The Whole Truth (Filmkritik)

Mike (Gabriel Basso) wird angeklagt seinen Vater Boone (Jim Belushi) ermordet zu haben. Seine Mutter (René Zellweger) war Zeugin. Die Fakten liegen klar auf dem Tisch. Der Anwalt der Familie Ramsey (Keanu Reeves) übernimmt den Fall und will Mike verteidigen. Leider spricht Mike mit niemanden, weshalb Ramsey nicht weiß, wie er die Jury von Mikes Unschuld überzeugen soll.

Janelle (Gugu Mbatha-Raw) unterstützt Ramsey bei der Verhandlung, aber in ihren Augen wird alles immer absurder, denn der Verdacht keimt auf, dass Mike nur jemand decken will …

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Ich mag Keanu Reeves. Ich mochte ihn in „47 Ronin„, in „Matrix“ und in „John Wick“ war er sowas von unglaublich cool, wie er in „A Scanner Darkly“ perfekt verwirrt war. Der Mann mag nicht viele Gesichtsausdrücke haben, aber er sucht sich zumindest Rollen aus in welchen diese perfekt passen. Mehr oder weniger spielt Reeves hier eine ähnliche Rolle wie in „Im Auftrag des Teufels“. Damit kann „The Whole Truth“ klarerweise nicht mithalten. Die Auswahl an SchauspielerInnen kann sich dennoch blicken lassen.

Jim Belushi (aus der Serie „Immer wieder Jim“ oder die etwas älteren Filme namens „Mein Partner mit der kalten Schnauze“ sowie „Red Heat“ mit Schwarzenegger) spielt Boone überzeugend arrogant, überheblich, gewalttätig, bösartig und andere Menschen degradierend. Dem Mann kauft man sofort ab, dass er ein ungutes Ekel ist. Michael Basso als Mike ist unscheinbar und dadurch auch schwer als „glaubwürdig“ zu beschreiben. Die meiste Zeit über sitzt er da und blickt teilnahmslos vor sich, fällt dadurch aber auch nicht negativ auf. Dass er anders kann hat er ja schon in Filmen wie „Kings Of Summer“ oder „Super 8“ bewiesen.

Gugu Mbatha-Raw ist mir vorher noch nie in einem Film untergekommen. In „Jupiter Ascending“ war sie dabei, aber den habe ich nicht gesehen. Hier ist ihre Rolle so vorhersehbar und austauschbar – ich könnte nicht mal sagen, ob sie gut war, weil alle diese Rollen genauso sind wie diese hier. Das sieht man quasi wöchtenlich in „Law And Order“ und allen anderen ähnlichen Ablegern.

Wirklich wild war es Renée Zellweger zu sehen, denn wenn ich nicht gewusst hätte, dass sie es ist – ich hätte sie nie erkannt. Ich kann nur hoffen die Make-Up-Abteilung hat da ganze Arbeit geleistet, denn wenn die Dame, die mit Filmen wie „Bridget Jones“ groß geworden ist und auch in „Cold Mountain“ oder „Chicago“ mitgespielt hat, wirklich so aussieht wie hier, dann frage ich mich durch welche Drogenhölle sie gegangen ist. Da aber demnächst der nächste Teil von „Bridget Jones“ kommt (oder schon da ist) muss es sich wohl um eine Meisterleistung der Make-Up-Artisten handeln.

Der Film selbst spielt einfach als Gerichtsdrama und ist eigentlich primär als Fernsehfilm zu verstehen, denn er bietet nicht mehr Substanz als alle anderen Gerichtsthriller. Das bedeutet nicht die Macher würden sich nicht die Mühe machen ein trickreiches Drehbuch voller Wendungen zu präsentieren, allerdings – zumindest ging es mir so – habe ich von Anfang an die Vermutung gehabt, was dahinter steckt bzw. waren mir die Schicksale von Mike oder seiner Mutter tatsächlich völlig egal.

Wie gesagt, Reeves ist gewohnt souverän, Belushi und Zellweger tatsächlich fantastisch – gerade Belushi, den man ja schon lange nicht mehr in einer solchen Rolle gesehen hat, kommt ziemlich authentisch rüber und der Rest ist halt anwesend. Die Story ist interessant aber nicht großartig. Von den Twists im Drehbuch, die sich klüger vorkommen als sie am Ende sind, will ich gar nicht viel reden, weil das Ende vielleicht doch manche Menschen überrascht.

„The Whole Truth“ bekommt 5 von 10 möglichen, absolut solide dem Thema aber nichts Neues hinzufügende, Punkte.

PS: UNBEDINGT den Trailer meiden. UNBEDINGT, sonst beraubt ihr euch mindestens der Hälfte der Überraschung.


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