Day 5 -Staffel 1 (Serienkritik)

Milliarden Menschen sterben im Schlaf. Die noch lebenden müssen mit allen Mitteln versuchen, munter zu bleiben…

Immer wieder mal gibt es Tage, an denen ich nichts anderes zu habe, als das Internet nach bisher von mir unentdeckten, interessanten Filmen und Serien zu durchsuchen. Nicht immer werde ich fündig, doch hier weckte der Titel mein Interesse. „Day 5“ ist die erste Produktion von Rooster Teeth Entertainment und ich muss sagen, dass „Day 5“ für ein Erstlingswerk erstaunlich gut gelungen ist.

Leute die mich gut kennen, wissen wahrscheinlich, dass das Horror-Genre und ich nicht unbedingt die besten Freunde sind. Kurz gesagt, ich hasse es wenn ich mich fürchten muss. „Day 5“ ist für mich eine gute Mischung aus Horror, Action, Thriller und ein bisschen Comedy. Die Basishandlung ist schnell erklärt. Durch ein seltsames Phänomen sterben auf der Erde alle Menschen die schlafen oder einschlafen.

Um 3 Uhr in der Früh sterben Milliarden Menschen im Schlaf. Die Überlebenden kämpfen gegen den Drang einzuschlafen. Jeder der selber schon mal trotz akuter Müdigkeit munter bleiben musste, weiß wie uncool dieses Gefühl ist. Nun stellt euch vor, ihr müsst Tage lang mit jedem nur erdenklichen Mittel verhindern einzuschlafen.

Doch nach spätestens 12 Tagen ohne Schlaf stirbt man – zumindest laut dieser Serie. In Echt hat es noch keinen Forscher gegeben, der es drauf angelegt hat, Patienten bis zu deren Tod am Einschlafen zu hindern. Experimente mit Ratten deuten auf ein „Ablaufdatum“ von einem Monat hin, aber wer weiß ob man das einfach ummünzen kann.

Sehr faszinierte mich, in wie kurzer Zeit die Serie spielt und wie spannend sie dennoch ist. „Day 5“ hat nur sechs Folgen und in keiner einzigen war mir jemals fad. Logik war nicht immer vorhanden, aber im Prinzip störte mich das nicht so sehr. Gut gemacht war die Erklärung für die vereinzelten Zombies und die Methoden, mit denen die Menschen wach bleiben. Sei es Ritalin, Coffein, Nikotin, Sport oder Adrenalin, das direkt ins Herz gespritzt wird – die Menschen werden einfallsreich und egoistisch. Eh klar, keiner will sterben und in einem solchen Fall ist sich jeder selbst der Nächste.

Die erste Folge folgt anfangs dem Meth abhängigen Jake, extrem gut gespielt von Jesse C. Boyd (The Walking Dead). Man beobachtet, wie er über die erste Leiche quasi stolpert und wie er realisiert, dass seine Familie im Schlaf gestorben ist. Als Jake seine Eltern und seine kleine Schwester tot entdeckt, zeigt Boyd so richtig was in ihm steckt. Im Laufe der Staffel reift Jake und ist nicht mehr sein anfängliches egoistisches Selbst.

Unter anderem weil er sich mit 13-jährigen Sam (Walker Satterwhite – My All-American) zusammen tut und zusehen muss, dass ihnen nichts passiert. Satterwhites Charakter ist wie eine wandelnde Enzyklopädie, denn irgendwie muss man dem Zuseher ja Fakten präsentieren. Satterwhite schafft es Sam dennoch nicht Nerv tötend wirken zu lassen.

Die Radiologin Ally (Stephanie Drapeau – Ripped) verteilt im Krankenhaus Drogencocktails um alle Lebenden am Einschlafen zu hindern. Drapeau finde ich in ihrer Rolle nicht besonders sympathisch und sie ist auch nicht die beste Schauspielerin.

Der Pilot Ellis (Davi Jay – True Detective) ist auf der Suche nach dem Ursprung des tödlichen Phänomens und rammt mit seinem Flugzeug das Auto von Jake und Sam. Seine Figur ist dafür verantwortlich, hinter das Geheimnis des tödlichen Schlaf-Phänomens zu kommen.

In beinahe jeder Folge trifft der Kern-Cast auf neue Personen, die mal mehr mal weniger in Erinnerung bleiben. Extrem berührend fand ich die Geschichte von Nicole und Bill, die inmitten all des Trubels einfach nur noch auf ein letztes Date gehen wollen (ja, hier flossen Tränen, ich gebe es gerne zu).

Fazit: „Day 5“ bzw die erste Staffel ist sehr vielschichtig und kann durch ein sehr ungewöhnliches Konzept überzeugen. Warum man der Meinung war, manchmal unbedingt nackte Brüste zeigen zu müssen, obwohl es meistens nichts mit der Handlung zu tun hat, wird mir wohl ein Rätsel bleiben.

Diese Serie bekommt von mir 8/10 Punkten.


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