Assassin’s Creed: Revelations (Game Review)

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Nach dem erschreckenden Ende von Assassin’S Creed Brotherhood, wollten die meisten von uns schleunigst wissen, wie es weitergehen würde: Und die Antwort(en) kam(en) in Form von „Assassin’S Creed Revelations“.

Desmond liegt im Koma, hört die Stimmen seiner Mit-Assassinen, die sich Sorgen darüber machen, ob er jemals wieder aufwacht. Währenddessen „trifft“ er im Animus (in dessen Welten sein Geist gefangen ist) Subject 16, der ihm erklärt, dass er die Erinnerungen seiner Vorfahren Ezio und Altair bis zum Ende führen muss, damit der Animus die Persönlichkeiten auseinanderhalten und Desmond wieder aufwachen kann.

Also schlüpft Desmond zum letzten Mal in die Haut von Ezio Auditore da Firenze und dessen Vorfahren Altair Ibn La’Ahad, um einerseits seinen Verstand nicht zu verlieren und andererseits zu lernen, dass man immer eine Wahl hat …

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Ja, die Ankündigung von „Assassin’S Creed Revelations“ hat viele überrascht, vor allem, da es nie klar war, dass es eine „Ezio-Trilogie“ geben sollte und der Vorwurf der Geldmacherei wurde klarerweise immer wieder laut. Ausverkauf des Franchise, zu Tode-Veröffentlichen mit den Immer-gleichen-Spielmechaniken, und so weiter. Das alles ändert nichts daran, dass sich „Revelations“ sehr gut verkauft hat und – trotz seiner kurzen Entwicklungszeit durchaus mit seinen Vorgängern mithalten kann.

Das liegt an ein paar kleinen Detailänderungen/-verbesserungen:

  • Die Geschichte spielt jetzt in Istanbul,
  • man spielt Ezio UND Altair,
  • genauso wie „Portal-Puzzle-Ego-Perspektiven-Passagen mit Desmond,
  • es gibt Bomben, die man bauen kann,
  • eine Hook-Blade, um auf Seilen zu rutschen
  • und ein kurzweiliges, aber unnötiges, Tower-Defense-Spiel
  • und an der wie immer großartig erzählten Story.

Die große Rahmenhandlung um den Kampf der Assassinen gegen die Templer verwebt die Schicksale von Desmond, Ezio und Altair zu einem Ganzen in welchem alle drei ihren Platz haben und wichtig sind (auch wenn Desmond erneut eher blass bleibt). Und die persönliche Geschichte von Ezio wird zu einem schönen, melancholischem Ende gebracht.

Das Traurige an Revelations ist, das alte, liebgewonnene Charaktere wie Da Vinci, La Volpe oder Ezios SChwester Claudia nicht mehr vorkommen. Allerdings dauert die Trauer nicht allzulange, denn die neuen Charaktere (allen voran Yusuf) sind genauso liebenswert und nett, wenn auch nicht so gut ausgebaut (kein Wunder, schließlich hatte man für die vorher erwähnten Personen zwei Spiele lang Zeit).

Die neuen Spielelemente passen an sich wunderbar in die Spielmechanik (auch wenn ich persönlich kein Freund des Tower-Defense-Spiels bin), die neue Stadt ist eine willkommene Abwechslung vom Italien der Renaissance und die prächtigen Gewänder der Bewohner Instanbuls, sowie der eigene Flair der neuen Stadt kommen toll zur Geltung.

Trotzdem täuscht das alles nicht darüber hinweg, dass die Spielmechanik immer noch die gleiche wie vor Jahren ist und sich seit dem ersten Assassin’s Creed eigentlich überhaupt nichts(!) geändert hat. Sicher, Detailverbesserungen wurden vorgenommen, aber wenn man es genau nimmt, dann hat Ubisoft nur zwei Sachen mittlerweile richtig gut gelernt: a) Eine spannende Geschichte erzählen und sie mit tollen Charakteren zu bevölkern (Ezios Lebensgeschichte war in Assassin’S Creed II einfach unglaublich spannend aufgebaut und b) Zwischensequenzen toll zu inszenieren.

Ob man „Assassin’S Creed Revelations“ mag hängt eigentlich von einer einzigen persönlichen Entscheidung ab: Spielt man aufgrund der Geschichte und weil man wissen möchte, was mit Ezio passiert und wie alles zusammenhängt – dann wird man „Revelations“ lieben, zumal viele (nicht alle) Fragen beantwortet werden. Spielt man, weil man eine neue, tolle, unerwartete Spielmechanik haben will: Dann wird man enttäuscht sein, denn „Revelations“ bietet, abgesehen von der neuen Stadt keine andere Spielerfahrung als „Brotherhood“.

Ein weiterer großer Unterschied (über den sich scheinbar viele Leute aufgeregt haben) ist, dass Ezio nunmehr bereits ein älterer, grauhaariger Mann ist – immer noch fit wie ein Turnschuh, aber eben nicht mehr der aufbrausende Jungspund, sondern ein älterer, vorsichtigerer Mensch, der noch dazu (zum Beispiel beim Klettern) immer wieder mal Dinge sagt wie „This used to be easy for me …“. Da ich ein „Geschichtenmensch“ bin, freut es mich, dass Ubisoft dem Charakter ein wenig mehr Tiefe und Lebenserfahrung gegönnt hat – Jungspunde hab ich eh schon oft genug gespielt. Und ich bin Ezio ja ein langes Leben vergönnt – so gesehen passt das für mich sehr gut zusammen. Außerdem ermöglicht es die Geschichte von Ezio und Altair zusammenzuführen und beide an einem Punkt in ihrem Leben eine Entscheidung treffen zu lassen … und ich kann jene von Ezio nur allzu gut verstehen.

Ich kann nur sagen: Es war mir eine Freude, Ezio Auditore da Firenze. Requiescat in pace, mein Freund, das hast du dir wirklich verdient.

„Assassin’s Creed Revelations“ bekommt 8.5 von 10 Istanbul unsicher machende und viele lose Fäden aufgreifende Punkte.


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