The Handmaid`s Tale (Serienkritik)

Amerika ist Geschichte! Nach einem Staatsstreich durch die Söhne Jakobs, einer christlich-fundamentalistischen Gruppierung, ist alles anders. Der Präsident und alle Mitglieder des Kongresses werden ermordet und die Verfassung außer Kraft gesetzt. An ihrer statt tritt die Republik Gilead. Dort ist die Stellung der Frau eine komplett andere: Frauen dürfen kein Eigentum besitzen und haben sich dem Mann vollständig unterzuordnen. Ihre einzige Aufgabe und Pflicht ist das Gebären von Kindern. Offred (Elisabeth Moss) ist eine der wenigen fruchtbaren Frauen in Gilead und soll für ein reiches Paar ein Kind empfangen…

Im April 2016 gab die Streaming Plattform Hulu bekannt, dass sie den Roman „The Handmaid`s Tale“ in eine Serie verwandeln würden. Obsessiv wie ich nun mal bin, machte ich mich gleich daran, das Buch dass von Margaret Atwood geschrieben wurde und schon 1985 erschien, zu lesen, gab aber bald auf, da mich der Roman nicht zu fesseln vermochte.

Der doch recht illustre Cast spricht aber eindeutig für die Serie und so war mir von vornherein klar, dass ich die Serie sehen werde. „The Handmaid`s Tale“ erzählt eine recht trostlose Geschichte, die bei garantiert niemanden für gute Laune sorgen wird. Inzwischen habe ich die ersten drei Folgen gesehen und bin schon mal begeistert.

Alleine die Optik lässt sofort ahnen, dass dies trostlose Zeiten sind. Die Welt wirkt ausgebleicht und es scheint als sei gemeinsam mit der Farbe auch jedwede Fröhlichkeit geschwunden. Die einzigen Farbklekse sind die blutroten Roben der Mägde, was mich an einen Horrorfilm erinnerte.

Die Handlung ist interessant, aber wegen einiger Teile wird man jeden Fall den Kopf schütteln, weil es so absurd wirkt. Die Frau eines Kommandanten, die Wehen vortäuscht, während ihre Magd das Kind zur Welt bringt, ist mir hier am Besten im Gedächtnis geblieben.

In der Zukunft sind Kinder absolute Mangelware und nach einem Staatsstreich der Gruppe „Söhne Jakobs“ erlangt diese radikale religiöse Gruppe die Macht und die Republik Gilead entsteht. Unter der neuen Herrschaft werden Frauen komplett entmachtet und quasi zum Eigentum der Männer erklärt. Fruchtbare Frauen werden zu Gebärmaschinen gemacht, die einflussreichen Paaren Kinder gebären sollen. In dieser Stellung werden sie sogar ihres Namens beraubt und nach ihren „Eigentümer“ benannt (Offred = Of Fred).

Offred wird fantastisch von Elisabeth Moss (High-Rise) gespielt, die manchen aus der mehrfach preisgekrönten Serie „Mad Men“ bekannt sein könnte. Perfekt spielt sie die gleichgültige Fassade ihres Charakters, aber wenn man genau hinsieht, kann man erkennen, dass man ihr das unabhängige Denken nicht ausgetrieben hat. Oft kommen ihre Bemerkungen aus dem Off, denn ihr Charakter darf eigentlich niemals öffentlich ihre Meinung kundtun. Normalerweise bin ich kein Fan dieses Stilmittels, doch hier fügt es sich sehr natürlich in die Serie ein und ihre Gedanken triefen nur so von Sarkasmus, Wut und Widerstand, was Offred gleich doppelt sympathisch erscheinen lässt.

Ebenfalls eine Magd ist Ofglen, die von Alexis Bledel (Gilmore Girls) gespielt wird. Das „Gilmore Girl“ hier zu sehen ist wirklich faszinierend, vor allem weil sie so anders ist, als die Rolle, die sie berühmt gemacht hat. Sie scheint anfangs eine devote Bürgerin Gileads zu sein, bis sie eines Tages offenbart, in einem Geschäft hätte es früher Eis gegeben, das besser als Sex war. Als devote Bürgerin ist sie bis dahin absolut glaubwürdig und man versteht warum Offred mal kurz mit offenem Mund staunt, als sie erkennt, dass Ofglen keine hohle Marionette ist.

Serena Joy, die Frau des Kommandanten Fred wird von Yvonne Strahovski (I, Frankenstein) gespielt, die es gut schafft, die Abscheu zu zeigen, die sie Offred gegenüber empfindet, denn sie muss ihren Mann Fred (Joseph Fiennes) notgedrungen mit Offred teilen und sogar dabei sein, wenn er mit ihr schläft um ein Kind zu zeugen. In einer Minute ist sie zuckersüß, in der nächsten sperrt sie Offred ein weil sie nicht schwanger ist. Sie ist eindeutig eine Frau, die man fürchten muss.

Fazit: „The Handmaid`s Tale“ ist absolut sehenswert!

Diese Serie bekommt von mir 8,5/10 die Rebellion nicht aufgebende Punkte.


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