Street Kings 2: Motor City (Filmkritik)

Der erst kürzlich in der Stadt Detroit arbeitende Polizist Dan Sullivan (Shawn Hatosy) bekommt unerwartet die erste große Chance sich hier zu etablieren. Ein Undercovercop wurde ermordet und die Chefin seiner Einheit will, dass dieser Fall absolute Priorität hat und der Killer so schnell wie möglich gefasst wird. Dan wird der erfahrene Cop Marty Kingston (Ray Liotta) als Partner zur Seite gestellt, der jahrelang mit dem Ermordeten zusammen gearbeitet hatte.

Während die Interne Abteilung Dan nahelegt, er solle seine Augen nach Korruption in den eigenen Reihen offen halten, tauchen noch zwei weitere tote Polizisten auf. Was genau verbindet diese drei Männer und welche Rolle spielt dabei Marty, der gar nicht so eine weiße Weste zu haben scheint, wie es auf den ersten Blick den Anschein hatte.

Street Kings 2 Motor City Film

Im Jahr 2008 entstand der Actionkrimi „Street Kings“ von Regisseur David Ayer (Harsh Times), mit Keanu Reeves, Forest Whitaker und Hugh Laurie in den Hauptrollen nach einer Geschichte von James Ellroy. Unter der Regie von Chris Fisher („S.Darko“) gibt es nun 2011 den zweiten Teil, der wie so oft in den letzten Jahren mit weniger Stars, einem kleineren Budget als DVD-Premiere weltweit das Licht der Filmwelt erblickt.

Thriller um schmutzige Cops (gibt es eigentlich auch noch eine andere Sorte in Amerika?) funktionieren ja fast immer ähnlich. Es gibt einen etwas älteren charismatischen korrupten Gesetzeshüter und sein jüngeres, bisher unverdorbenes Gegenstück. Am Ende gibt es dann kein Schwarz und Weiß mehr, alles wird igendwie zu einem nur mehr schwer zu trennenden, grauen Einheitsbrei ohne für den Zuschauer ersichtliche echte Grenzen. So fällt am Ende dann auch die klare Symphatieverteilung schwer.

Diese spannende Ausgangslage klingt ja eigentlich vielversprechend, doch das Ganze läuft hier – wie bereits erwähnt – in abgewandelter Form im Prinzip immer nach dem selben Schema ab. Da Ray Liotta ein wirklich intensiver Schauspieler ist und haufenweise Erfahrungen insbesondere was das Spielen von psychotischen Figuren im laufe der Jahre angesammelt hat, bewahrt er Street Kings 2 vor dem Absturz in die Belanglosigkeit. Sein unterschwellig bedrohliches Spiel wirkt sehr überzeugend und die Entscheidungen die er trifft, lösen teilweise sehr gegensätzliche Gefühle beim Betrachten aus.

Hoffe Liotta schaut auch wieder mal in Kinoproduktionen vorbei, für einen entgültigen Abstieg ins Reich der DVD-Premieren ist er nämlich eindeutig noch zu gut drauf und mit zu viel Spass dabei (auch wenn erste Ermüdungserscheinungen durchaus zu erkennen sind). Der einzige noch erwähnenswerte Darsteller ist Shawn Hatosy, der zwar etwas im Schatten seines übergroßen Kollegen steht, doch auch seine Sache sehr gut macht. Er wird wohl nie ein großer Star werden, aber Geldprobleme wegen Arbeitsmangel dürfte er trotzdem nicht so schnell bekommen.

Insgesamt also ein in keiner Weise herausstechender Copthriller, der hübsch gefilmt wurde uns so auch die Vielseitigkeit der Stadt Detroit zum Ausdruck bringen kann. Zwei gute Hauptdarsteller und eine routiniert daherkommende, aber einfallslos wirkende Regie runden das leidlich spannende, mittelmäßige Gesamtergebnis ab. Es wird nun sicherlich eine Zeit dauern, bis ich wieder mal im Tal der Polizeimarken tragenden Bösewichte vorbeischaue, zuviel bereits Bekanntes prasselt da auf einen ein. Es braucht eindeutig wieder mal neue Impulse, um echtes Interesse für dieses Genre zu wecken.

Street Kings: Motor City bekommt von mir 5/10 erwartungsgemäß ablaufende Empfehlungspunkte.


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