Acceleration (Filmkritik)

Rhona (Natalie Burn) hat eine harte Nacht. Ihr Sohn wurde von Gangster Vladik (Dolph Lundgren) entführt, mit dem sie eine gemeinsame Vergangenheit hat. Er möchte von ihr, dass sie ein paar Aufträge ausführt, denn er muss „ausmisten“ unter seinen Geschäftspartnern. Sollte sie alles wie geplant ausführen, bekommt sie ihren Sohn heil wieder.

Rhona spielt notgedrungen mit und so beginnt eine Nacht voller Schusswechsel, Explosionen und tödlichen Nahkämpfen. Zu allem Überfluss hat auch Kane (Sean Patrick Flanery) – der Boss von Vladik – noch ein Wörtchen mitzureden und der hat eigene Pläne wie er zu seinem Geld kommt, wobei auch Rhona eine entscheidende Rolle spielt.

Für diese Produktion hat Drehbuchautor Michael Merino (Drakul) seinen beim Inszenieren von Actionfilmen erfahrenen Kollegen Daniel Zirilli (Hollow Point) als Co-Regisseur an Bord geholt. Einige (zumindest aktuell fast nur unterwegs als) B-Movie Stars konnten für das Projekt verpflichtet werden, bei dem Hauptdarstellerin Natalie Burn auch als Produzentin fungierte und klar die dominanteste Figur ist.

Genau das ist „Acceleration“ dann auch, nämlich ein reine Promotion, damit sich Natalie Burn für weitere Genre-Produktionen als sexy Actionheldin empfiehlt. Einerseits also ist sie dabei natürlich stark (mächtiger als die Männer) und manipuliert die männlichen Gegner in ihrem Umfeld (intelligenter ist sie sowieso). Andererseits wird sie auch mal überwältigt und was macht der Bösewicht mit ihr? Richtig, er zieht sie aus bis auf die Unterwäsche, bevor er sie befragt.

Klare Sache, Zielpublikum und so. Oder doch schizophren, von der Metaebene her? Oder soll das nur noch mehr zeigen, dass Männer Schweine sind? Egal, all die Überlegungen habe ich verworfen, denn das Endergebnis ist viel zu belanglos um darüber großartig nachzudenken. Neben einem ungewohnt sympathischen Kurzauftritt von Danny Trejo (Death Race) und einem gefühlsmäßig immer überlegen wirkenden Dolph Lundgren (Aquaman), gibt es dafür ein ganz anderes schauspielerisches Highlight.

Sean Patrick Flanery, der ewig für mich einer der beiden „Boondock Saints“ bleiben wird, dominiert hier jede Szene in der er ist. Seine Performance erinnert in ihrer verspielten, unterschwellig bedrohlichen Art beinahe an Tarantino Werke und auch wenn man ihn wirklich nicht leiden kann auf Grund seiner ruchlosen Art, ist es dennoch jedes mal faszinierend, wenn er seine Geschichten von sich gibt.

Natalie Burn (The Expendables 3) merkt man ihre Ballett-Vergangenheit an, denn ihr Action-Szenen haben Eleganz und ihre Bewegungen wirken immer geschmeidig. Durch schnelle Schnitt und dunkle Kulissen, geht bei der ganzen Sache jedoch wieder einiges an Charme verloren. Dafür agiert sie fast durchgehend überzeugend cool, ist dabei verspielt sexy und zynisch in den richtigen Momenten.

Die restlichen Darsteller sind teilweise einfach nur da und behalten ihren einen Gesichtsausdruck, wohl weil sie keinen anderen kennen. Richtig peinlich wird es dann beim Abfeuern sämtlicher Schusswaffen, den das CGI-Mündungsfeuer inklusive dem künstlichen Blut bei Treffern, das sieht aus wie bei einem billigen und einige Jahre altem Computerspiel. Das kann man ehrlich null Prozent ernst nehmen.

Was daher bleibt ist mit Natalie Burn eine Hauptdarstellerin, die sich für weitere (hoffentlich bessere) Genre-Beiträge empfiehlt und mit Sean Patrick Flanery ein Typ, den man gerne wieder öfters sehen sollte (das nennt man nämlich echte Spiellaune, ja, ich rede mit dir Mister Bruce Willis). Abgesehen für Fans der zwei eben genannten, ist der Rest jedoch belanglos und in keiner Weise zum wiederholten Anschauen geeignet.

„Acceleration“ bekommt von mir 4,5/10 die Weisheit bestärkende, eine Mutter besser niemals gewaltsam von ihrem Kind trennende Empfehlungspunkte.


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