Urban Legends: Bloody Mary – Düstere Legenden 3 (Filmkritik)

Nachdem sie die Bevorzugung der örtlichen Football Spieler in einem Artikel hervor gehoben hat, werden Samantha (Kate Mara) und ihre beiden Freundinnen von den Anderen in der Schule gemieden, weswegen sie auch kein Date zum Schulball bekommen haben. Deshalb machen sich die drei jungen Damen zusammen einen schönen Abend, blödeln herum und bleiben schließlich beim Thema „Düstere Legenden“ hängen.

Drei mal sagen sie dabei laut „Bloody Mary“ und denken sich nichts dabei, doch schon bald darauf hat Samantha seltsame Tagträume und bei tragischen „Unfällen“, stirbt einer nach dem anderen ihrer Schulkollegen, einen gewaltvollen Tod. Haben die Mädchen wirklich einen Geist geweckt und wenn ja, was will sie und was ist ihre Bindung zu Samantha?

Mit diesem dritten Teil aus dem Jahr 2005, endete das mit Düstere Legenden im Jahr 1998 begonnene und mit Final Cut 2000 fortgeführte Franchise. Regie bei dieser DVD-Premiere führte Mary Lambert, die unter anderen mit den beiden „Friedhof der Kuscheltiere“ Teilen, einiges an Erfahrung im Horror-Bereich gesammelt hatte. Hier ging man dann erstmals einen anderen Weg, indem man übernatürliche Elemente eingebaut hat und von diesen auch die Morde ausgehen ließ.

Um genau zu sein geht es natürlich um die titelspendende „Bloody Mary“, die hier ein sozusagen zufällig gerufener Geist ist, der nach Gerechtigkeit sucht. Das ändert einiges am Grundgefühl, weil sich einige Morde dann für die Außenwelt wie Unfälle präsentieren. Diese Änderung alleine erzeugt jedoch keine Probleme, es ist wieder mal der Einsatz von schlechtem CGI, der für Ärger sorgt. Es gibt da ja (und wird es auch immer geben) nur zwei Möglichkeiten: entweder ich will Trash erzeugen und habe absichtlich miese Effekte, oder ich lasse diese einfach weg, wenn ich ernst genommen werden will und ich sie nicht gut hinbekomme.

Ich brauche jetzt ein paar Spoiler, um dies zu beschreiben. Stellt euch vor ihr wacht auf, habt eine Wunde auf der Wange und plötzlich krabbeln daraus Spinnen heraus, die sich offensichtlich unter deiner Haut befinden. Das kann man an Ekelfaktor nicht so leicht überbieten. Wenn das aber dann so aussieht, als hätten es die Filmstudenten aus dem zweiten Teil gedreht und nicht als wäre es das Endresultat im Film, dann nimmt es der Sache nicht nur den gesamten Schrecken, sondern macht die gesamte Szene auch total lächerlich und haut dich emotional völlig aus dem Film heraus.

Auch das Finale greift auf die gleichen Effekte zurück, wenigstens konnte man es da schon erwarten. Also habe ich kein Budget, mache ich so etwas mit praktischen Effekten, ohne CGI, Ende der Geschichte. So, genug geschimpft über diesen Punkt, es gibt ja noch weitere Stolpersteine. Die Metaebene ist nun völlig weg (was an sich nichts Schlechtes ist, da sie im zweiten Teil schon genervt hat), dafür ist irgendwie die Naivität zurück gekehrt. Keiner agiert hier irgendwie reflektiert, alle handeln aus dem Bauch heraus.

Ich hatte auch eindeutig wieder dieses „das ist wie eine Folge irgendeiner Serie“ Gefühl, da braucht man sich natürlich auch nicht zu wundern, dass so ziemlich alle Charaktere einfach da sind, ohne dass man als Zuschauer zu ihnen Emotionen entwickelt. Eine Tatsache, die mit jedem „Düstere Legenden“ Teil schlimmer wurde, was diesmal auch wieder an den Darstellern liegt. Von denen kennt man heutzutage so richtig keinen mehr. Abgesehen von Final Girl Kate Mara (Morgan, The Martian) natürlich.

Ihre Samantha ist vor allem von ihrer Neugierde her liebenswert und weil sie Sachen auf den Grund gehen will. Man mag sie und wünscht ihr auch nichts Schlechtes, eine echte Entwicklung durchlebt aber auch sie nicht wirklich. Übrigens hat ihre kleine Schwester Rooney Mara (Carol, Verblendung) hier ihren ersten Auftritt in einem Film, in einer „blinzle und du hast sie übersehen“ Szene als Schülern, darf sie mitspielen und sogar einen Satz sagen.

Insgesamt also eher nur als harmloser Horror-Trash mit ein paar netten Momenten genießbar. Mit dem Beginn des Franchise, hat dies nicht mehr viel zu tun. Wer Kate Mara Fan ist, hat hier jedoch sicher seine Freude mit den frühen Schritten in ihrer Karriere. Danach war dann Schluß, bis jetzt zumindest, denn gerade wird an einem Reboot gearbeitet, in dem die Legenden in das moderne, digitale Zeitalter gehievt werden sollen. Könnte klappen, andererseits auch völlig kalt lassen.

„Urban Legends: Bloody Mary“ bekommt von mir 4/10 die mordende Geisterdame als einen der lebendigsten Charaktere präsentierende Empfehlungspunkte.


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