Best Of Worst Case: Snowbeast (Filmkritik)

Forscher Harwood (John Schneider, „Super Shark“) geht in die Wildnis, genauer: in eine Berghütte, um mit Kameras und allerlei Firlefanz eine nette Tierart, die in Höhlen im Boden wohnt, zu erforschen. Dabei begleiten ihn seine – an ihm interessierte – Kollegin Marci (Kari Hawker), der nette, aber ein wenig naive Kollege Barry (Jason London) und seine Tochter Emmy (Banielle Chuchran), die nur widerwillig mitfährt.

Als allerdings aufkommt, dass in der Region immer wieder Leute spurlos verschwinden, die Schneemobile von einem seltsamen Wesen zerstört werden und die Überwachungskameras der Forscher ein seltsames „Tier“ aufnehmen, wird der Forscherdrang geweckt. Allerdings stellt sich das sehr schnell als vielleicht tödlicher Fehler heraus …

Snowbeast Trash Film

Eigentlich ist mir nicht ganz klar, was „Snow Beast“ jetzt sein will. Anfangs nimmt es sich aus, wie ein netter kleiner Disney-Film, da die Hauptcharaktere (Vater und Tochter Harwood) immerzu ein wenig Zanken, die Zuseher aber merken, dass sich die beiden doch eigentlich total lieb haben und man irgendwie schon erwartet, dass es gegen Ende so etwas wie eine „Versöhnung“ geben wird (da wird man auch nicht enttäuscht). Dazu passen auch die Sterbeszenen mancher Charaktere, die alle sehr billig wirken – vom Kostüm des Monsters mal gar nicht zu reden – und eigentlich eher peinlich sind in der Umsetzung.

Zum Beuispiel wirft das Monster jemanden einen Meter weit und die Person ist tot. Jemand anders kriegt Tatze ins Gesicht, hat einen fünf Zentimeter langen Kratzer und stirbt daran. Budgetgründe? Mag sein. Es wirkt aber trotzdem irgendwie peinlich, und das hätte man selbst mit noch weniger Budget vermutlich besser lösen können. Zumindest wenn man die Szenen besser geschnitten hätte – der Peinlichkeitsfaktor stimmt also soweit schon mal.

Wirklich seltsam finde ich dann doch die Tatsache, dass der Film sich viel Zeit nimmt, um die Charaktere einzuführen und sie so sympathisch zu machen bis es schon fast ein bisschen langweilig wird und das Gefühl aufkommt man sitze vor dem Sonntags-TV und schaue der „himmlischen Familie“ zu. Und dann kommt es doch ganz anders – es sterben Charaktere, bei denen man sicher war, dass die nicht sterben können (glaubt man sich doch mittlerweile in einem Kinderfilm)!

Und das irritiert dann ziemlich. Zum einen ist der Film vom visuellen Gewaltgrad her auf kinderfreundlich getrimmt und auf der anderen Seite sind die Morde dann doch sehr emotional behaftet (denn das kann der Film sehr gut) und wirken dadurch eher brutal und hart – das passt so nicht wirklich zusammen.

Das größte Minus, dass der Film allerdings hat, ist die lange Zeitdauer, in der so gut wie gar nichts passiert. Die ersten fünfzig Minuten sind zwar, wie bereits erwähnt, als Sonntagsfilm sicher nett, aber irgendwie auch so belanglos wie eine deutsche-TV-Soap (wenn auch besser gespielt). Danach passiert zwar einiges, aber auch das ist eher langsam und ohne echte Höhepunkte inszeniert.

„Snow Beast“ bekommt von mir 4 von 10 möglichen Punkten, einen davon nur deshalb, weil mir der Kerl leid tut, der in dem Kostüm stecken musste.

Best of Worst Case-Urteil (Trashfaktor: Effekte, Monster, Szenen):
Einfach zu einem großen Teil langweilig. Sorry. Hätte viel besser werden können – zumindest die Monsterattacken sind unfreiwillig witzig. Und John Schneider ist cool.

Fazit: Für einen Sonntagnachmittag, wenn es draußen regnet oder schneit.

Snow Beast - Überleben ist alles


von Ricki G. Maslar [EuroVideo Medien GmbH]
Preis: EUR 2,93


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