Assassin’s Creed II (Game Review)

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Nach den Ereignissen in „Assassin’s Creed“ ist die Lage angespannt. Abstergo (die Templer), die Desmond Miles entführt haben, wurden (Spoiler!) am Ende von Teil 1 überfallen und Desmond entdeckt, dass er ein paar der Fähigkeiten seines Ahnen Altair „geerbt“ hat. An seiner Zellenwand befinden sich seltsame Symbole. Eine Nachricht der Assassinen. Desmond wird befreit und an einen sicheren Ort gebracht. Dort wird er von Assassinen bewacht und erneut in einen weiteren Animus gesteckt.

Dieses Mal erlebt Desmond die Geschichte eines weiteren Vorfahren. Und zwar die des jungen Weiberhelden Ezio Auditore da Firenze, zur Zeit der Renaissance. Dessen Leben ist einfach, fröhlich und nur die gegnerische Familie Pazzi sorgt für ein paar Störungen. Letzten Endes passiert allerdings etwas Schlimmes: Ezios Familie wird Oopfer von Verrat Betrug. Nur wenige überleben.

Ezio schwört Rache und findet wieder Erwarten Verbündete, die allerdings alle ihre eigenen Ziele verfolgen. Nach und nach deckt Ezio eine Verschwörung auf, die von den Templern ausgeht und deren Ziel es ist, den „Edenapfel“ zu finden.

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Außerdem spielt Ezio eine große Rolle in der Geschichte der Assassinen, interessanterweise ist Ezio zu Beginn des Spiels kein Mitglied der Attentäter, weiß noch nicht einmal, dass es diese gibt. Aber er wird einer werden. Der Weg dahin ist lang und steinig, voller Überraschungen und unerwarteter Momente. Und als Ezio entdeckt, wer hinter der Ermordung seiner Familie steckt, scheint es fast zu unglaublich. Einer der mächtigsten Männer der „alten Welt“.

Aber auch in der Gegenwart bleibt die Zeit nicht stehen. Durch den „Sickereffekt“ lernt Desmond immer mehr von den Fähigkeiten seines Vorfahren und das ist auch gut so, denn die Templer sind ihm und seinen neuen Verbündeten sehr eng auf den Fersen.
(Ezio Auditore da Firenze, der Held mit dem am coolsten klingenden Namen der Spielgeschichte, in Aktion.)

Wenn es bis dato einen würdigen Nachfolger in der Spielgeschichte gegeben hat, der seinen Vorgänger in allen Belangen übertrift, dann ist es wohl „Assassin’s Creed 2“. Der Held hat eine ausgeklügelte Hintergrundgeschichte, ist sympathisch und macht während des Spiels eine großartige Reise durch, welche von Rache über Liebe bis hin zur Verteidigung von Idealen und Weltbildern reicht.

Ezio begegnet uns am Anfang als Weiberheld. Ein Jungspund ohne Sorgen und Nöte. Und dann dreht sich alles um. Der Junge wird zu einem Mann und steht seinen Platz im Leben.
Mehr Städte, mehr Personen, verschiedene Aufgaben und allerlei weitere Verbesserungen sorgten auf Konsolen im November 2009 und auf dem PC im März 2010 für Begeisterungsstürme. Und wahrlich, Ubisoft hat ganze Arbeit geleistet:
Verschiedene Arten von Wachen und Gegnern, die allesamt auf verschiene Arten ausgetrickst werden können, mehrere Städte, sympathische und ausgefeilte Charaktere wohin das Auge blickt, eine Verschwörung, Familienzwist, endlich kann der Assassine auch schwimmen, die Einführung von Leonardo Da Vinci und Glyphenrätsel, sowie Codexseiten, welche die Geschichte von Altair weitererzählen und Nebenaufträge wohin das Auge blickt.

Die wohl größte Errungenschaft von „Assassin’s Creed 2“ ist es, wie leicht das Spiel zu bedienen ist und auf wie viele verschiedene Arten man die Missionen bestreiten kann. Wiederum gaukelt einem das Spiel zwar nur vor, dass man die riesengroße Wahlfreiheit hat – das Ziel einer Mission ist eben immer das Ziel, da gibt es nichts dran zu rütteln und die Geschichte verläuft schnurstracks geradlinig, da der Spieler eigentlich keine storyrelevanten Entscheidungen treffen kann. Die Entscheidungen, die er/sie trifft, beziehen sich lediglich darauf, welche Missionen (und sind wir ehrlich: wer spielt nicht ALLE Missionen, wenn es so viel Spaß macht?) gelöst werden bzw. auf welche Art und Weise man sich an seine Opfer heranpirscht, ob man aggressiv vorgeht oder sich durch die Gegend schleicht.

Hut ab vor den Schreibern der Story (u.a. Oliver Bowden, der auch die Romane „Renaissance, Brotherhood und The Secret Crusade, allesamt aus dem „Assasin’s Creed“-Universum, verfasst hat), die es perfekt schaffen immer wieder Häppchen einzustreuen, welche die „große“ Rahmenhandlung um Desmond vorantreiben und immer nur so viel verraten, dass es auch spannend bleibt.

Am Ende von „Assassin’s Creed 2“ hat man mit Ezio Auditore gelacht, geweint, geflucht und gejubelt. Das Finale allerdings lässt wieder ein paar (viele) Fragen offen, aber da „Assassin’s Creed“ an sich als Trilogie angelegt wurde, kann man wohl nur hoffen, dass beim dritten Teil, sich alles gut lösen lässt. Die Erwartungshaltung auf das „richtige“ Ende der Geschichte wird mit jedem Teil höher – ob Ubisoft da wirklich mithalten kann und ein befriedigendes Ende hinbekommt, bleibt abzuwarten.

Die Spieler und Spielerinnengemeinde habt „Assassin’s Creed 2“ allerdings nicht nur positiv aufgenommen. Der Grund: Der Ubisoft Launcher. Ein kleines Programm, dass auf dem Computer installiert werden muss und bei Veröffentlichung des Spiels eine permanente Internetverbindung gefordert hat, damit es überhaupt lief. Und das bei einem Titel, der nur ein Single-Player-Game ist. Wenn die Internetverbindung schlecht war oder abbrach, bzw. auch wenn die Server von Ubisoft überlastet waren, wurde das Spiel angehalten oder gar nicht erst ausgeführt. Viele gaben (zB auf Amazon) dem Spiel dadurch schlechte Wertungen, diese bezogen sich allerdings ALLE auf diesen Launcher. Das Spiel selbst wurde von allen begeistert aufgenommen. Der Launcher wurde mittlerweile so gelockert, dass das Spiel „nur noch“ beim Starten online geht, danach kann die Verbindung abbrechen, es läuft trotzdem weiter.

Auch „Assassin’s Creed II“ gehört nicht in Kinderhände, da Ezio – passend zu seiner Motivation – teilweise noch brutaler vorgeht als sein Vorgänger Altair.

„Assassin’s Creed 2“ bekommt 9 von 10 meuchelmörderischen, italienischen Charme der Renaissance verbreitende Punkte.


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