Erfahrene Kinogänger wissen ja bereits, dass es selten etwas Gutes heißt, wenn Filme verschoben werden, wie etwa „Jupiter Ascending“. Und auch hier war das Endprodukt nicht wirklich sehenswert.

Eric van Looy, der bei dem Original Regie führte, schafft es nicht, dem Film ansatzweise den Hauch von Innovation zu geben und selbst der Twist am Schluss, obwohl er unerwartet war, war nicht spannend. Seine Kameraeinstellungen gerade bei den Befragungen durch die Polizisten, wirken komplett deplatziert und machen für dieses Setting keinen Sinn.

Man erfährt den Großteil der Handlung durch Flashbacks, die auch schon mal in die Irre führen und erfährt nur nach und nach, als sich die Puzzle-Teile zusammenfügen, was genau eigentlich abgelaufen ist und wer nun die Fäden in der Hand hatte. Was auch nicht viel Sinn macht, sind diverse Details, die interessant sind, aber nicht wieder aufgegriffen werden. Da wurde z.B. erwähnt, dass Psychiater Chris Vanowen die Schwester seiner Affäre behandelt hatte, die sich dann umbrachte. Warum genau wir das erfahren, wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben, denn es hat absolut nichts mit der Handlung zu tun. Genauso verstand ich nicht, was es mit der lateinischen Phrase am Bett auf sich hatte.

Dass ich als Frau mit diesem Film nicht allzu viel Freude hatte, ist leicht zu erklären. Die Frauen die mitspielen, sind allesamt entweder nuttig und steigen mit jedem ins Bett, oder sie sind mit einem Hauptdarsteller verheiratet und nervig. Sehr schmeichelhaft muss ich sagen. Woran der Film aber hauptsächlich leidet, sind die falsch gecasteten Schauspieler, allen voran die männlichen Hauptdarsteller, die allesamt Machos und Frauenhelden darstellen sollten, als diese aber nicht glaubwürdig sind.

Grundsätzlich ist man ja von Schauspielern wie Karl Urban und James Marsden gute oder zumindest solide Leistungen gewöhnt, daher war es umso enttäuschender, wie fehl sie hier stellenweise am Platze wirkten. Marsden (X-Men) als liebeskranker Psychologe Chris bringt zwar den liebeskranken Aspekt rüber, aber einen Psychologen kann und will ich ihm nicht abkaufen.

Karl Urban als Architekt Vincent Stevens, der 5 Kinder und seine Frau durch seine Affären aufs Spiel setzt, kann in seiner Rolle als Frauenheld nicht überzeugen. Ich mag Urban seit „The Lord of the Rings“ und auch als Pille in „Star Trek“ macht er einen tollen Job, doch hier wirkt er als ob er auf Autopilot wäre und sein sonstiges Charisma, gänzlich zu Hause gelassen hätte.

Wentworth Miller (Resident Evil: Afterlife) nimmt man sein Verlangen nach einer Frau gar nicht ab. Er spielt zwar den Widerling, der mit teilnahmslosen und leeren Blicken beim Zuseher für Unbehagen sorgt gut, aber seine Beweggründe sind durch seine mangelnde Chemie mit dem Objekt seiner Begierde leider komplett unglaubwürdig.

Am Besten macht seine Sache Matthias Schoenaerts, der als Phillip Williams, der koksende Halbbruder von James Marsdens Charakter, dieselbe Rolle wie im Original Film spielt. Ihm glaubt man den komplett irren Vergewaltiger und man hat direkt Panik, wenn er so richtig austickt. Eric Stonestreet, seines Zeichens ja eher ein Comedian (Modern Familiy), bleibt in seiner Rolle relativ blass und passiv. Er hat von den Jungs eigentlich am wenigsten zu tun.

Fazit: Das Warten hat sich nicht gelohnt. Ein großer Teil der Schauspieler ist eine Fehlbesetzung und dies macht es schwer, den Film etwas Positives abzugewinnen.

Dieser Film bekommt von mir 3,5/10 unspannende Punkte.

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