Drachenzähmen leicht gemacht 2 – How to train your dragon 2 (Filmkritik)

Inzwischen sind die Drachen für die Wikinger auf der Insel Berk schon mehr zu Haustieren geworden und noch kaum jemand kann sich an die Zeiten erinnern, in denen sie sich bekämpft haben. Die jungendlichen Wikinger haben nun einen neuen Lieblingssport: Drachenrennen. Nur der junge Wikinger Hiccup (Jay Baruchel) hat daran nicht soviel Freude, denn er wird von seinem Vater in die Rolle des neuen Häuptlings gedrängt und geht so lieber gemeinsam mit seinem Drachen Toothless auf Erkundungsflüge in die weite Welt hinaus.

Bei diesen Flügen entdeckt er nicht nur ferne Länder und bisher unbekannte Drachen, sondern trifft auf seine totgeglaubte Mutter, die sich all die Jahre gemeinsam mit hunderten Drachen versteckte. Doch bald kommt es zu einem Kampf um den Frieden auf Berk, denn der Bösewicht Drago plant das Dörfchen zu erobern und ihre Drachen zu stehlen.

June 20th, 2014 @ 02:38:26

Oh, war das ein Spaß. Eigentlich habe ich fast die ganze Spielzeit durch gelächelt oder gelacht. Die Fortsetzung von „Drachenzähmen leicht gemacht“ war für mich ein voller Erfolg und mit „Captain America 2“ die bis jetzt beste Fortsetzung des Jahres 2014 und ist dadurch, dass er sich qualitativ nicht hinter dem ersten Teil verstecken muss, eine willkommene Ausnahme. Er basiert auf einer 12-teiligen Kinderbuch-Serie der britischen Autorin Cressida Cowell, die in ihren Büchern Geschichten von tapferen Wikingern und Drachen erzählt, wobei die Filme mit den Büchern aber nicht allzu viel zu tun haben.

Während der erste Teil von der Thematik noch relativ heiter ist, wirkt die Thematik in diesem Film um einiges erwachsener. Man wird ungefähr zur Mitte des Films mal recht unsanft durch einen Tod daran erinnert, dass auch im Wikinger-Land nicht alles immer eitel Sonnenschein ist. Für Kinder finde ich ihn im Gegensatz zum ersten Teil nur mehr bedingt geeignet, da es stellenweise (zumindest für einen Animations-Film) schon ziemlich brutal zugeht und ich mir auch vorstellen könnte, dass sich kleinere Kinder bei einigen Szenen so richtig fürchten könnten. Offensichtlich hatte man die Vorstellung, dass gemeinsam mit Hiccup (der im Film inzwischen 20 Jahre alt ist) in den letzten 5 Jahren auch das Publikum älter geworden ist.

Dean DeBlois musste hier ohne seinen Co-Regisseur (Chris Sanders arbeitete an dem Film „Die Croods“ und fungierte hier nur als Executive-Producer) vom ersten Film auskommen, schaffte es aber auch im Alleingang, wieder wunderschöne Bilder auf die Leinwand zu zaubern. 3D kam vor allem bei den rasanten Drachen-Rennen voll zur Geltung und gibt das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein. Dort wird zwar ordentlich Tempo gemacht, aber alles passiert „langsam“ genug, um noch alles ohne Probleme wahrnehmen zu können.

DeBlois macht es seinem Publikum recht leicht Gut und Böse auseinander zu halten – so sind die Guten hell und farbenfroh animiert, während die Bösen blass und eher grau aussehen. Es sind auch einige neue Charaktere hinzugekommen, die diese Fantasy-Welt wirklich bereichern. So lernt man Hiccups tot geglaubte Mutter kennen und dadurch eine Vielzahl von anderen Drachenarten, die unter ihrem Schutz stehen. Ein dritter Teil ist schon fix, immerhin war es DeBlois Bedingung für den zweiten Teil, dass er das ganze dann zu einer Trilogie ausbauen kann (was haben alle nur mit der Zahl 3?).

Hiccup ist nun 20 Jahre alt und spürt den Druck, irgendwann Nachfolger seines Vaters zu werden, den ihn eher früher als später zum Häuptling machen will. Hiccup flüchtet sich deshalb immer wieder in diverse Erkundungstouren, bei denen er dann eindrucksvoll einige seiner Erfindungen vorführt. Er hat nun eine Beziehung mit Astrid, seinem Schwarm aus dem ersten Teil und die beiden sind ein wirklich süßes Paar.

Toothless ist nach wie vor nicht nur eines der optischen Highlights des Films. Oft scheint er hochintelligent, nur um sich dann wie ein Hund zu verhalten, der Stöckchen spielt, oder sein Herrchen abschleckt. Durch seine tiefschwarze Farbe hebt er sich deutlich von der restlichen Drachenriege ab und leider scheint er der einzige seiner Art zu ein. Am Ende des Films lernt man Toothless dann von einer anderen (blau glühenden) Seite kennen, als er Hiccup mit aller Macht verteidigt.

In der englischen OV ist die Synchronisation wieder einmal beeindruckend gut. Jay Baruchel (This is the End) spricht Hiccup, Gerard Butler (Movie 43) seinen Vater Stoick und America Ferrera (Ugly Betty) die Drachen-Reiterin Astrid. Neu dazu gekommen ist Cate Blanchett (The Hobbit) als Valka und Kit Harington (Pompeii), der den Drachenjäger Eret spricht.

John Powell komponierte auch hier den Soundtrack, nachdem er für seine herausragende Arbeit am ersten Teil seine erste wohlverdiente Oscar-Nominierung bekam. Mit einem 120 Mann starken Orchester und einen 100 Stimmen starken Chor untermalte er den Film perfekt und komponierte einen absolut mitreißenden Soundtrack, der mit dröhnenden Trommeln, Harfen, Dudelsack-Klängen und Flöten punkten kann.

Fazit: Ein toller Film, der über seine 102 Minuten Laufzeit nie langweilig ist und konstant gut unterhält. Der Film ist zwar in sich abgeschlossen, aber man merkt, dass da noch mehr kommen wird – etwas, auf das ich mich schon freue.

Dieser Film bekommt von mir 8,5/10 erwachsen werdende Punkte.


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