Best Of Worst Case: „Area 51“ aka. „51“ (Filmkritik)

Nachdem die Regierung dem Druck der Öffentlichkeit endlich nachgeben muss, bleibt nichts anderes übrig, als die Tore zur berüchtigten „Area 51“ zu öffnen. Eine ausgewählte Schar an Reportern wird in die Anlage eingelassen und bekommt eine Führung, um ein für alle Mal klarzustellen, dass es dort einfach KEINE Aliens gibt.

Dummerweise beschließt ein „Formwandler“-Alien genau zu diesen Zeitpunkt, zu fliehen und öffnet damit allen möglichen anderen Außerirdischen ebenfalls den Weg. Aus der Publicitytour wird plötzlich ein Kampf ums nackte Überleben.

Area-51

Man kann „Area 51“ bzw. im Original nur „51“ ja viel nachsagen – zum Beispiel, dass die Schauspieler nicht die allerbesten sind, die Alien-Puppen ein einfallsloses Design haben und noch dazu streckenweise wirklich ein wenig bewegungsarm gehandhabt wurden. Von mir aus kam man sogar sagen, dass es an einigen (vielen) Stellen an einem Quäntchen Logik fehlt (hier hört der Sarkasmus wieder auf). Was man dem Film nicht nachsagen kann, ist, dass er keinen Spaß macht. Denn das tut er.

Das „10 kleine Leutchens“-Prinzip gilt auch hier wieder: Man sperre eine Gruppe Leute in eine abgegrenzte Zone und eleminiere sie eine(n) nach der/dem anderen. Dieses Mal wird die Gruppe eben von Aliens bedroht anstatt von einem verrückten Killer. Was keinen allzu großen Unterschied macht, abgesehen davon, dass die Filmemacher die Freiheit haben, sich so richtig beim Design austoben zu dürfen – was sie allerdings (ich schiebe es auf Budget-Probleme) nicht wirklich machen. Die Aliens wirken solide und nett, aber eben streckenweise ein wenig sehr bekannt (andererseits: Wie viele Viecher mit Klauen, Schuppen, Zähnen und Tentakeln kann man denn noch machen, die neu aussehen?).

In manchen Punkten schafft es „Area 51“ allerdings sogar zu überzeugen: Der eine oder andere witzige One-Liner (ich sag nur „This is it! The perfect photograph!“), die eine oder andere coole Kameraeinstellung und sogar ein paar ganz nette Ideen bezüglich der Story machen den Film sehr unterhaltsam.

So gibt es zum Beispiel ein Telepathen-Alien, welches die Menschen bei der Flucht untersützt (bis es etwas Verstörendes entdeckt und sauer wird), oder einen Formwandler, der erst für die ganze Misere sorgt (Ja, Monster, welche die Gestalt von anderen Leuten annehmen können sorgen einfach IMMER für Probleme). Dann gibt es klarerweise noch die kleinen Biester, die einfach alles und jeden fressen und die Erkenntnis, dass dort wo es kleine Biester gibt, auch noch deren Mama sein muss. Und die ist stinkig, wenn man die Kleinen erledigt. Die eine oder andere „Überraschung“ inklusive.

Als Horrorfilm geht der Film natürlich nicht durch, dazu ist er zu wenig spannend – aber er hat mich zumindest für seine 90 Minunten Laufzeit prima unterhalten und ich habe mich – ganz ehrlich gesagt – bei weit größeren Filmen schon weit mehr über Inkompetenz aufregen können/müssen als bei „Area 51“ (siehe „The Darkest Hour„).

Die Schauspieler spielen alle mit dem gebührenden Ernst, der die Sache erst so richtig witzig macht und die Damen sind sogar noch hübsch anzuschauen. So gibt Rachel Miner (bekannt aus der Serie „Supernatural“, in welcher sie in Staffel 7 die Meg spielt) ihr bestes als Wachfrau in der Area 51 (und sie sah zum Drehzeitpunkt noch ziemlich anders aus als bei Supernatural, ich hätte sie nicht erkannt) und darf den Aliens so richtig in den Hintern treten. Vanessa Branch (Giselle aus den „Fluch der Karibik“-Filmen, für Gamer-Fans interessanter: Sie spricht die Beatrice in „Dante’s Inferno“) zeigt als toughe Reporterin wie man überlebt und Jillian Batherson gibt sich ebenfalls keine Blöße (war Teil des furchtbar schlechten „The Reaping“ mit Oscar Preisträgerin Hillary Swank).

Von den Herren der Schöpfung dürfen sich vor allem Bruce Boxleitner (Sheridan aus Babylon 5) die Ehre geben und neben Jason London (Jason und der Kampf um das goldene Vlies) und John Shea (Mutant X) glänzen.

Alles in allem also doch ein paar Namen dabei, die man als Sci-fi-Liebhaber kennt (Sheridan! Meg!) und Leute, denen man gerne dabei zusieht verzweifelt durch Gänge zu rennen und durch dunkle Zimmer zu taumeln, bevor sie dann unweigerlich das Böse bezwingen (oder ihm zum Opfer fallen).

„Area 51“ ist ein kleiner, unterhaltsamer Sci-Fi-Streifen, der die richtigen Boxen tickt und sich problemlos -7 von -10 Punkte verdient hat, vorausgesetzt man erwartet keine 100 Millionen-Dollar-Effekte.


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