I’ll Always Know What You Did Last Summer – Ich werde immer wissen, was du letzten Sommer getan hast (Filmkritik)

Im Jahr 2005 spielen Amber (Brooke Nevin) und vier ihrer Freunde, am örtlichen Karneval, allen Gästen einen Streich. Dabei verkleidet sich einer von ihnen als der aus der urbanen Legende bekannten „Fisherman“ und jagt den Anwesenden, einen ordentlichen Schrecken ein. Was nicht geplant war, ist dass einer der Freunde bei einem Unfall während des Streiches stirbt.

Die vier übrig gebliebenen jungen Leute vernichten daraufhin die Beweise, schließen einen Pakt nicht mehr darüber zu reden und lassen die Stadt im Glauben, dass wirklich ein Killer in der Gegend sein Unwesen treibt. Ein Jahr später reist Amber in ihre Heimatstadt zurück und kurz darauf, häufen sich seltsame Ereignisse. Alles beginnt damit, dass Amber zahlreiche Nachrichten mit dem Wortlaut „Ich weiß was du letzten Sommer getan hast“ auf ihr Handy gesendet bekommt…

Begonnen hatte alles mit dem ersten „Sommer-Film“ im Jahr 1997, im Jahr darauf folgte die Fortsetzung, ebenfalls fürs Kino und wieder mit den selben drei Hauptdarstellern. Auch in dem für das Jahr 2000 angekündigten dritten Teil sollten alle Überlebenden wieder dabei sein, doch aus den Dreharbeiten wurde nichts, das Skript wurde überarbeitet und schließlich erschien 2006 dieses eigenständige Ende der Trilogie, dieses mal nur mehr für das Heimkino.

Damit ich mal mit etwas Positivem anfange, hier noch eine kurze Hintergrundinfo. Regisseur Sylvain White (The Losers) wurde in letzter Sekunde gecastet, nachdem der vorher dafür vorgesehene Mann gefeuert wurde. Innerhalb von zwei Wochen musste White daher das Casting schaffen, die Locations zum Drehen finden und einen Zeitplan für den Dreh erstellen. Außerdem hat er sich klar gegen CGI ausgesprochen, da bei Blut handgemachte Effekte, viel besser wirken. Gute Leistung und die richtige Einstellung noch dazu.

Am Drehbuch, hat das natürlich leider nichts geändert. Ab jetzt folgen Spoiler. Es gibt ja neben anderen Dingen, eine klare Parallele zum „Düstere Legenden“ Franchise, denn auch dort ist man beim klar schlechtesten Teil der Trilogie, den Weg hin zum Übernatürlichen gegangen. Das sieht dann hier so aus, dass der Charakter des Ben Willis eben ein nicht (oder nicht mehr) menschliches Wesen ist, dass scheinbar direkt aus einer düsteren Legende entstiegen ist.

Machst du im Sommer (die drei anderen Jahreszeiten zählen wohl nicht) etwas Böses und vertuscht es, dann wird er dich im nächsten Sommer besuchen und dein Leben beenden. Wirklich verletzen kann man ihn dabei nur mit einem Haken, der dem in seiner Hand entspricht, mit dem er die meisten seiner Opfer tötet. Warum das so ist? Keine Ahnung, da gibt es keine (nicht mal eine mystische) Erklärung dafür, ist einfach so. Ob ihm wohl auch ein Haken aus Plastik schaden könnte, wenn er ihn etwa in den Mund gestopft bekommt? Ach, lassen wir das lieber.

Die Ebene des Ben Willis als Rachegeist-Wesen, funktioniert einfach nicht und ist mehr als einmal lächerlich. Genau wie der „Stunt“ am Anfang, der zum Tod einer der Freunde führt. Daher kann ich diese „wir haben alle Schuld“ Dynamik, auch in keiner Weise ernst nehmen. Macht aber nix, denn wen er nun genau tötet, das nimmt Ben sowieso nicht so ernst, leg dich einfach lieber nicht mit ihm an.

Was der Film auch „schafft“, ist dass man sich nicht einmal freut, wenn die dummen und/oder unsympathischen jungen Leute sterben müssen, denn es ist einem als Zuschauer einfach egal. Brooke Nevin tut was sie kann, doch ihre Amber ist dabei eines der langweiligsten Final Girls überhaupt und auch Torrey DeVitto als Rockerbraut Zoe und David Paetkau als Angeber Cody haben ihre Momente, bekommen aber so gut wie nichts zu tun.

Schnelle Schnitte, inklusive Zooms und Überblendungen plus zu lauter Musik sollen dann wohl die Angriffe von Willis übernatürlich erscheinen lassen, doch das weckt den eingeschlafenen Geist beim Betrachten dieses Filmes, auch nicht mehr auf. Danach war verständlicherweise Schluss mit den Sommer-Filmen, doch Mitte Oktober 2021 wird das Franchise nun mit einer Serie auf Amazon Prime fortgesetzt, die die Ereignisse des ersten Filmes, in unsere Zeit transportiert. Vielleicht hat uns Slasher-Fans diese Serie dann wieder fix am Haken (haha, ich weiß, aber es musste sein).

„I’ll Always Know What You Did Last Summer“ bekommt von mir 3/10 dem Sommer jegliche Freude raubende Empfehlungspunkte.


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