Best Of Worst Case: Ragin Cajun Redneck Gators – Mega Alligators: The New Killing Species (Filmkritik)

Avery (Jordan Hinson) kommt aus der Großstadt ins tiefste Hinterland um ihre Familie wieder einmal zu besuchen. Dabei trifft sie auch auf ihre ehemals große Liebe, der aber leider einer Sippe angehört, mit der die eigene Verwandtschaft so richtig seit Jahr und Tag zerstritten ist. Pech.

Noch mehr Pech, da seltsam mutierte Krokodile gerade damit beginnen auf die Menschen Jagd zu machen. Und es sind keine normalen Krokodile, denn diese hier sind zum einen intelligenter als viele andere und zum anderen können sie sogar Pfeile aus ihren Schwänzen schießen.

Zum Glück sind ja alle Hillbillys Waffennarren und die Jagd kann losgehen. Wenn es da nicht dieses seltsame Gefühl gebe, als wären diese Tiere früher vielleicht mal … menschlich gewesen?

Rajin Cajun Redneck Gators - Mega Alligators- The New Killing Species

Ja, der Film ist so irre, wie er hier klingt. Das gleich vorweg. Das ist auch genau die Sache, die ihn so richtig super macht. Es gibt hier keine Grenzen, außer den Fähigkeiten mancher Schauspieler/innen und dem Budget. Der Irrsinn beginnt auch relativ bald im Film und es dauert auch nicht lange, bis man als geübter Zuseher weiß, was los ist. Dass trotzdem ein paar Szenen vorkommen, mit denen ich so nicht gerechnet hatte, dass finde ich mehr als löblich. Immerhin kann ich ja doch von mir behaupten, den einen oder anderen Trashfilm schon gesehen zu haben.

Wer „Black Sheep“ kennt, der (oder die) kann sich ziemlich sicher an das „Wer-Schaf“ erinnern. Ähnliches kommt hier vor und wird dann gegen Ende sogar noch ein wenig darüber hinaus getrieben.

Der Film lebt von ein paar Dingen, die ihn (von der technischen Seite abgesehen) richtig gut machen – zum einen die Darsteller, die allesamt ihr Bestes geben (was bei einigen bedeutet, dass sie im tiefsten Hinterwäldler-Slang losschwafeln). Klar vorn dabei natürlich Jordan Hinson, die erstens ein Hingucker ist und zweitens mächtig Spaß dabei gehabt zu haben scheint, die Powerfrau in der Männerwelt zu sein.

Die Szenen selbst – ich habe mich keine Minute gelangweilt. Entweder werfen sich die Charaktere gemeine Oneliner entgegen, bedrohen sich gegenseitig mit Waffen oder werfen schon mal den Lieblingshund der Mutter „zur Ablenkung“ einem Alligator ins Maul, während die Mama halb in Ohnmacht fällt.

Die Verwandlungen sind jetzt nicht großartig ausgearbeitet, sehen aber okay aus und das CGI hab ich schon besser und auch schon schlechter gesehen. Das trage ich dem Film aber nicht nach, da das Tempo der Inszenierung stimmt und es tatsächlich bis zum (vorhersehbaren) Showdown nicht langweilig wird. Es gibt sogar ein paar … naja, Story-Twists würde die Sache übertreiben, aber zumindest ein paar Geschehnisse, die ich nicht erwartet hatte und ich ziehe den Hut vor den Machern, dass sie diese tatsächlich bis zum Ende durchgezogen haben. Scheinbar ist es wirklich so, dass Trashfilme politisch weit unkorrekter sein dürfen als Mainstream-Filme, was mit ein Grund ist, warum ich die Dinger so liebe.

Im Nachhinein sollte mich das auch nicht wundern, immerhin ist der Mann hinter dem Projekt niemand anders als Griff Furst, der auch Regie bei „Lake Placid 3“, „Swamp Shark“, „Arachnoquake“ und „Ghost Shark“ geführt hat. Das „Ghost Shark“ für mich ein Hai-Light war, ist ja allen Lesern bekannt und auch die anderen genannten Filme haben mich gut unterhalten.

Also – alles paletti, die Welt ist in Ordnung und wenn Griff Fursts nächster Film „Starve“ auch wieder ähnlich unterhaltsam wird, dann hab ich einen neuen „von dem kauf ich jeden Film, auch wenn ich nichts darüber weiß“-Regisseur.

„Ragin Cajun Redneck Gators“ aka „Mega Alligators“ bekommt von mir 8,5 von 10 möglichen, Wer-Krokodile durch die Sümpfe jagende, Punkten.

Best Of Worst Case-Urteil (Trashfaktor: Effekte):
Flott inszeniert, mit genug absichtlichem Humor versehen und mit motivierten SchauspielerInnen aufgebessert, kann der (Trash)Tierhorrorfreund, der bei schlechten Effekten zugunsten von schrägen Ideen gern mal ein Auge zudrückt, sofort zugreifen.

Fazit: Freunde von trashig-absichtlich-witzigem Tierhorror – unbedingt reinschauen!

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