Eines Tages krochen „Breakers“ getaufte Wesen aus einer Öffnung aus der Erde und begannen damit, jagt auf die Menschheit zu machen. Ihr Vater (Luke Evans) hat jahrelang an der Front gekämpft, doch nach einer Verletzung ist es nun Zeit für ihre Mutter (Milla Jovovich) in den Kampf zu ziehen.
Willa (Billie Boullet) selbst flüchtet mit ihrem Vater in der Zwischenzeit auf eine einsame Insel. Dort beginnt er mit ihrem Training, denn eines Tages wird auch sie sich dem Krieg um die Erde stellen müssen…

Ist auch schon wieder über zehn Jahre her, dass ich mit Stonehearst Asylum meinen letzten Film von Regisseur Brad Anderson gesehen habe. Warum ich hier gelandet bin und den Film gerne gesehen habe, liegt aber an Billie Boullet. Die habe ich zuletzt in der Man on Fire Serie kennen gelernt, wo ich ihr ehrlich authentisches Spiel, sehr geschätzt habe.
Probleme hat das Abenteuer jedoch durchaus, ich fange aber mal mit der künstlich voran getriebenen, „culture war“ Ebene an. Ich habe hierzu einen Thumbnail einer Review auf YouTube gesehen und da stand doch ehrlich „Feminist Zombie Hunter, The Movie“ aka der Film ist woke. Wo das her kommt, ist klar, aber wow ist das daneben.
Von der Story her haben natürlich zuerst die Männer gegen die Wesen aus der Erde den Kampf aufgenommen. Zumindest bis man merkte, dass Männer sich durch Bisse und Kratzer in sogenannte Hybride verwandeln, was bei Frauen nur sehr selten vorkommt. Deshalb sind jetzt nur mehr Damen an der Front.
Das wird aber nicht glorifiziert, sondern manche Ladys werden dadurch durchaus überheblich, was nicht vom Geschlecht abhängt, sondern typisch menschlich ist. Was aber nach dem Einstieg der Kern des Filmes ist, ist ein Vater, der seine Tochter auf das Überleben in einer Welt voller Wesen vorbereitet, die sie sonst auf der Stelle töten würden.
Hier liegt auf das gesamte Werk bezogen, dann auch das echte Problem, denn zum Film hätte der Titel „Worldbuilding“ besser gepasst. Die erste halbe Stunde wird die Ausgangslage erklärt, dann folgt die Coming of Age Story der Tochter als Aufbau und plötzlich ist der Film vorbei. Mit Voice Over und dem Wissen wie es wohl ausgegangen sein muss, aber das fühlt sich schon sehr wie teasen ohne pleasen an.
Vom Genre her ist es aber sowieso eher ein Drama, Action gibt es nur zu Beginn und gegen Ende, wobei diese Momente sehr kurz sind. Das Design der Hybriden ist dabei handgemacht und angenehm creepy. Milla Jovovich (In the Lost Lands) wird eher als bekannterer Name für Werbezwecke benutzt, sie hat nämlich nur relativ wenig Screentime.
Dies ist aber sowieso der Film von der wieder sehr lebendig und direkt agierenden Boullet und von Luke Evans (Weekend in Taipei), die ihre Rollen mit vollem Einsatz leben. Er ist genau die Art von Vater, der selbst zwar auch gebrochen ist, aber alles für seine Tochter tut und tun würde. Schützen ist dabei zwar gut, aber lehren eben noch besser.
Wenn genau das Zwischenmenschliche der zwei Charaktere und das Spiel der Schauspieler etwas ist, was dich als Filmfan fesseln kann, dann bist du hier richtig. Ansonsten fühlt sich das Ganze etwas zu sehr wie der Pilotfilm einer Serie an. Wer Action oder Horror erwartet, der ist hier ebenso falsch, da diese Genres nur in Ansätzen vorkommen.
P.S.: Noch mal zum Culture War: Hier ist ein weißer, heterosexueller Vater in einer positiven Mentoren-Funktion die Hauptfigur und durch ihn erinnert man sich auch wieder daran, wie wichtig es ist, Geschichten zu erzählen, die Hoffnung spenden. Plus fragt ihn sogar seine Tochter, ob alle Männer böse sind, weil sie sich anstecken und verwandeln durch die Breaker. Spoiler: die Antwort lautet nein.
„Worldbreaker“ bekommt von mir 6/10 die Hoffnung durch den Blick auf das eigene Kind, niemals aufgebende Empfehlungspunkte.

