Dragon’s Dogma (Serienkritik)

Ethan (Greg Chun) ist der einzige Überlebende eines Drachenangriffs. Seine schwangere Frau und sein Ziehsohn sterben in den Flammen. Und Ethan bekommt sein Herz aus der Brust gerissen. Gehässig meint der Drache noch, dass Ethan ihn doch finden soll, wenn er Rache will. Dann stirbt Ethan.

Aber dann erwacht er wieder zum Leben. Und er hat nur einen Gedanken: Den Drachen finden und ihn töten. Ihm zur Seite steht Hannah (Erica Mendez), die ein „Pawn“ (ein Vasalle/eine Vasallin) ist. Also jemand, der/die den Auftrag hat, den „Arisen“ (von den Toten auferstandenen) zu begleiten und zu unterstützen.

Gemeinsam machen sie sich auf den Weg um die halbe Welt, um den Drachen zu jagen. Dieser nimmt sich immer wieder mal Zeit, um Ethan aus der Ferne zu verspotten und zu warten. Was dazu führt, dass Ethan immer mehr die Kontrolle über sich verliert und vielleicht mehr zu einem Monster wird als es der Drache selbst ist …

Und die nächste Videospiel-Adaption in Form eines Animes. Wer „Castlevania“ gesehen hat, der oder die hatte wohl eine Idee, was ihn hier erwarten könnte. Oder besser: Eine gewissen Vorstellung und vielleicht auch Vorfreude, denn – sind wir ehrlich: „Castlevania“ ist einfach so richtig gut geworden.

Das trifft auf „Dragon’s Dogma“ leider nicht zu.

Die Serie hat generell mehrere Probleme und viele davon könnte man auf eine gehetzte Produktion oder Schlamperei zurückführen. Keine Ahnung ob die Macher*innen eine Deadline hatten oder ähnliches, aber es fühlt sich über weite Strecken einfach an, als hätte jemand die Serie so „nebenbei“ gemacht. Und das zieht sich durch alle Aspekte.

Das Grundprinzip ist auf einer Meta-Ebene gut und hat Potential: Jede Folge der ersten Staffel (ich hoffe, dass es nur eine Staffel bleibt) trägt den Namen einer Todsünde und natürlich wird unser „Held“ Ethan darin mit den jeweiligen Sündenfällen konfrontiert. Das führt zu Entscheidungen von seiner Seite, die nicht immer, nun, nennen wir es mal menschenfreundlich, sind und andererseits führen seine Entscheidungen auch immer wieder mal zu ungewollten negativen Konsequenzen. Das hat klare „Die Welt ist grau, nicht schwarz und weiß“-Vibes, die jedoch aufgrund der raschen Abhandlung völlig egal bleiben.

Auch die Auswirkungen, die dies auf Ethan haben sollte und die auch klar der Rote Faden der Story (und deren Höhepunkt) sind, bleiben emotional leer. Vor allem, da der „gute“ Mann von Anfang an kein richtiger Sympathieträger ist.

An der Optik gibt es ebenfalls mehrere Punkte, die zu kritisieren sind. Die Kombination aus 3D-Modellen und 2D hat ja bei anderen Serien oder Filmen schon ganz funktioniert. Hier jedoch passt es einfach oft nicht zusammen. Vor allem, da bei den Animationen der 3D-Modelle gefühlsmäßig einfach ein paar Animationsstufen eingespart wurden. Soll heißen: Die Bewegungen sind einfach eckig und unecht, was das an sich gute Design der Figuren doch ziemlich kaputt macht.

Die Story, die der Höhepunkt sein sollte, ist leider wirklich nicht gut inszeniert. Es gibt ein paar Momente, die durchaus Potential gehabt hätten, deren Wirkung wird jedoch leider verfehlt und selbst ein paar blanke Brüste und ähnliche „erwachsene“ Dinge reißen das Teil nicht mehr raus.

Schade drum. So viel verschenktes Potential. Das beste an der Serie ist die Figur von „Hannah“ (dem Pawn), die bei den Dialogen zumindest cool mystisch bleibt. Die anderen Dialoge sind … naja, lassen wir das.

„Dragon’s Dogma“ bekommt von mir 5 von 10 möglichen, von der Grundidee und der Metaebene her an sich gute, Punkte.


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