The Prestige – Die Meister der Magie (Filmkritik)

Die beiden aufstrebenden Zauberkünstler Robert Angier (Hugh Jackman) und Alfred Borden (Christian Bale) stehen am Anfang des 19. Jahrhunderts in einem verbitterten Konkurrenzkampf miteinander, der ein tragisches Todesopfer fordert: Angiers Frau Julia (Piper Parabo), die als Assistentin bei einem waghalsigen Trick ertrinkt, nachdem Borden auf deren Bitte sie mit einem anderen Knoten als sonst fesselt. Angier gibt dennoch Borden die Schuld am Tod seiner Frau und so folgt eine Schlacht um Ruhm, Ehre, Publikumsgunst und den perfekten Zaubertrick…

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Der auf einem Roman von Christoph Priest basierende Film „The Prestige“ von Regisseur Christopher Nolan (Interstellar) kam 2007 in die heimischen Kinos und war für Nolan Standards nur mäßig erfolgreich. Bei einem Budget von 40 Millionen nahm der Film nur knapp 110 Millionen Dollar ein.

„The Prestige“ beschäftigt sich mit dem Thema Magie und wie sie entsteht. Laut Film bestehen diese Tricks aus 3 Akten. Im ersten Akt (The Pledge) zeigt der Magier dem Publikum etwas Gewöhnliches, wie einen Vogel oder eine Spielkarte. Das Publikum darf sich auch davon überzeugen, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Dann passiert mit diesem gewöhnlichen Ding etwas ungewöhnliches (The Turn), z.B. dass es verschwindet. Der dritte und wichtigste Akt ist dann das effektvolle wieder auftauchen des Objekts – etwas, ohne das ein Trick wertlos wäre. Diesen Teil nennt man Prestigio – The Prestige.

Ein Film wäre kein Nolan Film, wenn er uns nicht grübelnd zurück ließe, um unsere eigenen Schlüsse zur Handlung zu ziehen. Für mich hatte das hier ein bisschen den Anschein, als ob er Plot-Holes damit kaschierte, indem er die Zuseher eine Lösung zusammen reimen ließ, die zur Handlung passen könnte. Bei „Inception“ mag es mit der Kreisel-Szene funktioniert haben (ist er noch im Traum oder nicht?), aber hier finde ich, dass es sich Nolan ein bisschen zu einfach gemacht hat.

Nichts desto trotz ist der Film spannend und thematisch innovativ. Man fragt sich den Film über wie gewisse Tricks funktionieren und die Auflösungen sind ein wahres Aha-Erlebnis. Wenn man sich dann den Film ein zweites Mal ansieht, kann man diverse Anspielungen entdecken, die schon vor Film-Ende Hinweise geben, wie die Auflösung einzelner Plot-Punkte ausfallen wird.

Die Handlung besteht aus mehreren Strängen, die zu verschiedenen Zeiten spielen und erst am Schluss geschickt zusammen geführt werden und dann dem Zuseher ein zufriedenstellendes Gesamtbild geben, wenngleich einige Fragen offen bleiben. Der Film selbst lässt sich ebenfalls in die oben genannten Akte unterteilen und ich war enttäuscht, dass sich im Prestige (3. Akt) der Realismus verabschiedete und der Film plötzlich ins Sci-Fi Genre abglitt.

Allgemein werden Parallelen zwischen Kino- und Bühnenmagie in einer Zeit aufgezeigt, in der die Grundlagen für die heutige Unterhaltungsindustrie entstanden, was für sich genommen schon interessant wäre.

Wenngleich die Charakterzeichnung der beiden Hauptcharaktere ein wenig oberflächlich ausfiel, machen Christian Bale (American Hustle) und Hugh Jackman (Les Misérables) das Beste aus ihren Rollen. Denn von ihren Charakteren bleibt nicht mehr viel übrig, wenn man ihre Obession aus dem Spiel nimmt.

Die talentierten Schauspielerinnen Scarlett Johanson (Lucy) und Piper Perabo (Looper) sind in ihren Rollen als Assistentinnen der Zauberer leicht unterfordert, denn ihr Zweck ist derselbe wie im echten Leben: vom wirklich Wichtigen abzulenken.

David Bowie (Zoolander) als Nikola Tesla ist die perfekte Besetzung. Der exzentrische Sänger hat durchaus Talent. Tesla ist die einzige reale Figur im Film und war ein absoluter Vorreiter seiner Zeit (unter anderem Erfinder eines Wechselstrom-Motors und Erforscher der Röntgen-Strahlen).

Sehr positiv fällt ebenfalls Michael Caine (Kingsmen) als John Cutter auf, der Bühnentechniker von Angier und Borden. Der Schauspieler wird durch seine warme Art der menschlichere Gegenpol zu den rivalisierenden Magiern.

Fazit: Trotz einiger Schwächen ist „The Prestige“ durchaus sehenswert und auch für anspruchsvollere Film-Seher unterhaltsam. Es ist sicher nicht Christopher Nolans bester Film, aber trotzdem eine mehr als solide Leistung.

Dieser Film bekommt von mir 8/10 teils magischen Punkten.

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