Venom: Biss der Teufelsschlangen (Filmkritik)

Das Leben in Louisiana, ist für junge Menschen nicht gerade aufregend. Deshalb will Eden (Agnes Bruckner) auch sobald es ihr möglich ist, raus aus ihrer „Heimat“ und Medizin studieren. Eines nachts stellt sie deswegen ihr On/Off-Freund Eric (Jonathan Jackson) zur Rede, mit folgenschweren Konsequenzen. Es kommt nämlich zu einem Unfall, bei dem zwei Menschen ums Leben kommen.

Doch Mechaniker Ray Sawyer (Rick Cramer) bleibt nicht tot, denn er wurde von Schlangen gebissen, die für Voodoo-Rituale benutzt wurden und nun steckt das Böse aus gleich mehreren, unglaublich finsteren Gestalten in ihm. Sein einziges Ziel ist es jetzt, frische Opfer zu finden. Wenn es nach ihm geht ist es für Eden und ihre Freunde somit zu spät, denn sie werden diesen Ort nie mehr verlassen..

Ja, gut erkannt. Ich bin dieses Halloween noch immer dabei, mir Slasher aus den späten 90er Jahren, Anfang der 2000er Jahre anzusehen. „Venom“ stammt aus dem Jahr 2005 und mit Regisseur Jim Gillespie (Take Down), konnte ein Regisseur verpflichtet werden, der im Genre bereits Erfahrung gesammelt hat mit dem ersten „I know what You did last Summer“ Film. Die Idee war es hier, die unheimliche Figur aus einem Videospiel, für die Leinwand zu adaptieren.

Dort hieß dieser Mann Mr.Jangles denn das Klimpern seiner Schlüssel war – neben seiner Lieblingswaffe, dem Reifenheber – sein Markenzeichen, kurz bevor er für sich ein neues Opfer gefunden hatte. So weit so gut, weil vielversprechend. Leider gibt es dann gleich mehrere Gründe, warum diesen Film heute im Zusammenhang mit Slashern aus dieser Zeit nur wenige Leute kennen und daraus kein Franchise geworden ist. Aber ich fange zuerst mal mit dem Positiven an.

Die Sümpfe von Louisiana sind natürlich eine Wahnsinnskulisse für einen Horrortrip. Vor allem zum Finale hin werden diese dann auch vom Killer ausgenutzt. Eine Gruft in einem Friedhof und ein abgelegenes Gebäude sind ebenso Settings, die an sich schon eine eigene Atmosphäre erzeugen. Das Thema „Voodoo“ ist zu dem eine Sache, die im Genre noch nicht so ausgelutscht ist und hat (für die meisten Menschen) immer die Aura des Unheimlichen, weil Unbekannten an sich.

Das Erscheinungsbild des Killers, mit seiner Zombie/Reptilien-Haut Mischung und den Schlangen, die sich unter der Haut bewegen und auch aus ihm heraus krabbeln, das ist schon einigermaßen furchteinflössend und einschüchternd. Was dann jedoch mein größtes Problem ist, ist wie sie die Morde gefilmt bzw. ich nenne es mal am Besten „verschnitten“ haben. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sollte gepaart mit den Soundeffekten, dem Killer seinen ihm entsprechenden, übernatürlichen Touch verleihen, doch es ist einfach nur lächerlich.

Neben dem Verlust der Übersichtlichkeit führt das Hinein-Zoomen zusammen mit den schnellen Schnitten dazu, dass man sich bei jedem Mord immer kurz wie in einem anderen Film fühlt und zeitweise aus der Handlung heraus geworfen wird. Zumal die Jugendlichen teilweise auch so naiv und dumm agieren, dass man schon zuvor mit dem Kopfschütteln beginnt und sich fragt, ob das jetzt wirklich hätte sein müssen. Das Ende des Filmes nach dem Finale ist mir dann zu plötzlich gekommen und man hat das Gefühl, dass da etwas fehlt für einen stimmigen Abschluss.

Emotional kann man sowieso nicht abschließen, immerhin muss man das Böse ja melken, in dem man es für mehrere Teile am Leben hält (die dann nie gekommen sind). Agens Bruckner (Kill Theory, Vacancy 2) als Eden macht ihre Sache im Vergleich zu den übrigen Darstellern gut, als typisches Final Girl ist sie auch die kämpferischte der jungen Leute und die einzige, die dem Killer einigermaßen gefährlich wird. Meagan Good (Minority Report) als Cece ist die spannendste Figur, wird jedoch leider völlig verschenkt, ebenso wie D.J. Cotrona (From Dusk Till Dawn), der verheizt wird und einen der unnötigsten Tode stirbt.

Insgesamt daher ein Thriller, der eine starke Kulisse hat, einen unheimlichen Killer und beim Dezimieren der jungen Leute, die eine oder andere untypische Szene bietet. Die Dummheit der Personen, das zu offene Ende und vor allem die „künstlerische Freiheit“, mit der man die Mordszenen gefilmt hat, verderben die Spannung (oder den Spaß, je nachdem was man bei dieser Art von Film eben empfindet). Schade, da hätte man von den Grundvoraussetzungen, durchaus einen besseren Genrebeitrag daraus machen können.

„Venom“ bekommt von mir 4,5/10 den Schlangenmann sofort wieder in den Sumpf der Vergessenheit schickende Empfehlungspunkte.


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