The Predator aka Predator: Upgrade (Filmkritik)

Quinn McKenna (Boyd Holbrook) ist Scharfschütze im Auftrag des Militärs. Während eines Einsatzes geht etwas schief: Ein Raumschiff stürzt ab und landet in der Nähe seines Einsatzortes. Durch Zufall überlebt er, findet ein paar Artefakte und schickt diese an seine Frau und seinen Sohn, wird aber gleich darauf verhaftet und während des Debriefings von einem Psychologen als verrückt eingestuft. Also landet er in einem Bus mit einem Haufen als „verrückt“ deklarierter Ex-Soldaten.

Andernorts wird Casey Bracket (Olivia Munn) engagiert, um bei einem Forschungsauftrag ihre Expertise zur Verfügung zu stellen. Rasch stellt sie fest, dass es sich um die Erforschung einer außerirdischen Lebensform handelt.

Lange dauert es nicht und das Alien bricht aus. Es will sich seine Ausrüstung (die Artefakte, die Quinn gefunden hat) holen, wird dabei aber von einem anderen Predator abgefangen und getötet. Quinn und seine „Verrückten“ können entkommen. Da Quinns Sohn Rory (Jacob Tremblay) die Ausrüstung im Haus entdeckt hat, ist dieser das Ziel des neuen Predators, denn der Junge hat die Sprachcodes der Außerirdischen geknackt, was bedeutet, er kann Zugang zum Raumschiff bekommen. Und das ist üblicherweise nicht gesund …

Shane Black ist in meiner Welt ja ein Garant für Filme, die mich bis jetzt immer gut unterhalten haben. Das fing schon bei „Kiss Kiss Bang Bang“ an, ging bei „Iron Man 3″ weiter und hörte auch mit „The Nice Guys“ nicht auf. „The Predator“ oder wie er bei uns heißt: „Predator: Upgrade“ bleibt in diesem Fall hoffentlich die Ausnahme, denn die Kombination Shane-Black-Humor und Predator-Alien passt für mich leider nicht so richtig zusammen.

Während der Humor an vielen Stellen super ist und man an allen Ecken und Enden Shane Black heraushören kann, so verträgt sich das leider nur wenig mit dem Suspense, den ein Film wie dieser eigentlich aufbauen sollte. Zumal auch das Drehbuch seine nicht unwesentlichen Schwächen aufweist. Das beginnt bereits bei der Wahl der „Guten“ in diesem Film. Klar, eine Gruppe Außenseiter, die dann doch beweist, dass sie es draufhat – das klingt am Papier toll und hat auch schon oft („Stephen King’s Es“ nur als Beispiel) funktioniert.

Hier ist die Truppe allerdings zwar angenehm irre, aber zu keiner Zeit fühlt man so etwas wie Verbundenheit und selbst der „Held“ der Story kommt nicht wirklich gut rüber. Als er an einer Stelle „You made me lie to my son. You made me tell him I won’t enjoy this“ sagt, da war es bei mir einfach vorbei. Das war zu … cool? Blöd? Peinlich? Sucht euch ein Wort davon aus. Da war es mir auch schon egal, dass er später einem Unbewaffneten aus einem Meter Entfernung einen Betäubungspfeil durchs Auge ins Hirn schießt. Vor den Augen seines Sohns (dem er vorher mal erklärt, der Unterschied zwischen einem Killer und einem Soldaten sei, dass der eine das Töten genieße und der andere nicht). Breit grinsend. Schräge und unnötige Aktion. Abgesehen vom unsympathischen Quinn ist sehr rasch klar wozu die restliche Truppe dient: Als Kanonenfutter.

Ein paar der typischen Alleinstellungsmerkmale von Black sind da und funktionieren, etwa als die Forscher Casey erklären, warum das Ding „Predator“ genannt wird und sie auf die Erklärung, dass es halt jagdt und die Schwächen seiner Feinde ausnützt, antwortet: Das ist ja wohl dann doch eher ein Jäger, nicht wahr? Daraufhin meint der Forscher, dass sei zwar korrekt, man habe aber intern abgestimmt und „Predator“ habe gewonnen, denn es würde cooler klingen. Eine halbe Stunde später erklärt Casey der Gruppe rund um Quinn, was sie da jagen. Einen Predator. Einer der Jungs meldet sich zu Wort: „Der Beschreibung nach ist das eher ein Jäger.“ Caseys Antwort: „That is exactly what I said. Thank you.“

Die Dialoge sind also teilweise super und werden auch super rübergebracht, wobei es auch hier immer wieder Ausfälle gibt. Die Action an sich ist auch in Ordnung. Das Hauptproblem liegt in der missglückten Mischung. Die funktioniert so einfach nicht. Das zweite Problem liegt am „neuen“ Predator. Der ist angeblich ein „Upgrade“, stinkt aber in ziemlich allen Belangen ab. Zugegeben, er ist größer als die alten Predatoren, aber das war es dann auch schon. Er ist weder so elegant noch so heimlich noch annährend so cool wie die „alten“ Predatoren. Die hatten einfach – wird er es sagen? Ja, er sagt es – Stil. Die hatten einfach Stil. Punkt. Das neue Ding ist kein cooler Jäger, sondern ein brutales Monster. Und als solches hat es den Namen „Predator“ kaum noch verdient. Da könnte man jedes andere x-beliebige Vieh auch hinstellen. Schade eigentlich.

Dazu kommt noch das Ende des Films, welches ich als – nett formuliert – ziemlichen Fehltritt bezeichnen würde, denn alles was danach kommen kann, ist ein Actionfest. Genau diese Action ist im jetzigen Film schon relativ aufgeblasen (vergessen wir bitte, dass es jemals „Predator-Hunde“ gegeben hat) und stiehlt dem Horror, der ja eigentlich dabei sein sollte, völlig die Show.

Was ich an den Filmen von Shane Black immer mochte, war die Tatsache, dass man nie genau sagen konnte, wie sich ein Film von ihm entwickelt. In welche Richtung geht die Story, was machen die Charaktere und Ist-das-jetzt-euer-Ernst-?-Momente (siehe „The Nice Guys“ oder „Iron Man 3“ oder – man ihn kaum oft genug empfehlen – „Kiss Kiss Bang Bang„) gaben sich da oft die Klinke in die Hand.

Was wir bei „The Predator“ bekommen ist ein zahnloser Shane Black, der auf ein 18er-Rating setzt, damit er angenmesen brutal sein kann, dafür jedoch so gut wie keine gute neue oder auch nur irgendwie im Ansatz überraschende Idee einbringt und in keiner Weise von einem völlig belanglosen Durchschnittsdrehbuch abweicht. Schade. Das ist tatsächlich der erste Shane Black-Film, den ich – es tut fast weh, das niederzuschreiben- doch tatsächlich klischeegeladen und langweilig fand.

Im direkten Vergleich fand ich da sogar „Predators“ noch besser. Und das sagt schon was aus.

„The Predator“ aka „Predator: Upgrade“ bekommt von mir 5,5 von 10 möglichen Punkten.

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