Drachenzähmen leicht gemacht – How to train your dragon (Filmkritik)

Auf der kleinen Insel Berk hoch oben im Norden, müssen Wikinger ihre Insel vor wilden Drachen beschützen, die ihnen das Leben zur Hölle machen, indem sie ihr Dorf verwüsten und die Schafherden dezimieren. Auch der schmächtige Teenager Hiccup (Jay Baruchel), ist Feuer und Flamme für die Drachenjagd – doch hat der eher schmächtig gebaute Bursche im Umgang mit Waffen zwei linke Hände, sehr zur Enttäuschung seines Vater Stoick (Gerard Butler), der der Häuptling des Wikingerstammes und ein berühmter Drachenjäger ist.

Um sich seinem Vater zu beweisen, versucht er eine „Night Fury“ zu fangen, eine sehr gefährliche Drachenart. Tatsächlich gelingt es dem jungen Wikinger den nacht-schwarzen Drachen von Himmel zu holen und gerade als er ihn töten will, schaut ihn der Drache tief in die Augen. Nun kann und will Hiccup den Drachen nicht töten und gibt ihm auch gleich einen Namen: Toothless. Einige Zeit vergeht und die beiden werden so etwas wie Freunde. Doch niemals würde sein Vater das akzeptieren.

HTTYD

Nachdem Dreamworks die „Shrek“-Serie zum Abschluss gebracht hatte, war es Zeit einen Nachfolger zu finden und zwar schnell, um der Konkurrenz (Pixar, Disney) nicht komplett das Feld zu überlassen. Schnell war ein würdiger Nachfolger gefunden, in Form einer 12-teiligen Kinderbuch-Serie der britischen Autorin Cressida Cowell, die die Geschichte von tapferen Wikingern und Drachen erzählt. Der Plot hielt sich in der Entwicklungsphase sehr an die Buch-Vorlage, wurde aber dann geändert, damit der Film nicht nur das ganz junge Publikum ins Kino lockt, sondern wie „Shrek“ Jung und Alt gleichermaßen begeistert. Und ich muss sagen, das ist ihnen gut gelungen. Komplett verzichtet wurde auf die Pop-Culture Referenzen, die in „Shrek“ gerade das ältere Publikum zum Lachen brachte, was aber den Spaß nicht minderte.

Haupt-Protagonist Hiccup ist sofort sympathisch. Als Außenseiter, dem keiner etwas zutraut, dessen Optik nicht gerade furchteinflößend ist und der denkt bevor er agiert, kämpft er konstant gegen Widerstand. Er gibt sein Bestes, um sein Dorf vor ständigen Drachenangriffen zu verteidigen, stößt jedoch schnell an seine Grenzen und so grübelt er lieber über komplizierten Bauplänen abenteuerlicher Maschinen, anstatt sich wie ein echter Wikinger mit den geflügelten Erzfeinden seines Stammes zu kloppen.

In Punkto Animation braucht sich „Drachenzähmen leicht gemacht“ keineswegs vor der Konkurrenz verstecken. Toothless, der Drachen, mit dem sich Hiccup anfreundet, ist wirklich ein Augenschmaus. Dank seiner dunklen Farbe, die ihn bei nächtlichen Angriffen beinahe unsichtbar macht, hat er von den Wikingern den Spitznamen „Night Fury“ bekommen. Er hat mindestens so viel Mimik wie ein Mensch und trotz seiner dunklen Färbung kann man jedes noch so kleine Detail erkennen. Er wirkt wie eine Mischung aus einer Kaulquappe und einem schnurrenden Kätzchen. Toothless heißt er übrigens, weil Hiccup anfangs fälschlicherweise glaubt, der Drache habe keine Zähne.

Während des Filmschauens dachte ich mir noch, dass er stellenweise ein bisschen aussieht wie Stitch aus „Lilo & Stitch“, was sich durch die Beteiligung der Drehbuch-Autoren/Regisseure von „Lilo & Stitch“ erklärte, und zwar Chris Sanders (The Croods) und Dean DeBlois, die auch hier gemeinsam Regie führten und am Drehbuch mitarbeiteten.

Eigentlich sind alle Drachen sehr schön anzusehen, wenngleich keiner so beeindruckend ist, wie Toothless. In allen Variationen und Farben, teilweise zwei Köpfen, verschiedenen Figuren (es gibt durchaus stämmige Drachen!), man hat hier das Gefühl, man wäre in eine andere Welt gesogen worden. Auch die Menschen sind bis ins letzte Detail animiert und man scheut auch nicht davor zurück, einigen Figuren fehlende Körperteile zu verpassen, was den Wikingerkämpfern einen Hauch von Pathos verleiht.

3D ist vor allem in den rasanten Flugszenen schön anzusehen und macht Spaß. Spaß kommt auch ansonsten nicht zu kurz und vor allem die Interaktionen zwischen Hiccup und Toothless sind einige der lustigsten des Films. Auch die Szenen, wenn er die Drachen in der Arena durch Insider-Tricks besiegt, brachten mich mehr als einmal laut zum lachen.

John Powell, der sich für den Soundtrack verantwortlich zeigte, erhielt für seine tolle Arbeit seine erste Oscar-Nominierung. Mit Dudelsack-Klängen und dröhnenden Trommeln komponierte er einen mitreißenden Soundtrack, der den Film perfekt untermalt.

In der englischen OV ist die Synchronisation beeindruckend gut. Jay Baruchel (This is the End) spricht Hiccup, Gerard Butler (Movie 43) seinen Vater Stoick (mit breitem, ich denke schottischen Akzent) und America Ferrera (Ugly Betty) die jugendliche Wikinger-Kämpferin Astrid (gleiches Recht für Alle!).

Fazit: „Drachenzähmen leicht gemacht“ wurde nach anfänglichen Zweifeln zu einem meiner Lieblingsfilme. Die perfekte Animation erweckt eine ganze Welt zum Leben, die gleichzeitig sonderbar und wunderbar ist. Derzeit ist der zweite Teil im Kino und Juni 2016 scheint schon fix ein dritter Teil ins Kino zu kommen.

Dieser Film bekommt von mir 8,5/10 (un)gezähmten Punkten.

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