I Know What You Did Last Summer – Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast (Filmkritik)

Wir befinden uns im Juli des Jahrs 1996. Die vier Freunde Julie (Jennifer Love Hewitt), Ray (Freddy Prinze Jr.), Helen (Sarah Michelle Gellar) und Barry (Ryan Phillippe) verbringen einen lustigen und „flüssigen“ Abend am Strand. Als sie zurück fahren von ihrer kleinen Feier, kollidiert ihr Auto mit einem auf der Straße gehenden Mann. Die jungen Leute bekommen Panik, lassen den Körper im Wasser verschwinden und schwören sich, nie mehr davon zu sprechen.

Ein Jahr später im Jahr 1997, kommt Julie vom College über den Sommer zurück nach Hause. Ihr ist es das Jahr über nicht gerade gut gegangen, denn sie leidet unter dem Unfall und der Tatsache, dass sie mit Niemanden darüber reden kann. Als sie einen Brief mit den Worten „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ bekommt, wendet sie sich ängstlich an ihre „früheren“ Freunde. Bald darauf erhalten auch sie Nachrichten und kurz danach gibt es den ersten Toten…

Im Jahr 1997 – also ein Jahr nach Scream und eines vor Urban Legends – kam mit „I know what you did last summer“ ein weiterer Slasher ins Kino, der mit das Revival der 90er Jahre dieses Sub-Genres des Horrorfilms eingeleitet hat. Regie führte Jim Gillespie (Venom, Take Down) und auch wenn die Kritiker nicht sonderlich beeindruckt waren, war der Film ein finanzieller Erfolg, gewann einige Preise und zog einen unterhaltsamen zweiten und ziemlich schwachen dritten Teil nach sich, nur um im Oktober 2021 nun mit einer neuen Serie auf Amazon Prime wiederbelebt zu werden.

Was diesen Film dann von vielen anderen Slashern abhebt, ist das Gefühl von Schuld. In den meisten Fällen bringt ja ein Killer unschuldige (ja, ein dehnbarer Begriff) junge Menschen um, doch hier haben sie Fahrerflucht begangen, sind somit schuldig. Die Auflösung ändert an diesem lange vorherrschenden Gefühl nichts, immer schwebt dieses „sie haben eine Strafe verdient“ sozusagen als Grundatmosphäre über der gesamten Handlung.

Das hat die ganze Story schon damals für mich unangenehmer und spannender gemacht, da es nicht „nur“ darum geht zu überleben, sondern wenn man dies schafft, sollte die eigene Schuld auch einigermaßen getilgt sein. Neben Inspiration durch klassische Genre-Beiträge ist es ja die Urban Legend über den piratenähnlichen Mann namens The Hook, der als Vorbild für den Killer genommen wurde. Er spricht nicht, schlägt eiskalt zu und steht irgendwie immer wieder auf.

Dabei sieht man selten/kaum sein Gesicht, was in zahlreichen Filmen schon als wirksames Stilmittel benutzt wurde. Nebenbei ist seine Hakenhand auch ein „Mordinstrument“, dass in dieser Form nicht abgenutzt wirkt und sozusagen für frische Morde sorgt. Was die Stars betrifft, da sind einige Rising Stars von gestern dabei und für Fans von The Big Bang Theory gibt es hier einen unsympathischen Auftritt eines noch unbekannten Johnny Galecki (aka Leonard) in einer Nebenrolle.

Jennifer Love Hewitt (Ghost Whisperer) ist ein perfektes Final Girl, das offensichtlich sehr unter dem Unfall leidet, weswegen sie nach der Eingangssequenz, wirklich blass und schlecht aussieht, was sie zusätzlich sehr sympathisch macht. Freddie Prinze Jr. (Scooby Doo) ist der teilweise „zu gut um wahr zu sein und gerade deshalb verdächtig wirkende“ Freund und Ryan Phillippe (The 2nd) ist stark als das genaue Gegenteil, überheblich und sich keiner Schuld bewusst.

War ich damals Fan von Buffy: The Vampire Slayer? Natürlich war ich das. Ihr wisst gar nicht wie schlimm es für mich war Sarah Michelle Gellar (Eiskalte Engel) als hilflose Helen zu sehen, die hier ein eindeutig perfektes Opfer darstellt. Ständig hatte ich ein „kick ihm ins Gesicht“ oder „stoße ihm einen Holzpflock ins Herz“ auf den Lippen, doch leider ist Buffy eben nur eine Rolle gewesen. Ja liebe Freunde, persönliche „Film-Geschichte“ ist eben wichtig und fließt natürlich in die Kritik mit ein.

Um es dem Killer hier gleich zu machen: man muss gar nicht viele Worte hierzu verlieren, der Film funktioniert einfach und gehört für mich mit zu den besten Slashern der 90er Jahre und hat bei mir sozusagen meine Liebe zu Finale Girls und dem Slasher-Genre mit entfacht. Eine unheilvolle Atmosphäre, ein unaufhaltsamer Killer, Helden um die man auch wirklich Angst hat und Morde, die ihre jeweilige Wirkung nicht verfehlen und ein Soundtrack, den ich mir heute noch immer wieder mal gerne anhöre. Ein stimmiges Gesamtpaket also!

„I know what you did last summer“ bekommt von mir 7,5/10 den Sommer als liebste Jahreszeit zelebrierende Empfehlungspunkte.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.