AVPR: Alien Vs Predator Requiem (Filmkritik)

Das Raumschiff, dass den letzten überlebenden Predator aus dem Vorteil abtransportiert, schmiert ab und stürzt zurück auf die Erde. Der Grund: Aus seinem Körper ist ein Alien hervorgebrochen. Auf der Erde breiten sich die Aliens aus und das wiederum ruft einen Predator auf den Plan, welcher hinter den Biestern aufräumen und alle Spuren vernichten will.

Nicht weit von der Absturzstelle entfernt befindet sich eine typische amerikanische Kleinstadt, mit typischen amerikanischen Kleinstadtproblemen. Wenn Sheriff Morales nur wüsste, was da auf seine Stadt zukommt …

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Die „Brothers Strause“ haben sich mit dem Nachfolger von AVP einiges vorgenommen. Dummerweise hat Teil 1 mit einem eher umstrittenen Cliffhanger aufgehört. So brach am Ende von „AVP“ aus dem Körper des toten Predator eine neue Art von Alien. Nämlich ein „Predator-Alien“. Das ist wohl ziemlich das Hauptproblem von diesem zweiten Teil, denn das Ding ist nicht unbedingt die großartigste Idee, die jemand haben konnte. Ein wenig wie der „Alien“-Hybrid aus „Alien: Die Wiedergeburt“, nur dass das „Predalien“ aussieht wie ein Alien, das auf Reggae steht. Also nicht besonders cool. Außerdem ist es langsam und … naja, wie sage ich das … Das Ding hat ein paar Sachen drauf und tut ein paar Dinge, die ich in einem Film eigentlich nicht sehen will.

Sicher, am Papier sehen diese Ideen vielleicht gut aus, weil es in der Entwicklung der „Viecher“ logisch erscheint, aber in einem Film mag ich nicht sehen, wie ein Predalien einer schwangeren Frau Alien-Embryos durch den Hals in den Bauch presst, damit diese dann aus dem schwangeren Bauch hervorbrechen. Gefällt. Mir. Nicht. Ich halte Gewalt an sich ja gut aus und bei Filmen habe ich überhaupt kein Problem damit, aber wenn es um schwangere und Kinder geht, dann hört für mich der Spaß auf (deshalb war für mich auch beim „Red Wedding“ mit „Game Of Thrones“ Schluss. Einer Schwangeren in den Bauch stechen? Nein. Einfach nein.)

Was „AVPR“ sehr gut macht, ist den Predator als Jäger zu inszenieren. Wir sehen hier zum ersten Mal einen planenden und jagenden Predator und er macht seine Sache sehr gut. Der Unterschied zum Vorteil ist, dass wir es hier nicht mit einem Trupp von Anfängern zu tun haben, sondern ein „erwachsener“ Predator macht hier Jagd auf die Aliens (und löscht auch alles aus, was ihm in den Weg kommt, wenn es im Weg steht).

Die Menschen sind eigentlich völlig egal – einzig Sheriff Morales (John Ortiz, „Silver Linings Playbook“, „American Gangster“) ist ein Sympathieträger, weil einem der Kerl einfach nur leid tun kann. Eine schlechte Nachricht jagt die nächste. Einer nach dem anderen verliert er seine Männer und selbst seine große Hoffnung, stellt sich als absolutes Gegenteil heraus. Der Mann geht durch alle Emotionen und John Ortiz macht den Charakter wirklich greifbar und sympathisch.

Was den Strause-Brüdern nicht so gut gelingt, ist die Beleuchtung der Szenen. Viele Szenen spielen im Dunkel, im Regen, in der Nacht. Wenn man die Bestien anfangs nur im Halbschatten sieht oder nur die Reflektion von Licht auf ihren abstoßenden Körpern, dann ist das noch cool. Aber spätestens wenn der Endkampf da ist und man noch immer nicht so genau weiß, wie jetzt welches Monster aussieht, weil immer noch alles im Schatten liegt, dann ist klar was falsch gelaufen. Aber da die beiden eigentlich primär Effektleute sind, kann man ihnen keinen großen Vorwurf machen. Auch ihre anderen Filme zeichnen sich jetzt nicht durch eine großartige Inszenierung aus („Skyline“), aber die Effekte haben sie drauf („X-Men: Days Of Future Past“; „Iron Man 2“, „The Avengers“).

Was der Film allerdings meiner Ansicht nach besser hinbekommt als der erste Teil, ist die Atmosphäre. Der Film fühlt sich – obwohl er auf der Erde spielt – zeitweise wie ein richtiger Predator-Film an, denn der ist klar die Hauptfigur, während die Aliens halt Kanonenfutter sind. Wer die Aliens als überlegenes Monster betrachtet, wird diesen Film hier hassen, denn die Viecher werden zu Dutzenden zerlegt … zugegeben, sie räumen dafür fast eine komplette Kleinstadt leer.

„AVPR: Alien Vs Predator: Requiem“ bekommt 6,5 von 10 möglichen, den Fokus auf den Predator und damit die Jagd richtende, Punkte.

PS: Vorsicht beim Trailer, der spoilert nämlich so gut wie ALLES. Den Tod wichtiger Hauptfiguren (teilweise echt überrachend) und sogar das Ende vom Film.

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