Der Sternwanderer – Stardust (Filmkritik)

Tristan (Charlie Cox) verspricht seiner Angebeteten (Sienna Miller) einen Stern, der vom Himmel gefallen ist, zu holen. Der Haken an der Sache: der Stern fiel auf den Grund des Königreichs von Stormhold, das von Fantasiegestalten wie Hexen bevölkert und vor „Normalsterblichen“ geheim gehalten wird. Weiters ist der Stern nicht wie erwartet ein hübscher Stein, sondern ein wunderschönes Mädchen namens Yvaine (Claire Danes), das alles andere als begeistert ist, dass sie so unsanft aus dem Himmel gerissen wurde. Nun beginnt eine Reise, auf der sie allerhand Abenteuer erleben, werden sie doch von einer Hexe namens Lamia (Michelle Pfeiffer), die sich von dem Verzehr des Sterns ewige Jugend verspricht und einigen anderen finsteren Gestalten verfolgt.

Stardust

Es war einmal. So fangen die meisten Märchen an. Doch dies ist nicht nur ein bloßes Märchen. Es ist vielmehr eine märchenhafte Fantasy Komödie, die sich für mich zu einem der Höhepunkte des Jahres 2007 entwickelte und mich im Kino wirklich extrem positiv überraschte. „Der Sternwanderer“ basiert auf dem gleichnamigen Bestseller des britischen Fantasyautors Neil Gaiman.

Für die Verfilmung der märchenhaften Liebesgeschichte schickt Regisseur Matthew Vaughn („Kick Ass„, „X-Men Erste Entscheidung„) eine hochkarätiger Besetzung an den Start– darunter Michelle Pfeiffer, Rupert Everett, Peter O’Toole und Robert de Niro. Mit viel Liebe zum Detail schafft es dieser clever erzählte Film auch dem Griesgrämigsten unter uns ein Lächeln zu entlocken, was den „Der Sternwanderer“ zu einem optimalen Erlebnis für die derzeitige eher düstere Jahreszeit macht.

Einige kreative Ideen heben den Film und vermutlich auch den Roman von der Masse ab. Da werden Blitze eingefangen, die dann auf einem Markt verkauft werden sollen. Wenn man Haare schneidet, werden die schon mal länger anstatt kürzer. Piraten haben ein multifunktionelles Schiff, das sowohl fliegen als auch im Wasser schwimmen kann. Sterne beobachten Menschen und mithilfe von Kerzen kann man in Windeseile an jeden gewünschten Ort reisen. Sehr genial waren die Auftritte der getöteten Prinzen, die als Geister das Geschehen kommentierten.

Zwar kann dieser Film in seinen Hauptrollen nicht unbedingt mit Top-Stars punkten, sondern vielmehr durch engagierte (mehr oder weniger) Newcomer. Claire Danes (Homeland) als Yvaine war eine tolle Wahl. Wenn sie die leicht zickige und nicht auf den Mund gefallene Version eines Sternes gibt, kann man nicht anders, als zu schmunzeln.

Auch Charlie Cox (Boardwalk Empire) macht seine Sache sehr gut und überzeugte durch seinen wahrlich gelungenen Wandel vom schüchternen Jugendlichen zum selbstbewussten und zielstrebigen Mann. Schon lange habe ich keinen Schauspieler mehr mit einem derart unvorteilhaften Haarschnitt gesehen, wie den, den er am Anfang des Filmes trägt. Wenn er sich mit seiner Filmpartnerin kabbelt, erinnert man sich unbewusst an seine eigene Kindheit (zumindest bei mir war es so).

Michelle Pfeiffer (Malavita) als Hexe, die der ewigen Jugend nachjagt, gelang mit dieser Rolle ein eindrucksvolles Comeback. Nicht schlecht sag ich da!! Wie sie da ab und zu herum keift ist wirklich sehenswert. Ein Glück, dass ihrer Rolle gegenüber dem Roman ausgebaut wurde. Zu der Hexe, die der ewigen Jugend hinterher rennt, kann man einige Parallelen zu den derzeitigen Schönheitsidealen ziehen, die in der Entertainment-Industrie quasi schon dazu gehören.

Doch wer auch sehr beeindruckt hat, um nicht zu sagen, dass er eines der Highlights des Film war, ist Robert de Niro (Silver Linings Playbook) als Captain Shakespeare. Wann immer er als Captain auftaucht, stiehlt er seinen Mit-Stars eindeutig die Show. Der nach außen hin fiese Schurke verheimlicht der Öffentlichkeit und seiner Mannschaft seinen butterweichen Kern und seine Vorliebe für hübsche Frauenkleider, enge Korsetts und Make-Up. Der zweifache Oscar-Gewinner, der ja früher eher auf harte Rollen wie etwa in Der Pate, Taxi Driver und Heat abonniert war, zeigt hier, dass in ihm unerwarteter Weise ein Komiker steckt.

Auch die kleinsten Nebenrollen sind mit Stars wie Oscar-Preisträger Peter O‘ Toole (Lawrence of Arabia) als König von Stormhold oder Rupert Everett (Shrek 2) als dessen Sohn Secundus sehr gut besetzt. Sienna Miller (G.I. Joe), die bereits für Vaughns ersten Film „Layer Cake“ vor der Kamera stand, ist als Tristans Angebetete Victoria mit von der Partie. Nicht vergessen sollte man Mark Strong (Robin Hood) als Septimus, der hier eine seiner ersten größeren Film-Rollen spielte. Ian McKellen (Der Hobbit) als Erzähler sorgt auch für die richtige Stimmung.

Fazit: Mit diesem Film wird so manches Genre bedient: Action, Comedy, Fantasy und auch ein bisschen Drama. Eine wirklich gelungene Mischung. Alles in allem: ein toller Film!!!! Und zu guter letzt noch eine Frage: „Are we human because we gaze at the stars, or do we gaze at them because we are human?“

Dieser Film bekommt von mir 8/10 sternengleichen Punkten.


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