Black Site (2022 Filmkritik)

Abby (Michelle Monaghan) ist Analytikerin, die bei einem Anschlag Mann und Kind verloren hat. Sie ist derzeit stationiert in einem geheimen CIA Black Site Stützpunkt und sucht verzweifelt nach den Hintermännern des Attentats. Durch ihre Hilfe wird kurz vor ihrer von ihren Vorgesetzten erzwungenen Abreise, ein gefährlicher Attentäter/Profikiller bekannt unter dem Namen Hatchet (Jason Clarke) gefangen genommen und zu ihrem Stützpunkt gebracht.

Diesem gelingt jedoch bereits bei der ersten Befragung die Flucht und nun beginnt ein Katz und Maus Spiel in dem bereits abgeriegelten Gebäude, dass nach Ablauf eines Countdowns gesprengt wird, sollte die Situation bis dahin nicht unter Kontrolle sein. Neben dem Zeitdruck und dem immer mehr von Abbys Kollegen dezimierenden Hatchet, wird ihr dabei auch Ex-Soldat Miller (Jai Courtney) zum Problem, der andere Vorstellungen als Abby hat, wie man die Situation lösen sollte.

Regisseurin Sophia Banks hat bisher bereits einige Preise gewonnen für ihre Kurzfilme und Werbespots. Mit „Black Site“ feiert sie ihr Spielfilmdebüt, dass sie laut Interview mit den Worten „zeigen wir der Welt, was zwei Frauen (Banks und Produzentin/Hauptdarstellerin Monaghan) in diesem Bereich ausrichten können“. Was heraus gekommen ist, nun ich würde sagen, dass hier zwei unterschiedliche Seiten aufeinander treffen und ein zumindest leicht zwiespältiges Ganzes ergeben.

Einerseits schrillen bei den Worten der Regisseurin bereits die Alarmglocken, in Richtung „woke feminism“. Teilweise stimmt das leider auch und das ist dann eben klar der schwächere Part des Filmes. Neben dem offensichtlichen Feind hat Abby natürlich mit Sexismus zu kämpfen und dass sie als Frau in dieser Männerdomäne, nicht das Sagen haben sollte. Dabei ist Abby in typischer Woke-Tradition perfekt und ohne Schwäche (muss sie ja, damit alle Männer indirekt schlechter sind), somit kann man sich nur schwer mit ihr identifizieren.

Gut, ich kenne aber einige Filme, wo diese Mechaniken noch viel schlimmer sind, dennoch ist es für mich hier unnötig gewesen und lenkt von der eigentlichen Handlung ab. Was dafür wirklich schlecht gemacht ist und man lieber einfach lassen hätte sollen, sind die CGI-Effekte gegen Ende, was die Explosionen anbelangt. Das sieht wie in einem sehr billigen C-Movie aus. Daher wenn man kein Geld dafür hat, einfach andere Lösungen finden.

Was mir dafür sehr gut gefallen hat und auch unerwartet ist, ist dass sich der gesamte Film erstaunlich wie ein Slasher-Film anfühlt. Der eiskalte Killer, der Skalpell, Hammer und Messer benutzt um seine Opfer abzustechen, während diese mit Schusswaffen herum laufen. Lange Gänge, dunkle Ecken, keine Möglichkeit zur Flucht. Abby als das klare Final Girl, dass sich als letzte Überlebende dem Killer stellen wird.

Das so in einem militärisch angehauchten Action-Thriller zu sehen, ist für mich eine erfrischende Kombination gewesen. Jason Clarke (Serenity) hat sichtbar Spaß mit der Unberechenbarkeit und den explosiv blutigen Attacken, mit denen sein Hatchet seine Gegner dezimiert. Der sucht sicherlich nie den einfachsten Weg um zu Morden, er braucht den nahen Kontakt zu seinen Opfern. Dabei erfüllt er zwar brav seine Mission, hat jedoch eindeutig Freude bei der „Arbeit“.

Michelle Monaghan schätze ich sehr, seid ich sie durch Kiss Kiss Bang Bang kennenlernen durfte. Diesen Bonus hat sie auch hier nicht verspielt, doch auch sie kann gegen die oben erwähnten Tatsachen, nicht allzu viel ausrichten. Sie ist tough und energisch, doch richtig warm wird man nicht mit ihr. Jai Courtney (Jolt) als Macho Miller, darf sich mit ihr gleich mehrere Male anlegen und er genießt es sichtbar, egoistisch, sadistisch und herrlich unausstehlich zu sein.

Die Story an sich ist generisch, die Metaebene unnötig, die wenigen Effekte am Ende mies und die finale Konfrontation, nun erwartet euch am Besten nicht zu viel. Was ich neben der schadenfreudigen Spielweise von Clarke und Courtney jedoch sehr zu schätzen wusste, ist der Slasher/Horror Einschlag, mit dem ich einfach nicht gerechnet habe. Zur einmaligen Sichtung kann ich diesen Katz und Maus Thriller, inklusive Verschwörung im Hintergrund und einem Ende, dass sich eher wie ein Anfang anfühlt, somit durchaus empfehlen, es sei denn man kann mit dem, was mir hier besser gefallen hat, nichts anfangen.

„Black Site“ bekommt von mir 6/10 dem Killer die perfekte Showbühne liefernde Empfehlungspunkte.


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