John Wick: Kapitel 3 – John Wick: Chapter 3 – Parabellum (Filmkritik)

John Wick (Keanu Reeves) hat ein Problem. Er hat die Regeln der internationalen Assassinen-Liga gebrochen und nun wurde er ausgestossen und 14 Millionen Dollar wurden auf seinen Kopf ausgesetzt. Auch Menschen wie Hotelmanager Winston (Ian McShane) oder der undurchschaubare Bowery King (Laurence Fishburne) werden zur Rechenschaft gezogen.

Doch John wäre nicht er selbst, hätte er nicht noch weitere Verbündete wie etwa Sofia (Halle Berry), die ihm noch einen Gefallen schulden. Nebenbei macht John auf seiner Flucht einfach das, was er am Besten kann: seinen Feinden so schnell wie möglich das Leben zu nehmen…

Als im Jahr 2014 die beiden Stunt-Koordinatoren David Leitch und Chad Stahelski einen Action-Thriller namens „John Wick“ mit Keanu Reeves in die Kinos brachten, konnte noch keiner ahnen was daraus werden würde. Während Leitch den Erfolg für andere Projekte nutzte (Atomic Blonde, Deadpool 2), blieb Stahelski dem Franchise treu (2017 folgte Kapitel 2). Der Erfolg sollte ihm Recht geben.

Parabellum ist der bis jetzt erfolgreichste Teil der Reihe (über 320 Millionen Dollar Einspiel), Reeves hat sein bestes Jahre seit langem (nicht alleine deshalb, ich sag nur „You are breathtaking!“) und für 2021 ist der finale vierte Teil geplant. Danach soll noch eine in der Vergangenheit spielende Serie über das Continental-Hotel folgen. Feine Sache und auch verdient wie ich sagen muss.

John Wick fällt ja unter die Sorte Film, die man als „Dauer-Action“ mit kurzen Atempausen bezeichnet. Das kann sicherlich mit der Zeit auch langweilig werden, doch dieses Franchise hat dieses Problem, für mich immer großteils sehr gekonnt umschifft bzw. abgefangen. Auch das Phänomen, dass Kämpfe zu choreographiert wirken, ist nur im Ansatz spürbar. Einzig die finalen Fights im obersten Stock des Continental, da hatte ich bei diesem dritten Teil schon ein „jetzt reicht es dann langsam“ im Kopf.

Was hier wieder genial wie kaum wo anders gelingt, ist das SetUp perfekt anzusehender Kampfsequenzen. Ein Highlight ist dabei die Schießerei mit John, Sofia und ihren beiden Hunden. Das ist an Effizienz, Wucht und Gewalt kaum zu überbieten. Man hält teilweise die Luft an, schüttelt den Kopf oder erwischt sich selbst dabei, breit zu grinsen. Genau von solchen Settings lebt der Film ausgezeichnet, da müssen alle Beteiligten voll bei der Sache sein, sonst klappt so etwas einfach nicht.

Nebenbei beleibt dann wirklich auch noch Zeit dafür, tiefer in die Mythologie rund um das Continental, die Drahtzieher im Hintergrund und John´s Vergangenheit einzutauchen. Immer wieder zaubert John noch eine interessante Mitspielerin aus dem Ärmel, die ihm natürlich alle einen Gefallen schulden. Nebenbei bringt Reeves (To the Bone) seine ganz eigene Ausdrucksweise für Humor mit, der muss einfach nur ein einziges Wort auf seine Art betonen und es unterhält großartig.

Neben Reeves gibt es ein Wiedersehen mit alten Bekannten, die man immer wieder gerne sieht. Ian McShane (Hellboy) bringt erneut seine faszinierende Aura als Hotelchef Winston ins Spiel, Lance Reddick (Monster Party) als seine rechte Hand hat nichts an Sympathiepunkten verloren und Lawrence Fishburne (Standoff) als Bowery King ist und bleibt ein überdrehter Selbstdarsteller, schwer zu durchschauen, jedoch immer auf den eigenen Vorteil bedacht.

Doch auch die neuen Gesichter wissen zu gefallen. Halle Berry (Kidnap) als Sofia spricht nicht viel, gehört jedoch samt ihren beiden Hunden zu den coolsten Figuren, die hier um sich schießen dürfen und erzeugt neben Wick sicherlich den höchsten Bodycount. Mark Dacascos (Der Pakt der Wölfe) als Zero jagt Wick und verehrt ihn zugleich, was auch zu witzigen Momenten führt. Asia Kate Dillon (Orange is the New Black) schließlich ist als Gesandte der Führung so eiskalt cool, dass man fast eine Gänsehaut bekommt.

Seien wir mal ehrlich: keine Mensch sollte bei Teil 3 in dieses Franchise einsteigen. Erstens kennt man sich bei den Figuren nicht aus und zweitens weiß man sonst nicht, was man bekommt. Umgekehrt soll das heißen, dass Fans genau das geboten wird, was schon Teil 2 gemacht hat, nur noch etwas mehr. Wie man das alles jedoch noch einmal steigern will zum finalen Teil ohne lächerlich zu werden, da habe ich keine Ahnung. Ich vertraue aber einfach mal den Machern, denn die haben es richtig rauf.

„John Wick Chapter 3“ bekommt von mir 8,5/10 noch tiefer in die Mythologie und den Schlamassel eintauchende Empfehlungspunkte.


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