There’s Someone Inside Your House (Filmkritik)

Die Abschlussklasse der Osborne High School hat ein Problem: Fast alle ihre Schüler:innen haben Geheimnisse. Und das scheint jemand absolut nicht zu schmecken, denn es beginnt damit, dass einer der Football-Spieler in seinem Elternhaus erstochen wird. Und dann wird bekannt, dass er bei einen „Einweihungsritual“ einen Mitschüler brutal zusammenschlägt. Aber das ist nur der erste Mord. Es folgen weitere. Und bei jedem Mord trägt der Mörder eine Maske, die dem Antlitz eines Opfers entspricht.

Makani Young (Sydney Park) ist erst vor kurzem in die Stadt gezogen, denn in ihrer Heimat ist sie sehr bekannt, denn sie hat eine große Dummheit begangen. Die Dummheit war sogar so groß, dass sie ihren Namen wechseln musste.

Und jetzt hat sie (berechtigerweise) Angst, dass es auch ihr an den Kragen gehen könnte. Ihr und ihrer Truppe an Freaks und Ausgestoßenen …

Immer wieder und wieder wurde in den letzten Jahren versucht, das Slasher-Genre mit neuen Einträge zu altem Ruhm zu führen. Das beginnt bei Remakes von erfolgreichen Filmen als Serien („Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ oder „Scream„), über Filmtrilogien („Fear Street„) und dem Versuch neuer Slasher-Franchise, genauso wie dem Fortführen von alten Franchisen („Scream 2022„). Das hat mal besser funktioniert („Fear Street„) und mal schlechter („Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast„-Serie).

Und „There’s someone inside your house“ ist auch der Versuch diese Art von Film wieder neu aufleben zu lassen und basiert auf dem gleichnamigen Buch von Stephanie Perkins. Naja, wenn ein Slasher schon mal auf einem Buch basiert, dann kann die Sache so schlecht ja nicht sein – dachte ich. Und wenn hinter der Kamera auch noch jemand wie Patrick Brice („Creep“, „Creep 2“ und „Safety Not Guaranteed“) sitzt, dann ist das ja auch schon mal eine Sache, die ziemlich positiv ist.

Die junge Schar an Schauspieler:innen macht ihre Sache halbwegs gut, da kann man nichts groß kritisieren, aber das Drehbuch, liebe Leute, das Drehbuch ist die Hölle. Es beginnt stark – die erste Szene bzw. der erste Mord ist ziemlich heftig und intensiv. Dann lernen wir die Figuren kennen, um die wir fürchten sollen, und es geht bergab. Auch, aber vor allem, die Figur von Makani ist einfach dermaßen flach und uninteressant – das tut fast weh. Immer wieder sehen wir die klassischen Flashbacks, welche sie an ihre „Missetat“ erinnern und immer wieder wacht sie vor Angst schweißgebadet auf. Und dann erfahren wir (relativ spät), was „damals“ passiert ist und – gähn. Mann, was für eine blöde, dumme und peinliche Story. Noch dazu mit so viel Pathos vorgetragen, da wird einem das Wort „Drama!“ schon mit dem Lattenzaun um die Ohren geschlagen. Mann, war das nervig. Das hat schlechte Erinnerungen an das Ende von „WW84“ hervorgerufen.

Eine zweite Szene gibt es noch, die ich ziemlich intensiv und heftig fand (den zweiten Mord, den in einer Kirche) und der vor allem aufgrund des Geheimnisses, welches offenbart wurde, über die ermordete, doch ziemlich spannend. Aber das war es dann auch. Waren die ersten beiden Morde also zumindest, was ihre „offenbarten Geheimnisse“ betrifft interessant und spannend, so nimmt das im Laufe des Films immer weiter ab und man verliert das Interesse.

Außerdem schleichen sich bei längerer Laufzeit immer mehr richtig doofe Szenen ein. So brennt später mal ein Feld, während vor Ort eine Party/ein Fest tobt und es gibt keinen Weg hinaus. Unsere verbliebenen Held:innen preschen mit einem Auto durch die Feuerwand, mähen so das Korn nieder und schaffen einen Fluchtkorridor. Und es gibt nur diesen einen Weg(!). Aber kurz darauf trennt sich die Gruppe, weil ein Teil andere Leute „den Weg zeigen muss!“. Nochmals: Es gibt nur diesen einen! Da könnte man sich nicht mal verlaufen, wenn man da wollte.

Abgesehen davon weiß man nach gefühlt dem ersten Viertel des Films wer der Mörder ist (niemand anderer kann es sein. Es reicht also das Ausschlussverfahren) und das macht das alles nicht spannender. Es gibt ein paar sehr coole Bilder und eine coole Szene, die mit einer Spiegelung im Fenster zu tun hat, aber mehr hat der Film nicht zu bieten. Klischeecharaktere, langweilige Persönlichkeiten, peinliche Szenen – all das summiert sich zu einen Film, um den man in Ruhe einen Bogen machen kann.

Übrigens spielen maximal 30 Minuten des Films „Inside Your House“. Aber das nur noch am Rande.

„There’s Someone Inside Your House“ bekommt 4 von 10 möglichen, alles schon mal bessere gesehene, Punkte.


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