Winter’s Tale (Filmkritik)

Peter Lake (Colin Farrell) ist ein irischstämmiger New Yorker Einbrecher zu Beginn des 20. Jahrhunderts, der während einer seiner Raubzüge, auf die schöne Beverly Penn (Jessica Brown Findlay) trifft. Er verliebt sich unsterblich in sein vermeintliches Opfer, die Erbin eines beträchtlichen Familienvermögens ist. Doch ihre Liebe währt nicht lange, Beverly stirbt nach kurzer Zeit in Peter’s Armen, bleibt jedoch immer in Peters Herzen, auch als dieser sein Gedächtnis verliert und 100 Jahre lang ohne zu altern durch New York streift.

Er weiß noch nicht einmal seinen Namen. Durch einen Zufall lernt er Virginia (Jennifer Connelly) kennen und begibt sich mit ihr auf die Suche nach seiner Vergangenheit. Als er plötzlich ein mehr als hundert Jahre altes Foto von sich und Beverly entdeckt, keimen erste Erinnerungen auf.

Winters Tale Film

Wenn ein Regisseur wie Martin Scorsese einmal einen Film ablehnt, weil er ihn als unverfilmbar betrachtet, ist das schon eine sehr deutliche Ansage. Genau das passierte, als man ihm anbot, das Buch „Winter’s Tale“ zu verfilmen. Der Meisterregisseur kaufte anfangs die Filmrechte zu dem 1983 erschienenen Buch, nur um sie wenig später mit obiger Begründung wieder abzugeben. Man kann sich aber ohnehin kaum vorstellen, was für ein Film es geworden wäre, hätte man den Schöpfer von „Taxi Driver“ und „Goodfellas“ auf eine mit fliegenden Pferden bevölkerte Liebesgeschichte los gelassen.

Stattdessen ließ man einen selbst ernannten, unsterblichen Romantiker ans Werk – Akiva Goldsman. Goldsman, ein durchaus erfahrener Drehbuch-Autor, gab mit „Winter’s Tale“ sein Debut als Regisseur und verwirklichte so ein Herzensprojekt. Da nahm der Oscar-Preisträger (für das Drehbuch zu „A Beautiful Mind“) auch die satte Kürzung des Budgets von ursprünglich 75 auf nur noch 46 Millionen Dollar in Kauf, doch immerhin standen ihm mit Colin Farrell, Russell Crowe und Jennifer Connelly trotzdem drei hochkarätige Schauspieler für die Hauptrollen zur Verfügung. Optisch sieht alles gut aus, wenngleich es nicht die Detailverliebtheit von „Stardust“ hat. Trotz alledem wirkt es hin und wieder ziemlich künstlich und gerade beim Setting im Schnee merkt man, dass in sommerlichen Temperaturen mit Kunst-Schnee gedreht wurde.

Beim Casting zeigte sich, dass durchaus talentierte Schauspieler nicht jede Rolle spielen können. Colin Farrell (Total Recall) als Peter war hier eindeutig fehl besetzt, denn in welcher Welt, nimmt man dem 38-jährigen einfach keinen 21-jährigen ab, vor allem wenn auf verjüngendes CGI verzichtet wird. Da mutet dann auch die Liebesgeschichte zu Co-Star Jessica Brown Findley schon sehr seltsam an. Weiters lenkte seine unmögliche Frisur zum Teil schon sehr ab und machte es so noch schwerer, sich auf seinen seltsamen irischen Arbeiter-Slang zu konzentrieren. Überhaupt schaute er immer so verschreckt in die Kamera, dass man schon fast Mitleid mit ihm hatte.

Jessica Brown Findlay als Beverly, die große Liebe von Peter, machte ihre Sache sehr gut. Sie hat ja durch ihre Rolle in „Downton Abbey“ durchaus Erfahrung mit Rollen, die in der Vergangenheit spielen und war die perfekte Besetzung für die an Schwindsucht leidende Schönheit. Die schöne Engländerin strahlt Unschuld und Grazie aus – und weckt damit verständlicherweise die Beschützerinstinkte von Peter, der sich Hals über Kopf in Beverly verliebt.

Russell Crowe (Les Misérables), meine Güte, schon lange habe ich den Australier nicht mehr so schlecht gesehen. Er nuschelt in einer Tour und zeigt dem Zuschauer, wie böse sein Charakter ist. Das war es aber auch schon, er ist nichts außer böse und das ist langweilig und eindimensional. Dem Oscar-Preisträger hätte man durchaus ein bisschen mehr zutrauen können, als so hemmungsloses Over-Acting wie er es hier zeigt. Will Smith (After Earth), der zwei Szenen als Luzifer hat, fällt in die selbe Kategorie und schreit sich so halb durch seinen Text.

Jennifer Connelly (The Rocketeer) kommt erst in der zweiten Hälfte des Filmes vor und schafft es kaum im Gedächtnis zu bleiben, was so weit geht, dass ich schon jetzt den Namen ihres Charakters vergessen habe. Sie spielt auf jeden Fall eine um ihre an Krebs erkrankte Tochter besorgte Mutter, die Peter aufgabelt, nachdem er 100 Jahre lang ohne Gedächtnis umher irrte und hilft seinen Erinnerungen auf die Sprünge.

Fazit: Man merkt, dass jemand mit Herz an der Sache war, aber das Endprodukt lässt einfach zu wünschen übrig. Ein über große Teile schlecht besetzter Cast reduziert die Qualität des Filmes deutlich und nimmt dem eigentlich epischen Märchen rund um ewige Liebe und fliegende Pferde seinen Zauber und zieht es dadurch, dass sehr dick aufgetragen wurde (im Kitsch-Department), ein wenig ins Lächerliche.

Dieser Film bekommt von mit 5/10 nicht wirklich zauberhafte Punkte.


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