Best Of Worst Case: Earthkiller (Filmkritik)

Eine Androidin wacht an Bord einer Raumstation auf und erinnert sich an nichts mehr. Rundherum tote Menschen und wie es aussieht bewegt sich die Raumstation in einem Orbit um die Erde. Es dauert nicht lange, bis klar wird, dass die Station eine Waffe ist, gebaut, um die Erde zu vernichten.

Und auf dem Raumschiff selbst kämpften zwei Fraktionen gegeneinander: Eine will die Erde retten, die andere sie vernichten. Und unsere Androidin sitzt in der Mitte fest. Aber zu wem gehört sie eigentlich? Wer hat sie programmiert? Was ist ihr eigenes Ziel? Schlimm genug, sich diese Fragen stellen zu müssen – noch dazu treiben seltsam mutierte Wesen und Killerroboter ihr Unwesen auf dem Schiff – und bald zählt nur noch das Überleben.

Earthkiller

Selbst hartgesottene Fans der „Best of Worst Case“-Reihe, werden sich hier wohl einen Zahn ausbeißen – dieser Film ist nämlich eine Klasse für sich. Ehrlich gesagt auf einem Niveau, das vermutlich sogar Ed Wood hätte überschreiten können – vorausgesetzt, er hätte in Farbe gefilmt. „Earthkiller“ ist der Film eines Soundeffekt-Mannes, namens Bellware Andrew, der bereits bei 11 Filmen Regie geführt hat. „Earthkiller“ ist der Neueste – und sogar ich schrecke davor zurück mir die 10 anderen anzusehen.

Was den freudigen Trashfan hier erwartet ist einiges und kann vermutlich nur ertragen oder unterhaltsam gefunden werden, wenn man ganz genau weiß, worauf man sich einlässt, denn bei „Earthkiller“ ist alles – und ich meine wirklich alles – schlecht. Das beginnt bei den Darstellern und Darstellerinnen, von der Logik des Drehbuchs über die Effekte bis hin zur Musik und endet bei der Kameraarbeit. Tragisch. Und leider auf solch einem Niveau schlecht, dass es sogar nicht mal mehr witzig ist. Schlichtweg deshalb weil der ganze Schinken – und das ist Hauptproblem – auch einfach keinen Spaß macht.

Bereits die ersten fünfzehn Minuten des Films ziehen sich in die Länge und als ich dachte, jetzt müsste der Film ja bald zuende sein, schließlich hat er ja schon Stunden gedauert hab ich bemerkt, dass er gerade mal 29 Minuten gelaufen ist. Ich habe ihn mir trotzdem bis zum Ende angesehen (dass immerhin schon nach rund 65 Minuten kommt) – und das war das erste Mal seit langem, dass ich wirklich froh war, dass ein Film nicht länger gedauert hat.

Dabei wäre für den „BoWC“-Fan hier sogar einiges zu holen: Da wird jemanden der Kopf weggeschossen und die technische Lösung ist, dass man einen 2D-Blutspritzer über das Bild legt. An sich ja eine gute Idee. Nur wackelt der Kameramann so stark mit der Kamera und der Blutspritzer ist fix ans Kamerabild(!) angepasst (das kann man per Motion-Tracking auf dem Kopf des Schauspielers fixieren) – sodass der Blutfleck mitwackelt, während man immer wieder hinter dem Blutfleck den Schauspieler grinsen sieht. Super! Oder die CGI-Monster-Roboter – im Vergleich sehen ja die Monster aus „Alien Zero“ besser aus – und das will was heißen. Leider sind sie immer nur für den Bruchteil einer Sekunde im Bild und deshalb kann man nicht anständig drüber lachen, sondern sich primär ärgern.

Wirklich toll auch die Szene in welcher sich das „Rätsel“ um die verschwundenen Erinnerungen von Helen (der Androidin) auflöst: Das hätte eine emotionale Szene werden können, zumindest wird uns das so vermittelt, aber die Darstellerin (Robin Kurtz) … wie sage ich das nett? Hm. Sie hat es einfach nicht drauf. Vor allem deshalb ein Problem, weil sie die meiste Zeit im Bild ist und dabei aussieht wie Angela Merkel (Mundwinkel unten, schwer am überlegen, was sie eigentlich grad machen wollte). Das hilft dem Film zu keiner Sekunde.

Die anderen Darsteller schlagen in die gleiche Kerbe, sind aber insofern witziger, weil die genau wissen, dass sie es nicht draufhaben und deshalb sowas von „overacten“, dass es irgendwie wieder witzig ist.

„Earthkiller“ hätte mit den gleichen Schauspielern, den gleichen Effekten und den gleichen Kulissen und sogar der gleichen Musik ein Trash-Hammer werden können – aber die langweilige Inszenierung und der unnötig schnelle Schnitt (die Effekte werden nicht besser, nur weil man sie nicht zeigt) machen den Spaß zunichte. Schade. Da hilft es auch nicht, wenn Robin Kurtz die ersten 15 Minuten des Films nackt herumläuft.

„Earthkiller“ hat sich eigentlich keine Punkte verdient, ich geb ihm trotzdem 1,5 von 10 einfach deshalb, weil ich den Hut vor Leute ziehe, die in ihrem Wohnzimmer mit Bettlaken einen Greenscreen bauen, vor dem sie dann drehen können.

Best of Worst Case-Urteil (Trashfaktor: 9,5):
Ein Lehrfilm darüber, wie man es nicht macht. Das beginnt beim Drehbuch, über die Kamera und die Effekte bis hin zum Schauspiel und dem Schnitt. Ich finde ja an fast allen Filmen etwas Gutes, aber der hier war einfach nicht mehr zu retten.

Fazit: Finger weg. Oder als Negativbeispiel kaufen und daraus lernen.

P.S: Die Effekte aus dem Trailer entsprechen nicht den Effekten im Film. Einige Szenen aus dem Trailer sind nicht mal aus dem Film …

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