I Know What You Did Last Summer – Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast (Serienkritik)

Als Allison (Madison Iseman) letzten Sommer mit ihren Freunden im Gepäck den Autounfall hatte, trug sie gerade die Jacke ihrer Zwillingsschwester Lennon (ebenfalls Madison Iseman). Genau die ist ihr damals vor einem Jahr vor das Auto gelaufen und war auf der Stelle tot. Da die jungen Leute jedoch Drogen intus hatten und nicht ihre noch jungen Leben/möglichen Karrieren mit diesem Zwischenfall zerstören wollten, ließen sie die Leiche in einer Höhle verschwinden.

Im Schock stellte sie die Verwechslung nicht richtig und seitdem lebt Allison ihr Leben als Lennon und nur ihr Vater Bruce (Bill Heck) kennt die Wahrheit. Ein Jahr später kehrt sie in den Sommerferien zurück in ihre Heimat und findet kurz darauf eine beunruhigende Nachricht auf ihrem Spiegel in ihrem Schrank mit den Worten: „Ich weiß, was Du letzen Sommer getan hast“. Kurz darauf gibt es die ersten Toten…

Diese Serie basiert auf dem gleichnamigen Roman, der im Jahre 1973 von Autor Lois Duncan veröffentlicht wurde. Im Jahr 1997 wurde das Material erstmals in Form eines Filmes verarbeitet, dem zwei Fortsetzungen folgten. Seit dem dritten Teil aus dem Jahr 2006, wurde es ruhig um dieses Franchise, bis sich Amazon Prime dazu entschlossen hat, im Oktober 2021 der Story eine weitere Chance in Form einer acht Folgen umspannenden Serie zu gönnen. Nach nur einer Staffel wurde Anfang 2022 nun bekannt gegeben, dass die Serie wieder abgesetzt wurde.

Wer bereits auf der Welt war, als der Film damals ins Kino kam, der wird sich beim Betrachten der Serie wohl als ersten denken: „Ich bin zu alt, um diesen Blödsinn zu verstehen“. Das ist jedoch nur die äußerliche Fassade, die natürlich angepasst ist an das Alter der Figuren und das Jahr, in dem die Serie spielt, doch im Grunde geht es immer um das gleiche. Diese jungen Menschen suchen einfach Liebe und Anerkennung, genau darum passieren auch sämtliche Morde.

Das ist auch nicht mein Problem mit der Serie, sondern die Charaktere an sich. Ich habe ja vor kurzem endlich die Scream-Serie gesehen und vergleicht man die Protagonisten der ersten beiden Staffeln mit den hier agierenden Leuten, dann ist der Unterschied schon ziemlich krass. Hier sind alle entweder von Beginn an unsympathisch oder sie agieren mehrmals einfach so, dass ihre Sympathiewerte in den Keller rasseln.

Dem will man dann wohl entgegen wirken, indem die Handlung ein paar Haken schlägt und es so dem Zuschauer ziemlich schwer macht zu erkennen, wer nun hinter den Morden steckt. Was daran schlecht ist, fragt ihr euch jetzt? Nun abgesehen davon, dass der Realismus darunter leidet (was einem auf Grund des Unterhaltungswertes egal sein könnte), wirkt das Alles sehr konstruiert. So mutiert die „Murder Mysterie“ schnell zum Selbstzweck und das an der Nase herum führen der Zuseher verkommt so zum höchsten oder sogar einzigen Ziel der Macher.

An der Darstellern selbst liegt es nicht, denn die schmeißen sich schon hinein in ihre Rollen, dennoch sind einige Figuren einfach nervig. Ashley Moore (Popstar) als Riley ist für mich eine der positiven Ausnahmen. Sie spielt einfach herrlich unaufgeregt eine junge Dame, die scheinbar die gesamte Insel mit Drogen versorgt, damit die ihren Alltag besser bewältigen. Das läuft dann ständig und am helllichten Tag ab versteht sich. Die sexuell sehr aktive Beziehung zwischen Allisons Vater und der örtlichen Polizeichefin, gehört ebenfalls zu den witzigeren Dingen, die besser funktionieren.

Sorry aber Brianne Tju (47 Meter Down Uncaged) als Margot empfinde ich einfach nur als nervig und auf sich selbst fokussiert, gespielt ist das schon gut, aber ich konnte sie einfach nicht leiden. Madison Iseman (Fear of Rain) meistert ihre Doppelrolle gekonnt, doch sind beide Damen einfach in gewisser Weise undankbare Rollen, da die zwei mit den Problemen in ihren Leben so umgehen, dass sie andere Menschen emotional verletzen oder vor den Kopf stoßen.

Die Auflösung an sich ist dann passend zu einigen Dingen hier einigermaßen unsymathisch, für mich auch unpassend und nicht nachvollziehbar und wie ich bereits vorher erwähnt habe wirkt das Ende wie ein Gimmick, nach dem „ha, vorher haben die Seher den Killer nicht erraten können und jetzt überraschen wir sie noch mit einem erfrischend anderen Ende“ Motto. Es gibt schon unangenehme Momente, die eine gewisse Spannung auslösen, doch sind diese leider zu rar gesät und tragen zur Handlung an sich nur wenig bei.

Insgesamt hätte ich mir schon eine zweite Staffel angesehen, einfach weil die aller letzte Szene, interessante Entwicklungen mit sich bringen hätte können. Außerdem hätte es in vielen Bereichen nur besser werden können. Ich glaube als Fan der Filme, fühlt man sich kaum abgeholt (war sicherlich auch nicht das Ziel) und als Freund von Slasher-Stories, leidet man wohl darunter, dass viel zu viele Morde Offscreen passieren und man dann nur die Auswirkungen zu sehen bekommt. Dafür kann man so den Killer noch sicherer nicht erraten…aber lassen wir das. In Summe also kein Grund traurig zu sein, dass es hier nicht weiter gehen wird.

„I Know What You Did Last Summer“ die Serie bekommt von mir 5/10 keine Ahnung, was echte Freundschaft bedeutet, habende Empfehlungspunkte.


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