Nowhere Safe (Filmkritik)

Zwei Mädchen geben sich online als Ashley (Danielle Chuchran) aus und sorgen damit dafür, dass sie von ihren Mitschülern gehasst wird. Nachdem auch ihre Mutter Julie (Natasha Henstridge) nicht helfen kann, beschließen die beiden wo anders von vorne zu beginnen. Doch bereits kurze Zeit später scheint Ashley ihre Vergangenheit wieder einzuholen.

Nowhere Safe

Regie bei diesem Film führt Brian Brough, der neben leichter familienfreundlicher Unterhaltung auch für den Trash-Film „Snow Beast“ verantwortlich war. Für diesen Film hat er sich ein vergleichsweise ernstes Thema ausgesucht. Dabei verfilmt Brough ein Drehbuch von Brittany Wiscombe, mit der er im bereits erwähnten Film „Snow Beast“ zusammengearbeitet hat – ein gutes Zeichen?

Der Film beginnt damit, dass Mutter und Tochter ihre Habseligkeiten in einen Umzugswagen werfen und es dabei so eilig haben, als würden sie sich in einem Zeugenschutzprogramm und auf dem Weg in ihre neue Unterkunft befinden. Was man als Zuschauer zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß ist, dass diese Szene die actionreichste des gesamten Films ist.

Erst später erfährt man, warum die beiden umgezogen sind. An dieser Stelle fühlte ich mich stark an eine Episode aus meinem Leben erinnert, als ich über einen ähnlichen Fall mit einem Freund gesprochen habe und der sinngemäß nur schulterzuckend meinte „wenn die Leute nicht miteinander reden…?“! Das scheint dann auch das größte Problem an der Prämisse des Films zu sein.

„Nowhere Safe“ scheint davon auszugehen, dass Jugendliche (bis auf wenige Ausnahmen) nicht nur oberflächlich, sondern auch nicht besonders helle sind. Dann gibt es noch den Umstand, dass sich selbst die Direktorin von Ashley offenbar nicht dafür interessiert was wirklich passiert, obwohl ihre Mutter an besagter Schule unterrichtet.

Zu guter Letzt glaube ich nicht, dass es keine (rechtliche) Handhabe dagegen gibt, wenn sich jemand als eine andere Person ausgibt, um den Ruf der betreffenden Person zu zerstören. Aber gut, das sind eben die Rahmenbedingungen des Films. Im Laufe der weiteren Handlung lebt sich Ashley, die von den vorgegangenen Erlebnissen immer noch leicht traumatisiert scheint, langsam in ihre neue Umgebung ein.

Dabei macht sie sich nicht nur neue Freunde und dennoch scheint alles gut für sie zu laufen – zu gut. Damit meine ich nicht die Ruhe vor dem Sturm, sondern die Art von Familienfreundlich und Harmlos wie sie eigentlich kaum zu einem so ernsten Thema passt. Selbst als dann die Mädels aus Ashleys Vergangenheit wieder auftauchen, ist das vollkommen harmlos mit dazu passendem Ende.

Das Problem mit dieser Geschichte ist, dass sie komplett realitätsfremd wirkt. Man glaubt hier keinen Moment lang Wiscombe oder Brough hätten das Gezeigte selbst erlebt (bzw. hatten in jungen Jahren Privatunterricht und durften nicht mit den anderen Kindern spielen).

Die Schauspieler können den Film leider ebenfalls nicht retten. Auch wenn es bestimmt nicht nur an ihr liegt, so wurde ich an dieser Stelle wieder in meiner Vermutung bestärkt, dass Natasha Henstrige (hier als Mutter Julie) in „Species“ nicht wegen ihres schauspielerischen Talents gecastet wurde. Danielle Chuchran (Snow Beast) wirkt zu beliebig und etwas zu alt für die von ihr gespielte Rolle als Ashley.

Alles in allem ist „Nowhere Safe“ ein Film, der sich eines ernsten Themas auf zu harmlose Art und Weise annimmt und dabei zudem realitätsfremd wirkt.

Der Film „Nowhere Safe“ bekommt 4/10 die Schule endlich hinter sich lassende Empfehlungspunkte.


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