The Boondock Saints II: All Saints Day (Filmkritik)

Einige Jahre lang schon leben die MacManus Brüder Connor (Sean Patrick Flanery) und Murphy (Norman Reedus) ein friedliches Leben in Irland in einem abgeschiedenen Häuschen gemeinsam mit ihrem Vater Il Duce (Billy Connolly). Als sie jedoch die Nachricht aus Boston erreicht, dass ein befreundeter Priester ermordet wurde und den MacManus Brüdern dafür die Schuld in die Schuhe geschoben wird, kehren die beiden fest entschlossen und bewaffnet zurück, um jeden einzelnen dafür verantwortlichen Mann zu finden und zur Rechenschaft zu ziehen.

In dem durchgeknallten Mexicaner Romeo (Clifton Collins Jr.) finden sie dabei schnell einen wertvollen Verbündeten und auch die an ihren Fersen klebende FBI Agentin Eunice Bloom (Julie Benz), könnte bei der Ausforschung der schuldigen Gangster noch von Nutzen sein. Die beiden Brüder werden auch alle Hilfe brauchen die sie bekommen können, denn ein bisher großer Unbekannter der aus dem Hintergrund agiert, scheint hier die Fäden zu ziehen und er hat mit der MacManus Familie noch eine Rechnung offen.

The Boondock Saints II All Saints Day Film

1999 erschuf Regisseur und Drehbuchautor Troy Duffy den ersten „The Boondock Saints“ Film, der mittlerweile längst zum Kultfilm avanciert ist. Nach 10 Jahren Pause folgt nun 2009 die Fortsetzung „The Boondock Saints II: All Saints Day“. Was macht man nun als Erschaffer eines Kultfilms, wenn man beim zweiten Teil auch die Verantwortung hat, die Fans mit dem Produkt zufrieden zu stellen?

Richtig, da der Film ja kaum besser ankommen bzw. sein kann als das Original, holt man sich einfach neben den Schauspielern der drei Hauptcharaktere auch noch einige helfende Figuren ( 3 verbündete Polizisten) aus dem ersten Teil zurück und lässt den vielbeschäftigten Willem Dafoe in einem Cameoauftritt seine schräge Rolle des Paul Smecker wiederholen.

Gepaart mit zwei unterhaltsamen neuen Charakteren, coolen Schiessereien, irischem Charm und der klar sichtbaren Liebe des Autors zu seinen Figuren, ergibt dies einen Film, der eindeutig für die Fans gemacht wurde und als solcher auch – ohne einem Vergleich mit dem ersten Teil standhalten zu können – bestens zu unterhalten weiss und wohl nur die fanatischten Verehrer des ersten Teiles verärgern dürfte.

Flanery und Reedus sind zwar sichtlich gealtert, gehen aber in ihren Rollen voll auf und zeigen wieder mal was sie können. Gut so, denn ihre Ausflüge in die Welt der schnell vergessenen DVD Premieren waren ja in den letzten Jahren meistens nicht gerade von berauschender Qualität. Connolly als ihr Vater ist ja sowieo unbestritten cool, bekommt zwar wenig Screentime, doch füllt er diese mit ordentlich Charisma und Lässigkeit beeindruckend aus.

Als Neuzugang hätten wir erstens mal Clifton Collins Jr. als helfende Hand der MacManus Brüder. Er spielt den oberflächlich harten Kerl wirklich herrlich irre und überdreht, besonders wenn er emotional wird und wieder mal weinen muss, gibt es auch ordentlich etwas zu lachen.

Wenn er von einem gefesselten Reinigungstypen wissen will, was denn der beste Spruch wäre wenn man die Türe auftritt und drauflosballern will oder wenn er fragt, ob er mit seinen neu ausgesuchten Pistolen irgendwie schwul aussieht (natürlich tut er das), dann gehört das mit zu den lustigsten Szenen, die der Film zu bieten hat.

Julie Benz (bekannt aus der Angel und Dexter Serie oder den Filmen „John Rambo“, „Punisher: Warzone“, oder „Saw 5“) ist als FBI Agentin die zweite neue Figur in der Gruppe. Mit ihrem überheblichen, alles besser wissenden texanischen Akzent und ihrer souverän eigentümlichen Art der Besichtigung eines Tatorts, wickelt sie sowohl die ihr zugeteilten Polizisten als auch den Zuseher schnell um den Finger.

Die Actionszenen sind dynamisch inszeniert und überstylt, wirken aber niemals übertrieben oder unecht, man könnte die zahlreichen Schiessereien fast als „Oldschool“ bezeichnen. Die dazu ausgewählten Musikstücke rocken übrigens ziemlich, während die Gegner wie die Fliegen zu Boden fallen.

Auf CGI Effekte wurde angenehmerweise völlig verzichtet, hier spritzt noch wirklich „echtes“ Blut und das ist gut. Erfreulich ist auch der oft anzutreffende Humor und die schräge Situationskomik, die zwar nicht gerade subtil daherkommt, dafür aber umso mehr Spass macht.

Die Story ist zwar einfach gestrickt doch schlauer als man glauben könnte, man bekommt sogar entscheidende Einblicke in die Hintergrundgeschichte von Il Duce MacManus.
Insgesamt also wie schon erwähnt ein Film für Fans und solche, die es noch werden wollen.

Natürlich kommt dieser zweite Teil nicht so überraschend eigenständig daher wie der erste Teil, doch sorgen gut aufgelegte Darsteller, abgefahrene Charaktere, schnelle Action und die nötige Prise Humor dafür, dass man sich hier wirklich nicht beschweren darf, nicht ordentlich unterhalten worden zu sein.

The Boondock Saints II: All Saints Day bekommt von mir 7,5/10 die Bösen von dem Bösen erlösende Empfehlungspunkte.


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