Copshop (Filmkritik)

Teddy Murretto (Frank Grillo) ist ein sogenannter Con-Artist für die Mafia. Soll heißen er trickst Menschen aus und diese überlassen ihm dann ihr Geld oder ihr Ländereien. Nun ist er jedoch auf der Flucht vor Seinesgleichen und da er keinen anderen Ausweg sieht, lässt er sich von der Polizei gefangen nehmen. Valerie (Alexis Louder) ist dabei nicht nur die Polizistin, die ihn gefangen genommen hat, sie ist auch der hellste Kopf auf ihrer Station.

Während sie ihre Ermittlungen aufnimmt, was die Hintergründe von Teddy und seinen Aktionen betrifft, wird ein Betrunkener in die Zelle gegenüber von Teddy eingeliefert. Wie sich schon bald herausstellt, ist dieser Mann jedoch alles andere als harmlos. Es handelt sich nämlich um Bob Viddick (Gerard Butler), seines Zeichens berüchtigter Auftragskiller und wenn er hinter dir her ist, ist sein Gesicht das letzte, was du jemals sehen wirst…

Gerade haben Regisseur Joe Carnahan (Stretch) und Hauptdarsteller Frank Grillo (Killer´s Bodyguard 2) den äußerst unterhaltsamen Boss Level abgeliefert, nun ist das Duo wieder zurück, mit einem ähnlich gelungenen Ergebnis. Dennoch ist scheinbar nicht die Vision des Regisseurs völlig verwirklicht worden, denn laut Grillo hätte Carnahan seiner Performance hier noch einiges mehr an Zeit gewidmet, doch das Studio hat diese Schnittfassung des Filmes abgelehnt.

Was man auf jeden Fall geliefert bekommt, ist ein Fest für Action-Freunde, dass zu keinem Zeitpunkt billig wirkt. Auffallend ist – ich nenne es jetzt einfach mal so im Mangel einer passenderen Ausdrucksweise – die kinetische Energie, die in der Luft liegt. Das meine ich sowohl allgemein, als auch zwischen den Figuren. Hier ist explosive Spannung in der Atmosphäre, die sich jeden Moment entladen könnte.

Das Grundfeeling ist dabei schon eindeutig das eines Oldschool-Thrillers, doch die Stimmung und wie die Figuren agieren, da kommt mir das Wort alt bzw. veraltet, so gar nicht in den Sinn. Was mich zu den Performances bringt und da hat Carnahan eindeutig das Beste aus seinen Protagonisten heraus gekitzelt. Gerard Bulter (Greenland) hat mir hier eindeutig am Besten gefallen, sein Bob ist einfach herrlich abgebrüht und kaltschnäuzig, doch er hält sich dennoch an die für ihn wichtigen Regeln aka seinen Ehrenkodex.

Ganz anders als Frank Grillo (Cosmic Sin), der als Teddy ein richtiges Schlitzohr ist und wenn man ihm nicht so gar nicht vertrauen würde, dann könnte man ihn sogar richtig gerne haben. Vor allem wohl weil seine Art immer wieder doch noch lebendig davon zu kommen, einfach faszinierend ist. Richtig cool auf eine völlig unerzwungen wirkende Art ist Alexis Louder (The Tomorrow War) als Valerie.

Sie ist eine geborene Draufgängerin, hat einen starken Drive dahingehend einen Fall aufzuklären, agiert überlegt und souverän, macht jedoch auch wegen mangelnder Erfahrung durchaus ihre Fehler. Eine moderne, starke und bewundernswerte Dame, kann man eigentlich nicht überzeugender spielen. Dieses Trio wird dann von Nebenfiguren begleitet, die entweder schön abstossend sind, oder einfach nur dämlich und ja, beide Kategorien haben natürlich den Tod verdient.

Beinahe durchgehend liefern sich die drei Hauptfiguren dann ein Macht-Spiel, das die meiste Zeit über auf der psychologischen Ebene funktioniert und sich erst zum Finale hin in schießwütigen Duellen explosionsartig entlädt. Auch Sympathien wandern beim Zuschauer immer wieder zwischen den Figuren und verweilen öfters auch nicht bei den Leuten, die sich an das Gesetz halten. So gelingt es auch problemlos die Spannung durchgehend aufrecht zu erhalten, trotz der ruhigen Momente und dem nicht inflationären Einsatz von Action.

Insgesamt daher ein modern aussehender, sich dabei jedoch klassisch anfühlender Action-Thriller, der mit bestechender Optik, kernigen Figuren und den dazu passenden spielfreudigen Darstellern punkten kann und dabei einen Genre-Fan wie mich, bestens unterhalten hat. Ob die ursprüngliche Version von Carnahan noch besser gewesen wäre? Keine Ahnung, doch ich bin auch so schon sehr zufrieden gewesen, was nicht heißen soll, dass noch mehr Frank Grillo, eine schlechte Sache wäre, denn der hat es schon drauf.

„Copshop“ bekommt von mir 8/10 die Spezies während des Katz und Maus Spieles immer wieder ändernde Empfehlungspunkte.


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