Dungeons and Dragons 3: The Book of Vile Darkness – Das Buch der dunklen Schatten (Filmkritik)

Vor zweitausend Jahren starb der schreckliche Zauberer Nhagruul, doch aus seinem Körper wurde ein Buch geformt und sein Blut diente dafür als Tinte. So begann eine Schreckensherrschaft des Bösen, da jeder der dem Buch ausgesetzt wurde, unweigerlich verdorben wurde und somit von nun an dem Chaos diente. Eines Tages formten sich jedoch die Ritter des neuen Lichts, die so reinen Herzens waren, dass sogar Pelor der Gott des Lichtes, sie unterstützte und somit ein Sieg gegen den allerorts vorherrschenden Schrecken gefeiert werden konnte.

Nachdem das Buch in drei Teile geteilt wurde und für immer von der Bildfläche verschwunden ist, sind die damaligen Ereignisse nun nur mehr ein blasser Schimmer und die aktuellen Ritter des Lichtes sind so demotiviert, wie schon lange nicht mehr. Als jedoch einige Ritter getötet werden und der Vater eines gerade neue beigetretenen Kämpfers des Lichtes entführt wird, beginnt für den jungen Mann eine Reise, die durchaus auch mit der Rückkehr von Nhagruuls Schrecken enden könnte.

Dungeons-and-Dragons-3

Das weltweit beliebte Fantasy Rollenspiel „Dungeons and Dragons“, erblickte bereits im Jahre 1974 das Licht der Spielewelt. Ein paar weitere Teile, zahlreiche Regelbücher, Romane, Spielfiguren, Serien und Computerspiele später, wurde es dann zu dem bis dato erfolgreichsten Rollenspiel aller Zeiten. Was leider nie auch nur ansatzweise geklappt hat, ist aber eine angemessene Verfilmung einer der zahlreichen Geschichten rund um die Burgverliese und die lieben Drachen.

Im Jahre 2000 entstand ein Kinofilm mit eigentlich guten Leuten zumindestens vor der Kamera, den ich bis heute als einen der schlechtesten Big Budget Fantasyfilme aller Zeiten in Erinnerung habe. Da stimmte einfach gar nix, auch für mich nicht, obwohl ich damals noch nie D&D gespielt hatte. 2005 kam dann mit „Wrath of the Dragon God“ eine billigere DVD- Fortsetzung nach, die zwar weniger ärgerlich war als der erste Teil, jedoch schlecht gemacht war und Fans des Spieles wohl nur noch weiter verärgert hat. Regie bei Teil zwei führte Gerry Lively und er ist nun im Jahre 2012 mit dem dritten Teil „The Book of Vile Darkness“ wieder zurück.

Was kann man nun erwarten von einer Filmreihe, die man qualitativ nur schlecht unterbieten kann und die Fans sowieso schon längst abgeschrieben haben? Richtig, es kann nur besser werden. Besser ist zwar nicht wirklich der richtige Ausdruck dafür – wohl eher unterhaltsamer – denn was hier völlig ernsthaft und mit einer unglaublichen Naivität präsentiert wird, macht einfach nur gute Laune. Dabei wirkt der Film wie der kleine, ironiefreie Bruder von Filmen wie „Scorpion King 3“ oder „Schwerter des Königs 2“ und obwohl er angeblich um ein paar Millionen mehr gekostet hat, sieht er dabei noch billiger aus.

Schauspielerisch ist Jack Derges, in seiner ersten Rolle überhaupt als junger Held Grayson, eine echte Lachnummer. Ständig hat er seine Augen weit aufgerissen und hat diesen trotzigen „meine Mutter hat mir verboten zu Spielen“ Blick drauf, besonders in Szenen wo er hart wirken soll, macht ihn das extra lächerlich. Auch die anderen Krieger der ungleichen Truppe, der unser Held im Laufe seiner Reise beitritt, zeichnen sich durch mehr oder weniger stark eingesetztes overacten aus. Nur Eleanor Gecks als eiskalte Anführerin Akordia ist irgendwie cool, kann aber auch sein dass ich abgelenkt wurde, weil sie die einzig wichtige Frauenrolle im Film hat und dabei in einigen Sequenzen durchaus sexy daherkommt.

Die CGI-Effekte nutzen ihre Bandbreite von lustig-schlecht bis hin zu peinlich-mies voll aus. Energieschüsse, Verwandlungen in Fliegenschwärme, ein ausfahrbares Auge, Schallschreie, Unsichtbarkeitszauber und natürlich (zumindest) ein Drache sind dabei und meistens darf hier angesichts der Umsetzung herzhaft gelacht werden. Auch die Settings sind natürlich billig gemacht, passen aber zum Rest des Filmes, genau wie die völlig beliebige Filmmusik.

Für mich daher der beste Teil der bisherigen D&D Filme, nicht von der Qualität her, sondern weil mein Ärger nach den beiden ersten filmischen Beiträgen, dem puren Spass an der unfreiwilligen Freude gewichen ist (oder so ähnlich). Mein Respekt außerdem dafür, einen Fantasyfilm in der heutigen Zeit vollkommen ernst und ohne absichtliche Stellen – wo man eindeutig als Zuschauer lachen soll – zu produzieren, ich fühlte mich wieder wie ein Kind, wo ich so einen Film sicher ausnahmslos großartig gefunden hätte.

Dungeons and Dragons 3: The Book of Vile Darkness bekommt von mir 5/10 nahezu durchgehend talentfreie, aber dafür umso spaßigere Empfehlungspunkte.


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