Triggered (2020 Filmkritik)

Neun „Freunde“ aus der Highschool, unter ihnen Mauerblümchen Erin (Liesl Ahlers) und die extrem intelligente Rian (Reine Swart), treffen sich fünf Jahre nach ihrem Abschluss zu einem Campingtrip, in einem abgelegenen Wald. Man feiert und trinkt und den meisten von ihnen wird bei fast jedem Gespräch bewusst, dass sie sich eigentlich gar nicht so gerne haben, wie sie es geglaubt haben.

Als schließlich alle eingeschlafen sind, erwachen sie kurze Zeit quer durch ihr Camp zerstreut wieder. Alle sind orientierungslos und haben eines gemeinsam: jeder von ihnen trägt eine mit Sprengstoff gefüllte Weste mit Timern, die unterschiedliche Zeiten anzeigen. Ein dunkles Geheimnis aus ihrer Vergangenheit hat die neun jungen Leute eingeholt und der Verantwortliche verspricht ihnen, dass nur einer/eine diese Nacht überleben wird. Mögen die Spiele beginnen!

Alastair Orr (From a House on Willow Street) ist hier neben der Regie auch für den Schnitt verantwortlich und hat als Produzent fungiert. Die stärksten Einflüsse von „Triggered“, sind ohne viel nachdenken zu müssen Battle Royale und die „Freitag der 13“ Reihe. Dabei liefert das „Hunger Games“ artige Szenario auch Anspielungen auf weitere Filme, wie etwa Saw oder John Wick.

Der Film an sich, ist sich der Bekanntheit seines SetUps und des Over the Top Charakters des gesamten Szenarios sehr bewusst. Da wird gleich zu Beginn das Thema „ihr seid ja alle so nervig“ ausgesprochen, ein „Problem“ vieler Horrorfilme, dass die Protagonisten unsympathisch sind und nur als Kanonenfutter dienen. Abwandlungen von Sprüchen aus der Popkultur bzw. Verwechslungen bei Zitaten, sorgen zusätzlich für ein paar Momente, bei denen man einfach lächeln muss.

Genau wie das Spielen mit den Klischees, die öfters mit Millennials (rund um die Jahrtausendwende geborenen Menschen) in Verbindung gebracht werden. Dabei gibt es dann sogar Charaktere, die sich anders entwickeln, als man erwartet hätte. Manche entwickeln einen regelrechten Spaß am Morden, andere würden sich für ihre Liebsten sofort opfern. Und dann wären da auch noch zwei sehr unterschiedliche Final Girls, die besonnene Schweigsame und die intelligente, den Ton angebende.

Genau dieses Spiel mit Elementen sowohl aus der Filmwelt als auch der realen Version unserer Erde, machen dann den Reiz dieses Filmes aus, der völlig ernst gemeint und ohne „self awarness“, um einiges weniger unterhaltsam wäre bzw. sogar nur schwer zu ertragen. Was dann das Ableben der „Mitspieler“ betrifft, ist Orr nicht gerade zimperlich, jedoch ebensowenig übermäßig brutal.

Natürlich fliegen bei Explosionen Körperteile durch die Luft und Äxte, Messer und Brechstangen finden immer wieder Körper, in die sie gebohrt werden können, doch das konnte man auf Grund der Handlung ja auch genau so erwarten. Die Effekte sind dabei schön handgemacht und der vorhandene Trash-Faktor kommt somit alleine von der Handlung an sich und wird in keiner Weise von miesem CGI verstärkt.

Schauspielerisch sind die meisten in Ordnung, ein paar extrem austauschbar, doch es werden bei den wichtigsten Figuren stets alle Emotionen gekonnt vermittelt. Liesl Ahlers (Unfriend) als Erin ist sympathisch als extrem ruhige Dame, die hoffentlich im Laufe der Story ihren Kampfgeist entdeckt und über ihre Grenzen geht und Reine Swart (The Lullaby) als Rian zeigt überzeugend Führungsqualitäten und hat dennoch noch einiges zu lernen.

Insgesamt daher ein Film, der nicht so belanglos/dumm ist, wie man es auf Grund der Prämisse sich hätte denken können. Natürlich dient er rein als Unterhaltung für Genre-Fans, doch man verwendet durchaus auch den einen oder anderen Gedanken um sich zu Fragen, wer von den eigenen Freunden in der gleichen Situation, wohl als erster mit dem Morden beginnen würde. Oder wird man selbst vielleicht zum ärgsten Monster?

„Triggered“ bekommt von mir 6/10 das mit der Bombenstimmung bei der Party völlig falsch verstanden habende Empfehlungspunkte.


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