Age of the Dragons (Filmkritik)

Seit Ahab (Danny Glover) als junger Mann den Tod seiner Schwester durch den einzigartig fürchterlichen weißen Drachen miterleben musste und dieses Erlebnis nur mit schweren Verbrennungen knapp überleben konnte, widmete er sein gesamtes Leben nur mehr der Jagd nach diesem einen Untier, das sein Leben für immer verändert hatte. In einer Bar entdeckt der Harpunenspezialist aus Ahab´s Drachenjägerteam, ein lebensfroher Kerl namens Stubbs (Vinnie Jones), den abenteuerlustigen Ishmael (Corey Sevier) und seinen treuen Begleiter Queequeg.

Die beiden Kämpfer werden schnell von Ahab´s Adoptivtochter Rachel eingestellt, was sich bald als kluger Schachzug erweist. Die Zeit ist nämlich gakommen. Wenn Ahab den weißen Drachen nun nicht aufspürt und tötet, dann wird er nicht mehr stark genug sein für diese finale Auseinandersetzung. Der rücksichtslose Kampf Mensch gegen Tier hat steht somit kurz vor seinem Höhepunkt.

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Ich persönlich hab ja gar nicht so selten Tage, an denen ich gerne einen komplett harmlosen Film sehen möchte, einfach nur um loslassen zu können um den Körper und vor allem auch den Geist zu entspannen. Der SyFy Channel ist da oft sehr nett zu mir, da er vor kurzem Sean Bean durch „The Lost Future“ (indem auch Corey Sevier mitgewirkt hatte) gehetzt hatte und nun die klassische Moby Dick Story von Hermann Melville her nimmt und an einen völlig anderen Schauplatz verlagert. Man hat einfach den Wal gegen einen Drachen getauscht, fertig ist das Fantasyabenteuer, das mehr als nur sehr frei auf der Originalgeschichte basiert.

Die bekannten Namen in diesem Film sind dann auch gleich Danny Glover in der Hauptrolle als manischer Jäger Ahab und Vinnie Jones als sympathisch-furchtloser Krieger mit Herz, der jedoch nur etwa eine halbe Stunde mitspielen darf, daraus aber um einiges mehr macht als sonst, weil er besser spielt als er es in fast allen seinen letzten größeren Rollen gemacht hat. Glover mit seinem halbverbrannten Gesicht und seiner rauchig-heiseren Stimme agiert da schon eher an der Grenze zum Overacten, sein Ahab regt eher zum Schmunzeln als zum sich Fürchten an und er tut einem fast schon leid. Glover ist dann aber doch routiniert genug, um seine Figur nicht ganz lächerlich wirken zu lassen.

Die sonst eher unbekannten TV-Stars werden von Corey Sevier angeführt, der bald auch in Tarsem Singh´s „Immortals“ als Apollo zu sehen sein wird und durchaus auch das Potential für eine Kinokarriere besitzen würde. Sympathsich und glaubwürdig holt er sich hier die Zuschauer auf seine Seite. Unterstützt wird er dabei von Kostümen und Settings, die ich in ähnlichen Produktionen schon um einiges weniger überzeugend gesehen habe. Vor allem das Drachenjäger Kampfschiff, dass sich mit Rädern auf der Straße fahren lässt und dessen Außenverkleidung vor Drachenfeuer schützen soll, hat mir gefallen und war nett designed.

Blut gibt es abgesehen von den Eingeweiden der Drachen erwartungsgemäß keines zu sehen, obwohl doch gar nicht so wenige Menschen hier ihr Leben verlieren. Die CGI-Effekte was die fliegenden Fabelwesen angeht sind überzeugend aber natürlich auch nicht großartig, auf jeden Fall aber besser als in z.b. sämtlichen Anacondafilmen. Nur in der Interaktion von echten Menschen und computergenerierten Tieren erkennt man das geringe Budget des Filmes und die somit sparsam produzierten Effekte, was aber keine echte Auswirkung auf den Gesamteindruck hat.

Insgesamt also wieder ein ziemlich unterhaltsamer, immer harmloser und dank Vinnie Jones sogar manchmal witziger Streifen, den man schon vergessen hat während man ihn sieht, was aber auch genau das war, was ich gerade gebraucht habe. Auch solche Filme haben ihre Berechtigung, immerhin waren alle Beteiligten mit Eifer bei der Sache und als Zuschauer musste man sich über das Gesehene nie ärgern, immerhin weiß man ja anhand der Vorgaben (SYFY Channel, Moby Dick mit Drachen) bereits, was man hier serviert bekommt.

Age of the Dragons bekommt von mir 6/10 feuerspuckende Empfehlungspunkte.


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