The Black Waters of Echo’s Pond (Filmkritik)

Es hätte eine entspannte Party werden sollen, aber die neun „Freunde“, die sich auf der privaten Insel zum Feiern einfinden, entdecken ein altes Brettspiel im Keller, das fantastisch gemacht ist und ein Menge Spaß verspricht. Das Spiel ist eine Art altmodisches „Truth Or Dare“ und nachdem ja niemand was Besseres vorhat, beginnen die Teens zu spielen.

Durch die seltsamerweise extrem passenden Fragen, welche die Teilnehmer vom Stapel abheben, werden allerdings Wahrheiten ans Tageslicht befördert, die aufzeigen, wie wenig sich die Anwesenden eigentlich tatsächlich mögen und nach und nach nehmen die verheerenden Verstrickungen ihren Lauf …

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Die Grundidee zu „The Dark Waters Of Echo’s Pond“ ist weder neu, noch sonderlich kreativ. Im Grunde läuft es auf eine Variante von „Jumanji“ hinaus, die allerdings eine gänzlich andere Zielgruppe bedient, denn der Film ist brutal und blutig.

Was ich in der Zusammenfassung weggelassen habe, ist der Prolog, der Forscher bei einer Ausgrabung zeigt, wie sie das Spiel entdecken und dazu gebracht werden, sich gegenseitig zu töten – spannend insofern, weil dieser Teil des Films nicht so richtig zum Rest passen mag, aber naja – wer unbedingt eine Backstory braucht soll sie halt bekommen.

Regisseur und Mit-Autor des Drehbuchs Gabriel Bologna ist üblicherweise eher als Schauspieler tätig, führt nebenbei aber immer wieder einmal Regie. In diesem Fall kann sich die Riege an Darstellern sogar (halbwegs) sehen lassen. So geben sich zum Beispiel Robert „Terminator 2“ Patrick, Danielle Harris („Rob Zombies Halloween“, „Last Boy Scout“ – ja, die Filmtochter von Bruce Willis und „Laid To Rest 2: Chromeskull“), James Duvall („Alyce – außer Kontrolle“, „Donnie Darko“ – er spielt Frank, den Hasen) und die netten, durchgeknallten Avellan-Zwillinge aus „Planet Terror“ ein Stelldichein.

Der Film ist auch durchaus gut gemacht – ein paar der Gore bzw. Splatterszenen sind wirklich heftig anzusehen und auch vor Folter wird nicht zurückgeschreckt. Dafür sind manch andere Szenen wieder wirklich billig und peinlich gemacht (der Abtritt der Zwillinge ist eher peinlich). Danielle Harris kann beweisen, dass sie einen Film dieser Sorte problemlos stemmen kann (als ob wir das nicht eh schon wüssten), Jams Duvall darf einen absolut unbeliebten Typen spielen und alle anderen können und dürfen auch nach und nach langsam in den Wahnsinn gleiten.

Mein Hauptproblem mit dem Film ist allerdings, dass die Gründe weshalb sich die Leute an die Gurgel gehen teilweise wirklich an den Haaren herbeigezogen worden sind – sicher: Der Hintergrund mit der dämonischen Kraft erklärt diese Kleinigkeit gekonnt, schließlich sind sie ja irgendwann (fast) alle nicht mehr sie selbst, aber für mich stellt es doch ein Manko dar. Vor allem da die Leute ja als „Freunde“ da hinfahren und dann doch streckenweise (ich sag nur: Folter) extrem reagieren.

Man darf mir jetzt gerne vorwerfen, ich hätte den Film nicht verstanden, aber ich glaube, dass es allen so geht, dass sie hin und wieder den Kopf schütteln dürfen – wenn Menschen zB Visionen mehr glauben schenken als ihren sogenannten Freunden, dann läuft einfach was falsch („Weil sie ja nie Freunde waren – alles nur Maskerade“-Einwände lasse ich jetzt nicht gelten).

Sei es drum – der Film ist über weite Strecken spannend gemacht und hat mich gut unterhalten, auch wenn er wenig Überraschungen in Punkto Spannung bereithielt, so hat er zumindest ein paar Überraschungen innerhalb der – vernachlässigbaren – Handlung geboten. Ich habe zum Beispiel nicht damit gerechnet, dass … hehe, nein, das verrate ich euch nicht. Das Ende ist allerdings mehr als nur billig (nicht vom technischen, sondern vom kreativen Standpunkt aus).

„The Dark Waters Of Echo’s Pond“ bekommt von mir klare 6 von 10 möglichen, sich auf der Insel gegenseitig umbringende, Punkte.


4 Gedanken zu „The Black Waters of Echo’s Pond (Filmkritik)

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