The Resident (Filmkritik)

Nachdem sie ihre große Liebe Jack (Lee Pace) betrogen hat, sucht die Ärztin Juliet (Hilary Swank) nach einer neuen Wohnung in Brooklyn. Nach kurzer Suche hat sie das perfekte Loft bereits gefunden – es ist riesig, hat eine tolle Aussicht und ist noch dazu vergleichsweise billig. Mit dem Hausbesitzer und Vermieter Max (Jeffrey Dean Morgan), scheint auch unerwartet eine neue mögliche Beziehung in Juliets Leben zu treten.

Alles ist vorerst beinahe zu schön um wahr zu sein, bis sich die seltsamen Geräusche in ihrem Apartment häufen. Sie fühlt sich beobachtet und lässt schließlich Überwachungskameras installieren, um der Sache auf den Grund zu gehen. Als sie die so enstandenen Aufnahmen endlich ansieht, wird sie sich der tatsächlich bestehenden Gefahr erst wirklich bewusst, doch da könnte es bereits zu spät sein für sie.

The Resident Film

Die Hammer Film Productions wurden bereits 1934 in England gegründet. Die „Hammer-Horror“ Filmserien von damals waren unter anderem Filme über auch heute noch bekannte Figuren wie etwa Dracula, Frankenstein,The Mummy und den Cave Girls. Ab 1979 gab es dann eine Sendepause, bis 2008 mit „Beyond the Rave“ die Rückkehr des legendären Filmstudios eingeleitet wurde. „The Resident“ ist erst der dritte Film dieser neuen Generation, wobei uns hier mit Dracula Christopher Lee einer der ganz großen Genrealtstars in einer Nebenrolle mit seiner Anwesenheit beehrt.

Ich würde nun ja wirklich gerne etwas positives über diesen Film schreiben können, doch das wäre schlicht und einfach gelogen. Das größte Problem ist wohl mit einem Wort am Besten beschrieben: Langeweile! Ja, es gibt auch zahlreiche langsame Filme mit nostalgischer Atmosphäre, die mit wenig bis gar keiner Action auskommen und trotzdem unheimlich spannend sind. „The Resident“ schafft es aber sogar, den klischeehaften Showdown und somit den eigentlichen Höhepunkt des „Abenteuers“ so zu gestalten, dass ich zwischendurch auf die Uhr sehen musste und nur mehr ungläubig den Kopf schütteln konnte. Angriff des Bösen-zuschlagen bzw. zustechen des Opfers – Flucht in den nächsten Raum – und das ganze wiederholt sich dann vier, fünf mal, bis auch ganz sicher alle kapiert haben, um was es hier geht.

Ich meine einenhalb Stunden einer Frau beim Baden und Schlafen zuzusehen kann schon spannend sein, aber als Filmhandlung ist das einfach zu wenig. Nichts gegen Hauptdarstellerin und in diesem Fall auch Produzentin Hilary Swank, die zwar schauspielerisch nicht so mein Fall ist, deren Talent ich aber durchaus in anderen Produktionen zu schätzen gewusst habe. Für mich wirkt es hier aber so, als hätte die werte Dame – die in drei Jahren 40 wird – noch einmal ihren durchtrainierten Körper in voller Pracht präsentieren wollen, bevor ihr die damit verbundenen Anstrengungen zuviel werden.

Ich hab schon verstanden, dass man minutenlange Schwenks über ihren badenden und sich eincremenden Körper leicht damit erklären kann, dass dies ja der Blickwinkel des Voyeurs im Film ist, der seiner Angebeteten wann immer es geht nahe sein will und den Zuseher mit seiner uns vom Film aufgezwungenen Sichtweise sozusagen zum Mittäter macht. Sorry aber hier dienen diese Szenen nur zur Streckung der Filmlänge und Ausbreitung der allgegenwärtigen Langeweile.

Was ich ja spannungstechnisch auch gar nicht verstehe, ist der nach einenhalb Stunden Film eingeschobene Rückblick, der fünf Minuten lang den Bösewicht des Filmes nicht nur entlarvt, sondern auch noch bereits gezeigte Szenen nochmal nur mit veränderten Geräuschen bzw. langsameren Schnitten bringt. Hallo? Diese Bilder kenn ich doch schon und wer der Täter ist, möcht ich jetzt echt noch nicht wissen und wenn schon, dann nicht in so einer langezogenen Form.

Während Hilary Swank die toughe, unabhängige Frau mit der von ihr erwarteten Routine spielt, darf Jeffrey Dean Morgan sich endlich wieder mal von seiner dunkleren Seite zeigen. Seit der „Supernatural“-Serie und spätestens seit „Watchmen“ seh ich ihn immer wieder gerne. Er hat Charisma und diese George Clooney- mäßige Filmstarausstrahlung, die er hier dafür benutzt, um schön unheimlich und krankhaft zu erscheinen. Christopher Lee als sein Großvater kommt ebenfalls gut rüber, wobei seine Aura allein sowieso schon einen gewissen Gruselfaktor mit sich bringt.

Gute Darsteller, schöne aber zu dunkle Bilder, eine Spannungskurve ohne echte Kurven und Darsteller, die in diesem Machwerk eigentlich nur verschenkt wirken. Der finnsiche Regisseur Antti Jokinen hat bei seinem Esrtlingswerk somit deutlich gezeigt, dass er noch einiges zu lernen hat. Für Fans von Swank und Morgan zu empfehlen, Freunde guter Thriller sollten jedoch einen großen Bogen um den Film machen.

The Resident bekommt von mir 4/10 lähmend voyeuristische Blicke ertragen müssende Empfehlungspunkte.


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