Ip Man 3 (Filmkritik)

Ruhe ist eingekehrt und Ip Man (Donnie Yen) hat einen zweiten Sohn bekommen. Dieser besucht die Schule, verursacht aber immer wieder einmal Ärger. Vor allem mit dem Sohn von Cheung Tin-chi (Jin Zhang) hat er immer wieder leichte Probleme, während die beiden Väter vor allem eines wollen: In Ruhe Wing Chun trainieren und an andere weitergeben.

Dumm nur, dass sich ein in der Gegend ansässiger Mafia-Boss namens Frank (Mike Tyson) darauf versteift hat, das Grundstück auf welchem die Schule steht zu kaufen und die Besitzer mit allen Mitteln dazu überreden zu wollen. Die Polizei ist unterbesetzt und nach einem Brandanschlag halten Ip Man und seine Schüler Wache.

Was widerrum negative Auswirkungen auf seine Ehe hat, denn seine Frau (Lynn Hung) trägt ein Geheimnis mit sich herum. Und es geht ihr immer schlechter …

Um es gleich mal klar zu sagen: Der dritte Teil der Reihe kann – was die Action-Sequenzen betrifft – mit den ersten beiden Teilen nicht mithalten. Zu ähnlich und zu in die Länge gezogen sind diese, als dass sie wirklich beeindrucken würden. Ja – sie sehen nicht schlecht aus und sind super anzusehen, aber gerade in der Mitte des Films gibt es eine Befreiungsaktion und ganz ehrlich … da dachte ich mir relativ rasch, dass es schön wäre, wäre sie dann mal vorbei.

Generell trumpft der dritte Teil viel mehr mit anderen Dingen auf, mit weit intimeren Dingen, denn hier lernen wir Ip Man zum ersten Mal als Familienvater oder eigentlich viel treffender als Ehemann kennen, der sich um seine kranke Frau sorgt und für diese auf viel verzichtet.

Wie mittlerweile in diesem Franchise üblich gibt es in etwa in der Mitte des Films einen Bruch und der Bösewicht, der davor noch der Bösewicht war, ist plötzlich entweder keiner mehr oder nicht mehr wichtig genug, um im letzten Drittel eine Rolle zu spielen.

Dafür kommt jemand anders als Bösewicht ins Spiel – im Falle vom dritten Teil lernen wir den „Endgegner“ sehr rasch kennen, es dauert aber eine ganze Weile, bis dieser zu diesem Gegner wird – vorher muss ein anderer besiegt werden.

Das ist dann auch einer von zwei Höhepunkten im Film: Mike Tyson gegen Donnie Yen. Das sieht klasse aus, das macht gute Laune und das hat – natürlich – weder Gewinner noch Verlierer. Aber dennoch macht die Sache wirklich Spaß (zumal es wieder einmal um Ehre geht). Drei Minuten durchhalten und ich lasse dich in Ruhe. Tada. Der Bösewicht ist nicht mehr im Film.

Dann gibt es noch einen Kampf, der im Lift beginnt und sich ins Treppenhaus durchzieht – perfekt choreographiert und im ersten Teil rund um Ip Mans Frau angelegt. Und eines sollte man mittlerweile wissen: Man bedroht keine Menschen, die Ip Man wichtig sind. Auch wenn er so oft wie noch nie ebenfalls ein paar gedonnert bekommt, aber der Mann ist auch gut im Wegstecken.

Der Action-Director wurde ausgetauscht und das – wie gesagt – merkt man deutlich. Aber die Veränderungen in der Action und der Verlagerung des Fokus lässt auch Raum für – gerade gegen Ende – die Beziehung zwischen Ip Man und seiner Frau, für die er völlig kommentarlos auf einen Kampf verzichtet, der ihm den Großmeister-Titel raubt.

Das Ende fand ich dann wieder übertrieben – ein Freundschaftskampf mit Schwertern? Nein, danke. Dümmste Entscheidung überhaupt. Dabei würde es das nicht einmal brauchen, immerhin sieht das Ganze auch so immer noch super aus – da reicht eine einfache Hand gegen Hand-Prügelei um gut auszusehen, da braucht kein Mensch Waffen dabei. Zumal die Jungs ja wirklich keine Feinde sind, also was soll das?

„Ip Man 3“ bekommt 7 von 10 möglichen, teilweise zu lang in den Actionszenen und zu kurz in den intimien Familienmomenten verweilende, aber immer noch sehenswerte, Punkte.

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