Ash vs Evil Dead – Staffel 2 (Serienkritik)

Seit ihn Ruby (Lucy Lawless) mit ihrem „Friedensangebot“ überzeugt hat, lässt sich Ash (Bruce Campbell) täglich feiern, in seiner Traumstadt Jacksonville. Pablo (Ray Santiago) und Kelly (Dana DeLorenzo) leiden hingegen eher unter ihrem Dasein als Kellner und einer fehlenden, echten Aufgabe. Als jedoch eines Tages plötzlich mitten in einer Feier zwei Dämonen auftauchen, ist es mit dem Spass schnell vorbei.

Ash ist sauer, dass der Frieden gebrochen wurde, daher machen er, Pablo und Kelly sich auf, um Ruby endgültig zu erledigen. Die Spur führt nach Elk Grove, der Heimatstadt von Ash. Als sie Ruby schließlich finden, stehen sie erneut vor der Entscheidung, ihr zu trauen oder sie zu vernichten. Egal, wie sie sich auch entscheiden mögen, es wird auf jeden Fall blutig (inklusive herum fliegender Eingeweide und Körperteile versteht sich).

Ashy Slashy ist zurück und es ist genau so groovy, wie wir es erwartet hatten. Nachdem die erste Staffel, die als Fortsetzung der „Tanz der Teufel“ Trilogie funktioniert, Ash erfolgreich aus dem Ruhestand geholt hat, geht es nun nahtlos mit dem gleichen Team vor und hinter der Kamera weiter. Franchise Gründer Sam Raimi (Spiderman) hat diesmal zwar in keiner Folge Regie geführt, dafür haben sich die Produzenten Michael J. Bassett (Solomon Kane) und Rick Jacobson (Bitch Slap), für jeweils zwei bzw. drei Folgen hinter die Kamera gesetzt.

Gleich zu Beginn erwähne ich das aus meiner Sicht für Fans einzig möglich Negative, obwohl das für mich persönlich nicht zugetroffen hat. Der WOW-Effekt der ersten Staffel, mit all ihren „was, die haben das jetzt wirklich gemacht bzw. so etwas dürfen die machen?“ Momenten, der fällt nun weg. Man traut den Machern nun einfach schon einiges zu und ist schwerer zu überraschen. Wer sich jedoch nun fragt, ob man den Wahnsinn, den Gore- und auch Ekelfaktor überhaupt noch verstärken kann, dem kann ich nur klar antworten: ja, das kann man sehr wohl!

Frei nach dem Motto „zuviel ist nicht genug“ arbeiten hier die Drehbuchautoren und Regisseure, vergessen dabei jedoch nie auf die Echtheit und den Charme ihrer Figuren und arbeiten somit nicht nur klar für uns Fans, sondern etablieren sich erneut selbst als eben solche. Wir erfahren nun auch mehr aus der Vergangenheit von Ash und der Weg führt erneut zurück zu der Hütte, wo das Böse seinen Ursprung nahm. Was die Dämonen hier dann alles besetzen, da ist schon die eine oder andere neue Idee mit dabei, nur so viel: es muss dafür weder lebendig sein, noch muss es sich um einen „ganzen“ Menschen handeln.

Neben der Gewalt regiert erwartungsgemäß der Unterhaltungsfaktor und der lebt von der Mischung aus schrägen Situationen, Slapstick-Momenten und einer Menge an coolen Onelinern. Einige Aktionen und Sprüche kann man eigentlich nicht bringen, außer man ist dermaßen von seiner Sache überzeugt und lebt seine jeweilige Figur, statt sie nur zu spielen. Genau das machen Bruce Campbell und seine Kollegen und ich könnte noch lange an Hand von Beispielen geniale Momente aufzählen, doch am Besten ist, ihr seht euch die Sache selbst an.

Ja, der gute Bruce Campbell (Bubba Ho-Tep), nicht jeder kann auf nur auf einer Rolle seine gesamte Karriere aufbauen. Genau so spielt er Ash dann auch, denn er ist Teil seines Lebens. Dieses mal gelingt es ihm sogar mehr oder weniger, Frieden mit seiner Vergangenheit zu schliessen und die Dämonen lernen, dass sein Geist trotz schneller Verwirrungszustände, mindestens ebenso stark ist, wie sein alter Körper. Ray Santiago (In Time) als Pablo macht diese Staffel eine sehr schmerzhafte Metamorphose durch und er kann beweisen, dass er mehr ist als nur ein Sidekick.

Dana DeLorenzo (The Mad Ones) als Kelly ist mittlerweile zu so etwas wie einer Tochter für Ash geworden und sie hat abgesehen von ihm, auch die größte Klappe und die dicksten Eier und überhaupt. Auf jeden Fall…hast du echte dämonische Probleme, dann willst du sie an deiner Seite haben. Lucy Lawless (Angel of Death) zeigt Ruby hier von ihrer verletzlichen Seite, sie ist im Prinzip der Motor der die Ereignisse in Gang bringt und eine nahe Verbindung zum Bösewicht dieser Staffel hat. Als Gaststars sind unter anderen Lee Majors (inklusive eines „Der Sechs Millionen Dollar Mann“ Gags zum Einstieg) als Ash Vater und Sam Raimis Bruder Ted Raimi als Ash alter Jugendfreund mit dabei.

Mehr will ich jetzt gar nicht mehr sagen außer: wer die erste Staffel toll fand dem kann ich versichern, dass er mit der zweiten auch Spass haben wird. Gerade auch weil man einige Aktionen kommen sieht und sie dennoch unbedingt erleben möchte und dann wiederum Dinge passieren, die nur zu ungläubigem Kopfschütteln führen, muss man als Horror-Freund diese Serie einfach lieben. 10 Folgen purer Wahnsinn mit perfekt aufspielenden Schauspielern, eine dritte Staffel, wurde bereits genehmigt. So kann es von mir aus, noch lange weiter gehen.

„Ash vs Evil Dead – Staffel 2“ bekommt von mir 9,5/10 Ash zusätzliche Sinne „Unsinn, Wahnsinn und Schwachsinn“ effektiv einsetzende Empfehlungspunkte.


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